Schlagwort-Archive: musik

verrückt

ver:rückt ist das, was für andere nicht norm:al ist. norm:al ist das, was andere als ver:rückt empfinden. gemeinsamkeiten gibt es nicht. nur abweichungen. (ist) irre (sein)!? meschugge, gaga, dada und plemplem. wahnsinnig. schrill. schlicht. aberwitzig. hirnrissig. gestört. ungestört. gelitten. zersplittert. verfolgt. verrucht. absurdes (wort)theater. ein zerrissenes ich. welten. realitäten. unmöglichkeiten. wünsche. träume. fallenlassen.

verrückt (kopfhörer auf die lauscher, volle pulle aufdrehen und einmal urschrei dazu, yeah!)

…, denn die seelentänzerische musik von illute habe ich im schaufenster des leipziger plattenlabels analogsoul entdeckt. einfach weil ich über den cd-titel stolperte, der da lautet: „immer kommt anders als du denkst“ und das zunächst für einen grammatikalischen fehler hielt. cd-cover und die seite in der schreibmaschine belehrten mich über eine störung im wortgefüge, die sinn ergibt. denn es ist, wie es ist. so. richtig. und wer kein tip-ex hat, korrigiert nicht. basta! früher war es manchmal einfacher, weniger perfektionistisch. das geht auch heute noch, wenn man willkanndarf. immer ist eine lebenslüge.  und nie? wann ist das? immer ist nur jetzt in dem moment. just. eben. und du so?

mit diesen beiden fotos setze ich meine reihe mit außergewöhnlichen fensterdekorationen fort. die anfänge kann man hier und da sehen.

in der partyplüschschlinge

Diese Diashow benötigt JavaScript.

naja, irgendwie beschweren sich unsere sog. leipzscher subkulturler ja auch immer nur mehr oder minder lautstark über behördenwillkür oder finanzielle kürzungen in der kulturszene. aber wenn es mal darum geht, kommerz von street art zu unterscheiden, da pennen die einfach. die partypeople trampelten heute am frühen mittag ziemlich dröge und ohne die stencils überhaupt wahrzunehmen während der global space odyssey 2010 über das a-team hinweg. gestern hatte ich bereits darauf hingewiesen, daß es sich um guerilla-marketing der werbeagentur des filmverleihers von „a-team – der film“ handeln muß, die hier mit einer ganz billigen masche „it-people“ aus den szenevierteln der großstädte in den kinosessel knüllen wollen. aber leipzigs street art szene scheint weitgehend unpolitisch zu agieren (einen artikel aus der sz zum thema hatte mir lebensumbau mal zukommen lassen – ihr findet das pdf am textende als wortfeile0001). in berlin haben die aufmerksamen sprayer bereits reagiert. klar, natürlich ist protest gegen die kulturpolitik dieser stadt notwendig, die es nach der wende geschafft hat, eine verlagslandschaft nahezu in den ruin zu treiben und die fette kulturmaus nach berlin, köln und hamburg verjagt hat, dorthin, wo es noch was zu erleben gibt, wo kultur noch gefördert wird, wo man erfahrung mit gegenkultur hat und wo man sich – wie in berlin – sogar noch werbetechnisch damit brüstet. ein geiles feeling, wenn man so arm ist, daß man sich noch sexy fühlt.

aber ja doch, in leipzig gibt es auch ein paar sehr engagierte menschen in der kulturszene, ein paar, die etwas bewegen, die ein paar wagen durch die stadt rollen lassen, einen  rave der alternativen. alternativlos jedoch die ganzen mitläufer, die man sich ans bein bindet oder als fünftes rad am wagen mitschleift, die nix als spaß wollen, die ohne party am wochenende einfach vor langeweile zu grunde gehen oder nur durch ihre sesselpupse hochfahren und schon in anderen sphären  (dem eigenen dunstkreis) schweben. in sachsen sollen in diesem jahr 25 millionen euro im sozialbereich eingespart werden? ach, ich geh erst mal abhotten, den frust runterspülen, am frühen nachmittag mit einem kühlen bierchen lässig in der hand durch die stadt ziehen. mögen die macher große worte haben, die mitläufer nuscheln doch in der uni dann wieder ihre lippenbekenntnisse vor sich hin und fühlen sich so heldenhaft, daß sie dabei waren – beim „protest“. es reicht ja, die beine tänzelnd zu bewegen und mit den lippen ein paar worte zu säuseln, wenn man selbst nicht betroffen ist. irgendwas geht immer!

