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glücksklee

zuckerwattehimmel lockte mich heute in den botanischen garten. an dieser stelle bin ich gestern zur ruine rechts der neuen semmelweissbrücke abgewichen, ohne mein ziel jedoch ganz aus den augen zu verlieren. es wurde nur vertagt. der unten sichtbare ringlokschuppen gehörte zum bahnbetriebswerk bayerischer bahnhof. auf der anderen seite der brücke sichtete ich ebenfalls noch eine heute leerstehende halle, die einstmals dazu gehörte. der ringlokschuppen und die noch vorhandene drehscheibe sollen laut db restauriert werden. die oberirdische s-bahn-haltestelle an der semmelweisstraße ist bereits weitgehend fertiggestellt und soll über vier andere haltestellen durch den umstrittenen city-tunnel bis zum hauptbahnhof führen. der bahnsteig hat jetzt schon einige graffiti-verzierungen, obwohl er noch nicht mal eröffnet ist. die ruinenbilder zeige ich vermutlich im lauf der woche noch, bisher habe ich nur einen teil gesichtet und bearbeitet, und außerdem versuche ich ja derzeit unangestrengt zu leben.

im botanischen garten in der linnéstraße habe ich dann diesen vierblättrigen glücksklee gefunden, der heute ganz hervorragend mit dem thema harmoniert. mir fehlen noch 26 kommentare bis zum 2999. dabei sind meine eingeschlossen, denn der wp-zähler hat ja leider keine einstellung, fremde kommentare von eigenen zu unterscheiden. da der 3000. vermutlich ein eigener sein wird und ich sowieso schnapszahlen bevorzuge, soll derjenige, der den 2999. kommentar schreibt eine klitzekleinigkeit von mir bekommen. ich habe ja nun schon auch den 30.000 besucher zu würdigen verpaßt. das KANN ja nicht angehen. hoffentlich versäume ich es nicht wieder, weil der zähler ja auch nachts läuft, wenn ich schlafe und andere noch höchst aktiv unterwegs sind…

viel glück!

postflutfreuden

hatte sich die wortfeile doch hier am ersten juli über die postalische ödnis in ihrem briefkasten beschwert, der nicht nur äußerlich grau/enhaft aussieht, sondern auch innen vorwiegend mit rechnungen, werbemüll und mahnungen bestückt wurde. und die reaktionen auf diesen post waren… tataaa! post/karten! richtige, echte postkarten! handgeschrieben! und alle so liebevoll ausgesucht, daß ich vor freude immer wieder durch die wohnung gehüpft bin. klar war, daß kein liebesbrief kommt. woher auch? aber es gibt die liebe in unterschiedlichen formen. die liebe in gedanken, die heimliche, die brennt und lodert und doch ersticken muß, weil das lechzende, glühende zünglein zu oft an der vergeblichkeit leckt.

und nun zeige ich mal, was die lieben blognachbarn geschickt haben und möchte mich nochmals ganz ausdrücklich und herzlich bedanken. ihr habt die gelegentliche tristesse mit buntheit gefüllt und bringt mit euren worten immer wieder leben in die stille bude:

eine vorzügliche wahl hat die liebe freidenkerin mit dieser karte und vor allem dem zitat von balzac getroffen. der gruß flatterte gleich als erster in mein postfach. die karte erinnerte mich sofort an das märchen vom häßlichen grauen entlein.

ich wußte bis zu dem moment, als frau tonaris postkarte einen tag später eintraf, nicht, daß marzahn so schöne seiten hat. ich glaube, ich muß mal mit frau tonari in den gärten der welt bummeln gehen. wunderschöne anlage, liebe worte auf der rückseite… ihr kennt doch noch das wort „briefgeheimnis“? auch wenn der postbote das lesen konnte, ich drehe die karte nicht um ;-). frau tonari hat mich auch ermuntert, an der aktion postkartenwichteln von frau schmitt mitzumachen. gestern sollten die drei postkarten von bloggern an mich versendet werden. ich warte natüüürlich gaaanz geduldig!

ruthie hat mir passend zu ihrem schier unendlichen fundus an blumen und wissen rundherum um die pflanzen eine wunderbare rosenkarte geschickt, sogar politisch korrekt von unicef. ich habe artig wort gehalten und das dort verratene geheimtreffen in münchen nicht vorzeitig ausgeplauscht. ich kann nämlich schweigen wie ein grab, wenn ich will.

und chinomso hat mich daran erinnert, daß ich mich als schmuckgestalterin meines lebens betätigen sollte. habe ich mir doch glatt im urlaub nach über 18 jahren einen zweiten silbernen ring mit drei zirkonen gekauft. er wird mich täglich an die liebste zeit des jahres, die urlaubszeit, erinnern und meine sehnsucht nähren.

