mrt mit marusha

heute wieder mal hirnrissig

es soll frauen in den 30ern geben, die möchten unbedingt einen braten in der röhre haben. ich hingegen freue mich  auf die gänsekeulen mit aprikosen und äpfeln zu weihnachten. natürlich ohne männliche hilfe zubereitet; obwohl – vielleicht gibt es gar nicht so viele fleischerinnen? aber der beitrag soll weder von röhrenden hirschen, noch von fernsehern oder poritzenden jeans handeln. marusha (meine so personalisierte migräne) mußte mit ihrem schädel zur magnetresonanztomographie, weil sie einen schatten warf oder hat, je nachdem wie man mich einsortieren möchte. der kopf meldete im anblick der röhre, in die er für eine halbe stunde hineingeschoben werden sollte, ohne umwege zur ratio mal kurz und bündig: klaustrophobie (nein, die ärztin hatte keine ähnlichkeit mit dem schunkelduo). atmung abgeflacht, kehle geklopst, also beruhigungspille runtergewürgt, den kopf mit einem plastikgestell fixiert, die ohren mit kopfhörern zugepfropft. und dann wurde ich auch schon abgeschoben in die röhre.

aus dem schaumstoff quoll eine beruhigenwollende ambientmucke der marke phantasiereise ans meer. plötzlich begann es um mich herum zu dröhnen, zu klopfen, zu vibrieren. hallo???! das kann mein kopf auch ohne geräte, wenn er grad keine lust hat. eine halbe stunde in unmittelbarer nähe zu einem preßlufthammer zu liegen, das würde nicht mal der straßenbauarbeiter aus leidenschaft wollen. von dem musikalisch untermalten meeresambiente war kaum noch ein rauschen zu vernehmen, es wurde vielmehr von einem (lehrer)specht-chor in mißtönendem, markerschütterndem de(z)ibelpegel angeschrien. keine ahnung, wie der patient vor mir dabei einnicken konnte. mein derart beschalltes hirn suchte nach einer zuflucht. und da war sie, die grübelfrage, an der sich das denken verbeißen konnte. was machen eigentlich die ganzen sounddesigner, wenn die autoindustrie so zerbröselt? könnte man sie nicht zusammen mit den medizintechnikern und techno-djs in eine enge röhre pferchen und klopfgeräuschen aussetzen, bis sie den perfekten mrt-technobeat entwickelt haben? an einer lautsprecherbox im berghain fühlt sich der bass nämlich nicht mal halb so hirnzersetzend an. das besorgen dort eher die synthetischen drogen. die bekommt man ja vom profitgeeichten arzt bei bedarf und mit sorglosigkeit sogar verordnet, nur daß sie dann ‚medikament‘ genannt werden. jedenfalls habe ich hiermit einen interdisziplinären forschungsauftrag in die welt geschickt, freilich ohne das nötige kapital. is anyone interested?

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4 Antworten zu “mrt mit marusha

  1. Pingback: Die gute Frage « Gut wie Gold. Musik, sonst (fast) nix.

    • danke tante taifun, daß sich teile der dj-szene für das thema interessieren. es ist ja so mein gefühl, daß die klassische medizin eben auch ihre krank machenden elemente hat. musik/geräusche haben ebenso ihre zwei medaillenseiten. zu laut führt’s zum tinnitus, aber im richtigen rhythmus und bei angenehmer lautstärke kann es durchaus therapeutische wirkung haben. wahrscheinlich muß ich einfach wieder mal richtig abhotten, möglichst nicht zu industrial.

  2. ich habe hier nichts verstanden – ist das schlimm; worum geht es überhaupt – tschüss!

    • naja, was ist schon schlimm? es verwundert mich, weil der text offenbar doch mehr kombinationsvermögen verlangt, als ich dachte. aber ich fange jetzt nicht damit an, meine texte zu erklären.

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