protest sieht anders aus. protest ist ein großes wort. protest ist keine spaßparade mehr in diesen zeiten, wo die regierung immer mitten in der feierlaune irgendwelche gesetze verabschiedet und kürzungen beschließt, von denen nur ein bruchteil der bevölkerung überhaupt etwas wahrnimmt, weil – es gibt ja so viele andere möglichkeiten, sich den kopf vollzudröhnen. hohle phrasen würden das loch im kopf auch nicht füllen. leuts, sooo wird das nix! und es ist  ja schon so, daß ich zwar die beats mag, aber schnell wieder leine gezogen bin, weil irgendwie doch alle „zuhörer“ nur über dieses und jenes banale palavern, während sich jemand mit einer rede abmüht. man versteht kaum was, so laut murmeln die teilnehmer um ihr privates glück. tja, und die schönen parolen auf den wagen, was sind die wert, wenn man high ist? in slowmotion sehe ich nichts radikales, nur ein paar polizisten und ordner und ein paar harmlose, geduldete kiffer. da zieht er ab, der traum von einer gerechten gesellschaft, platzt wie eine seifenblase. und der rauch wird vom winde verweht. und einer, der kaum geld hat, weiß wo er es sich verdienen kann. er begleitet den feierzug mit fahrrad und al:di-tüten und sammelt leere pfandflaschen. ein kontrastprogramm der sonderklasse.

ach so, die mugge vom wagen „le cirque de la curiosité war übrigens grandios. ich wollte doch auch mal was positives vermelden…

Wortfeile0001

slow down

langsam schaltet frau wortfeile am letzten arbeitstag vor dem heiß ersehnten urlaub einen gang runter. bestens dazu geeignet ist die musikalische untermalung mit booka shades vertigo. denn wenn sich das hamsterrad weiter so schnell drehen würde wie in den letzten wochen, würde sie durchdrehen (zentrifuuuuge). nun heißt es entschleunigen.

musik für tiere

galerie potemka in schleußig, aurelienstraße 41

lacht nicht, das gibts wirklich (zur vergewisserung und vergrößerung einfach auf das bild klicken). ich mußte mir zwar auch die sonnengeblendeten augen reiben und guckte die tür zur galerie potemka ziemlich ungläubig an. aber das sind medienkunst-performances von marek brandt. der künstler kreiert sound-vidoe-scapes und bezieht dabei umweltgeräusche und landestypische tierlaute mit ein. alles klingt ein bißchen elektronisch-ironisch, aber am richtigen ort kann ich mir das gut vorstellen. ob es den tieren gefällt, kann niemand mit sicherheit sagen. aber sicher hinterfragt eine solche kunstform das verhältnis von mensch und tier.

von draußen dringen gerade – scheinbar höhnisch – lautstark streitende menschenstimmen in meine wohnung.

hier aber noch eine 2minütige kostprobe von einer performance im ungarischen pécs (die nachbarn hören sich dagegen unmenschlich an):

mr. und mrs. aufziehvogel

die privatparty im paris syndrom war in vollem gange. auf der tanzfläche transpirierten die ü-jenseits-von-gut-und-böse-dauerjunggebliebenen zu musik, die im allerbesten fall aus den 80ern stammte. als der mallestampfrhythmus die masse hysterisch mitkreischen ließ, entschloß ich mich zur flucht. unterwegs lauschte ich dem entspannenden morgendlichen vogelkonzert. dann fiel ich ins bett und erwachte morgens vom lauten gurren der tauben im hinterhof. mit kopfschmerzen. drei gläser wasser konnte ich schlecht für das katergefühl verantwortlich machen. dafür die musik aus den rückwärts gewandten zeiten, als alles noch besser war und wir noch jung und knackig. als die augenpartie am morgen nach der party noch nicht an einen schlecht maskierten alien erinnerte, sowohl farblich durch die dunklen augenringe als auch durch die schwellungen.