und meine kammerzofe, ähm, ach nein, wie fies, nachbarin wollte ich sagen, hat sich damit revanchiert, mein paket mit dem sonnenschirmständer angenommen und mir das oben drauf gelegt zu haben. ich zeige jetzt mal kein foto von meinen fast verdorrten margeriten, den elenden, sorry!, schluckspechten. ich habe sie gestutzt und hoffe auf den wortfeilschen grünen daumen. die nachbarin hat entweder was gesteckt bekommen oder aber auf meine postkarte mit dem aufdruck „störe deinen nächsten“ etwas feinfühliger reagiert als üblich. ob es langzeitwirkung zeigt, weiß ich freilich nicht.

uuund… marianne hat auch schon post angekündigt *nervös mit den fingern auf den tisch klopf*. hach, wenn ich doch nur geduldiger sein könnte! außerdem bin ich unersättlich. so lange ich atme, hoffe ich mal, daß das so bleibt. und für fudelchen habe ich neulich auch mal das hier fotografiert:

es war in dieser langen leipziger straße so ziemlich die einzige historische beschilderung an einer hauswand, die übrig geblieben ist, neben einem neuen, häßlichen schild in mittelblau. wahrscheinlich zieren die geklauten schilder jetzt irgendwelche wohnungen von irgendwelchen anderen mariannenfreunden. schade das!

avatar

nein, ich bin immer noch nicht zum science-fiction-filmfreund geworden. james wer? gestern kam hier die frage nach meinem avatarbild  auf. da ich mich ungern wiederholen möchte, verweise ich mal auf einen älteren text von mir über den vermeintlichen dokumentarfilm exit through the gift shop über den von mir hochgeschätzten street-art-künstler banksy, von dem auch dieses stencil stammt, das ich etwa 2007 in berlin-mitte mit einer lausigen handykamera fotografiert habe. zwar zählen ratten nicht für jeden zu den possierlichsten geschöpfen der welt, aber mit schablonen gesprayt sind sie doch außergewöhnlich schön.

außerdem habe ich gestern endlich mal wieder zeit gefunden, meine blogroll mit neuem lesefutter zu bestücken. und da kommen in zukunft sicher noch einige perlen hinzu. ich bin ja auch neugierig auf die ideen- und bildwelten der anderen, habe nur nicht immer so viel zeit zum blogreisen. frau wortfeile möchte gerne ihre neuentdeckungen teilen und das nicht nur auf so einer versteckten seite,  die relativ selten beachtung findet. deswegen bekommen die neuen hier einen lauschigen platz im vordergrund: chinomso, clara himmelhoch, fudelchen a.k.a marianne, paradalis, lebensumbau, linker mops a.k.a katerwolf, rosenruthie, das tagebuch von befue und frau tonari. in der blogroll findet ihr zu den blogs eine kurzbeschreibung. sollte sich jemand nicht wiedererkennen, dann  darf er das deklarieren.

ein herz für blogs #3

an der aktion von uarrr teilnehmen? ach, habe ich doch nicht nötig, lege ich kurzerhand die füße hoch und warte darauf, gefunden zu werden? ähm, nein. es geht nicht um mich. es geht um die kleinen oder großen texte, die andere hier verfassen. die texte und bilder, die mich berühren, die mich aufwühlen, bei denen ich tränen lache, schmunzele, vor wut über ungerechtigkeiten schnaube, die einblicke in die welt gewähren, wie sie so nur selten zu finden sind, wo man mitfiebert, wo man mitgerissen wird in fremde leben, die dir für kurze zeit so richtig auf die pelle rücken oder dich tagelang nicht wieder loslassen.

und vorhang auf bitte für eine kleine alphabetische auswahl meiner blogschätze: bin3saw lenkt mit seinen makroaufnahmen die aufmerksamkeit auf kleinigkeiten und schönheit des alltags, in aller schärfe und unschärfe. emily’s blog entführt uns mit erfrischender herzlichkeit in ihren oft schreiend komischen alltag. HFs libreta versorgt uns zwar spärlich, dafür mit um so pointierteren beobachungen. mindestens eben so selten bloggt auch rzeng in seiner dachgeschoßbude, was sich allerdings äußerst vorteilhaft auf seine verdichteten, anmutigen texte auswirkt. unbedingt sollte man auch mal die wissenschaftlich getestete stabilität von spinnennetzfäden ausprobieren: hilde kratzt sprach/musikalisch an ihrer (und hochgradig ansteckend an meiner) empfindungswelt rum. mit einer prise satire würzt tom seine texte, die er aus einem sozialromantischen blickwinkel beschreibt. und da habe ich doch noch ein z wie zynästhesie – einfallsreiche textkompositionen von bee, in denen man sich nur seeehr ungern als dargestellter wiederfindet. schön fies.

mehr gern gelesenes findet sich in der blogroll.