zwar trennen mich nur wenige jahre vom alter der partyveranstalter und dem durchschnittsalter der gäste, aber scheinbar leben wir auch in parallelwelten. sie im glashaus, ich in einer sich ständig wandelnden umgebung. schon als die ersten ihre kurz vor dem operativen austausch stehenden hüften auf der tanzfläche schwangen, drängte sich mir unweigerlich die frage auf, vor wie vielen jahren sie wohl das letzte mal getanzt hatten. es sah zwar so aus, als hätten sie vor dem spiegel die bewegungen ihres ausdrucktanzes hingebungsvoll geprobt, aber eben auch als wären sie einfach wieder in die haut einer discomaus vor zwanzig jahren geschlüpft. oder aber die bewegeungen waren durch die ständigen einladungen zu hochzeiten und familienfesten vom engtanz derart verfestigt worden, daß das gezappel nun eher unbeholfen wirkte.

männer trugen mehrheitlich hemd. die mesdames hatten sich stilistisch offenbar untereinander abgesprochen, sich in zu enge baumwollkleider mit tiefem v-ausschnitt zu zwängen, als wäre schon wieder boobquake day. gelegentlich ließ auch ein recht gewagter schlitz in den ohnehin meistens zu kurz geratenen kleidchen betrübliche einblicke auf üppige hügellandschaften zu. die haare trug frau mehrheitlich kinnlang, zum flippg-frechen bob vom friseur überredet, der jugendliches aussehen versprach. ähm ja, das macht die runden gesichter deutlich runder, reduziert die alterungserscheinungen aber nicht. die liste der weiteren auffälligen syndrome wäre zu lang, um sie hier medizinisch und psychologisch hinreichend zu beschreiben.

an das musikpult durfte jeder mal, um die verschiedenen geschmäcker zu bedienen. so wurde ich als zweite mit meinem mp3-player ans mischpult dirigiert.  wortfeile debütierte – das übel vorausahnend – als schlechter dj. ich stieg ein mit taper jean girl (kings of leon) – zu schnell brachte ich die leute mit dem rockigen rhythmus aus der puste, machte weiter mit godspeed (modeselektor) – zu wenig melodie im elektrobeat bei akzeptabler tanzbarkeit, ging über zu pilot (the notwist) – währenddessen wurde mir als musikwunsch manfred krug angetragen, leerte die tanzfläche mit erlend oye (every party has a winner and a loser) und dann war mein akku glücklicherweise alle – er würgte gerade noch sticks ’n‘ stones (jamie t) raus. das bereits vorausschauend erfaßte problem war,  daß die musik keiner der anwesenden kannte. zu neu, zu elektronisch, zu wenig zum mitgrölen schlichter laute (lalala und dergleichen) und zu wenig vertraute melodien.

zwar war ich froh, daß ich endlich abgelöst wurde, weniger begeistert reagierten aber meine gehörgänge auf die evergreens am laufenden band. macht nichts, wenn die mehrheit lieber zu michael jackson, queen und david bowie mit under pressure oder felicita von al bano und romina power die eingerosteten knochen in den seligen hafen der vergangenheit schunkelt.  mr. und mrs. aufziehvogel hatten nun den schlüssel im rücken stecken und hüpften mechanisch mit oder neben dem vertrauten und 1000 mal gedudelten takt. da offenbarte sich in allerschönster pracht der kontrollierte entwicklungsstillstand. neinneinnein, wir werden nicht älter und unseren musikgeschmack ändern wir auch nicht mehr. ich kam mir nur ein bißchen vor wie an einer äußerst reichhaltigen fossilienfundstelle. ach, wie ich subkultur liebe…

wartehallenhölle

schizophren anmutende gegensätze boten sich vor genau einer woche am ersten tag der leipziger buchmesse zwischen den messehallen. besucher in sommerlichen t-shirts, dazu ein letzter schneeberg. ich gehöre ja nicht zu der sorte mensch, die beim ersten sonnenstrahl übergangslos von warmen hüllen zu nahezu unbedeckter haut wechseln, deswegen treffe ich diese menschen auch eine woche nach dem lang ersehnten frühlingswetter mit schniefnasen im wartezimmer wieder. leider hatte ich die wetterbedingungen nicht bei der planung meiner arzttermine berücksichtigt, so weitsichtig bin ich dann doch nicht, sondern lediglich mein eigenes zeitfenster im auge. das sagte mir eindeutig: wenig arbeit, kaum termine, zeit für dinge, zu denen man im alltag nie kommt, weil die praxen lange vor meinem aufstehen öffnen und lange vor meinem feierabend wieder schließen. das trifft sich eben fast nie. mit einem anflug leichten ekels beobachtete ich die wartenden, wie sie ihre keime in den ausliegenden zeitschriften verbreiteten und fremde hinzukamen, manche leckten sich währenddessen und danach sogar die finger, als handelte es sich bei den bakterien um das rechts- oder linksdrehende dessert. die pure hygien(i)e!

ich hatte mich also drei monate vor dem nächsten techno-industrial-sound-termin anmelden müssen, wobei ich mich manchmal frage, ob ich wohl schneller in die mrt-röhre geschoben worden wäre, wenn mir das hirn schon aus dem kopf gequollen wäre oder ob man mich dann bereits für hirntod erklärt hätte, um kosten zu sparen. schließlich wollte meine ärztin ja nur wissen, ob meine bewußtseinsstörungen und denkaussetzer irgendetwas mit einem eingeklemmten nerv an der halswirbelsäule zu tun haben. wobei ich mit dieser diagnose deutlich glücklicher wäre, als mit dem vorher vermuteten hirntumor. und wenn man dann noch die zeitspanne kennt, die zwischen dieser andeutung und dem ausschluß liegen, kann man sich vielleicht eine vorstellung davon machen, daß die dicke meines geduldsfadens in etwa so schnell dahingeschmolzen war, wie der schnee bei plusgraden. ein häufig überflüssiges argument in solchen situationen lautet übrigens: mach dir keinen kopf. nee, bloß nicht! denn das ungewisse erklärt der von ganz alleine zur achterbahnfahrt.

nichtsahnend betrete ich also überpünktlich das wartezimmer und sehe mich in einem kreis von cirka 15 rentnern umzingelt, die alle noch vor mir dran sind, während ich aber wiederum nur drei untersuchungskabinen für die patienten ausmachen kann. das kann dauern. die zeit tickt bombenartig. leider fehlt mir die fernbediednung, um bis zu der stelle kurz vor der explosion in dem actionstreifen vorzuspulen. derweil fallen gehstöcke und krücken, becher und meine olfaktorische schmerzgrenze wird deutlich überschritten, weil sich kein fenster öffnen läßt, sich aber leider ein patient mit künstlichem darmausgang im raum befindet. ich vermisse den zeitpunkt der geruchlichen adaption und frage mich, welcher wissenschaftler dieses phänomen entdeckt haben will, während es stinkt und stinkt und weiter stinkt und ich wegen flachatmung kurz vor einer ohnmacht stehe. just in diesem moment des schlecht sitzenden nervenkostüms werde ich aufgerufen und fliehe einigermaßen begeistert in die duftwolke aus desinfektionsmitteln und ertrage die akustische beschallung und die enge röhre ohne jedes beruhigungsmittel. hinterher bedankte ich mich höflich für den gelungenen technovormittag, denn ja, man kann sich an vieles, aber nicht an alles gewöhnen. das weiß auch die sängerin charlotte gainsbourg hier zu berichten, die sich nach einer kopfverletzung sechs monate lang immer wieder dieser klopfgeräuschigen prozedur unterziehen mußte. endlich ist diese akustische erfahrung auch in ihren song irm des gleichnamigen albums eingeflossen. die musikalische zusammenarbeit mit beck hat dazu geführt, das süßliche ihres debütalbums 5:55 vergessen zu machen. jetzt müssen nur noch die ärzte und krankenschwestern einen weg finden, die musik während der behandlung abzuspielen und sich bei der terminvergabe weniger am unmöglich zu bewältigenden pensum zu orientieren.

die klaviatur von schuld und sühne

zur illustration bemühe ich noch einmal die sprüche auf den plakaten von studenten der bauhausuni weimar: "fallen sind nicht auf den kopf gefallen. fallen stellen eine frage. was fällt ist eine falle."; "fallen gehen nicht, sie bleiben im versteck und spielen dort gefallen."; "tausche schwarzes schaf gegen weiße weste."; "der mond springt nicht über deinen schatten."; "ein paar falsche schuhe, und das leben geht an dir vorbei."...

es gibt so momente im leben, da geht mir niels freverts lied ich möchte mich gern von mir trennen (im original von hildegard knef) nicht aus der birne, bis das matschige ins innerste gedrungen ist und die rückkehr zur normalität folgt. dann möchte ich mich wie eine schlange häuten, ein bißchen zischen und für andere unsichtbar im unterholz verschwinden. vorher war ich meistens dererlei verstimmt, daß dies in die überflüssige kunst der selbstzerfleischung zu münden drohte. ich zwinge mich dann, den arm mit dem hackebeil zurückzuhalten und widme mich gekonnt der mentalen sezierung von innereien. kurz bevor das in eine autopsie übergeht, stoppe ich oder werde gestoppt. ich richte mich auf, schüttele heftig über mich selbst den kopf oder wie der phönix das gefieder, ziehe eine augenbraue hoch und denke: du und deine hausgemachten probleme!

mitnichten sind die auslöser irgendwelche lappalien. nein, sie haben dem ersten augenschein nach das potenzial, sich zur persönlichen katastrophe auszuweiten. zwangsläufig schaltet der kopf auf autopilot, panik und alarm um. wie in diesen schlechten filmen, bei denen ich immer die augen zugekniffen habe, während von der seite der trockene kommentar kam: unsere gewinnen immer. in der realität taucht aber leider meistens kein rettender held auf, der die katastrophe in letzter sekunde abwendet. in der realität sieht’s so aus, daß man sich nicht mal ein blinzeln leisten kann, um dem gegner nur ja keine angriffsfläche zu bieten.

in diesem fall heißt der gegner expo guide, brät sich seine eier in mexiko in der sonne und freut sich zu früh dumm und dusslig, daß wieder jemand auf seine beschissene betrugsmasche reingefallen zu sein scheint. geschickt wurde ein harmlos wirkender korrekturbogen mit einem freiumschlag, aus dem als absender die prager buchmesse hervorging. zurück bekam ich eine gefakte fotokopie des korrektureintrags mit auftragsbestätigung aus mexiko für die schaltung einer werbeanzeige über drei jahre, nicht gerade eben kostengünstig. ohje, wie also sage ich das bloß dem chef? und nun kommen wir zum springenden punkt: anstatt auf die arglistige täuschung der miesen mexikanischen pestbeulen sauer zu sein, habe ich erst mal die komplette  klaviatur von schuld  und sühne heruntergeorgelt und schön gleichmäßig über alle hirnwindungen verteilt, im internet recherchiert, tellergroße augen bekommen, erleichternde gerichtsurteile gelesen, eine kurze nacht lang schlecht geschlafen, weiter mit mir gerungen und mich dann durchgerungen, meinen chef um hilfe zu bitten, da dies ohnehin meine kompetenzen übersteigt. irritiert registrierte ich, daß er mir keinerlei vorwürfe machte, sondern im gegenteil offenbar sofort gewußt hat, wie mich meine selbstpein bereits zernagt hatte und was zu tun ist. so ein jurastudium, auch wenn er es nur den eltern zuliebe abschloß, hat doch auch manchmal seine vorteile. jetzt muß ich mich nur noch neu konditionieren. herr pawlow, darf ich bitten? oh, schon tot. na dann… muß ich wohl selber ran.