blogparade: fensterfotos (2) oder heute gibts gipsmops

neonpinkfarbiges stencil. sticker auf einer preßspanplatte hinter dem zerbrochenen fenster einer tür in der bornaischen straße.

manche dinge gefallen mir auf anhieb so gut, daß ich nichts, was dagegen spricht, daran finden kann. und so hatte ich im april die abwegige idee einer blogparade mit ungewöhnlichen fensterdekorationen, die – nun ja – auf wenig resonanz stieß. ich möchte das gar nicht darauf schieben, daß fotografieren nun mal arbeit macht, ein blogbeitrag nun mal zeit kostet und es auch nicht mal einen blumentopf zu gewinnen gab. ich könnte es auch damit begründen, daß ich in meinen anfangszeiten des bloggens eher kommentarschüchtern war und ich wohl nach außen hin vielleicht dementsprechend maulschreibfaul gewirkt habe. was man nicht als ignoranz sehen sollte, sondern eher als das verhalten einer sehr vorsichtigen beobachterin, die sich nur langsam an die materie der blogosphäre herantastete und manchmal wohl auch etwas einäugig. und auf einmal ist der knoten geplatzt. hier rockt es im kommentarbereich, worüber ich erstaunt bin und ich denke, es ist doch schön, wenn man die sache auch etwas unbefangener angeht als bisher. und die entdeckungen sind erstaunlich, die themenvielfalt auch, die reise lange nicht beendet.

tom war einer der ersten, der hier in gewisser regelmäßigkeit vorbeischaute und seine meinung offen kundtat. und er war auch allein auf weiter flur, als es um die teilnahme an der blogparade ging. also nicht nur wörtlich, sondern auch in der ausführung. nicht nur deswegen fühle ich mich ihm verbunden. es gibt viele überschneidungen in den ansichten. sein gelegentlicher hang zur melancholie, sein lachen, wenn die welt auch durchzudrehen scheint…

aber nun zu seinen fotos. freilich belegen toms fotos die plätze eins bis vier. fragt sich nur, in welcher reihenfolge. seinen beitrag kann man hier nachlesen. und hier kommen seine bilder, für die die blogleser gerne ein votum abgeben dürfen:

(cc) tom

diese glastür ist natüüürlich ein bodenlanges fenster. ob der mops wohl seinen gipskumpan bespringt? nix da, nur stoisches wegäugen.

(cc) tom

mein persönlicher favorit. wer karriere machen will, muß schon auch mal einen langen hals machen.

(cc) tom

(cc) tom

der punkpapagei aus plaste wird niemandem etwas nachplappern. oder hat der eine batterie auf der rückseite und ist am ende doch nur eine plauderpuppe?

die spielenden kinder scheinen auf besseres wetter zu warten oder freundlichere nachbarn, die ihnen das kindsein nicht mit schildern verbieten.

tonari hatte angekündigt, die idee in ihrem blog aufzugreifen und ich bin auf ihre schnappschüsse aus berlin gespannt. jetzt habe ich mir ihren blog doch mal genauer angeschaut und festgestellt, daß der besuch in dresden nur eine stippvisite war :oops:.

ich werde die idee auch in gepflegter unregelmäßigkeit verfolgen und weitere fotos veröffentlichen (siehe hier, dort und der beginn).

ein herz für blogs

ein herz für blogs geht in die dritte runde! dieses mal am dienstag (25.5.) unter der ägide von uarrr, bei dem ihr auch alle details nachlesen könnt: wie, was, warum. ich werde mich wieder daran beteiligen. nicht, weil ich linkgeil bin, ich verstehe nämlich von diesem ganzen seo-kram überhaupt nüscht und möchte mich auch ungern in die materie einlesen. ich unterstütze diese aktion, weil blogs leider immer noch in der öffentlichen wahrnehmung und vor allem von einigen printjournalisten gerne kleingeredet werden, so als dümpelten beim blogschreiben alle in einem morastloch vor sich hin, als würde man nur von ihnen abschreiben, als würde man sowieso auch nicht wissen, was eine gründliche recherche ist. blogger stehen unter dem ruch des halbwissens und manche journalisten hätten doch so gerne die wahrheit für sich gepachtet (solche artikel schrecken schon in der überschrift jeden vernünftigen leser ab: … wie es wirklich war, *würg*).

in blogs steckt so viel liebe, so viel arbeit, so viel mitteilungsbedürfnis, so viel kennst du das? oder geht es dir auch so? oft werden persönliche geschichten erzählt, die welt bissig kommentiert, jeder stein wird umgedreht. schmallippig und wie mit einer kneifzange angefaßt, werden die urheber neuer impulse noch immer von etablierten medien zitiert. die frage, wer eigentlich mehr informationsmüll produziert, muß jeder für sich selbst beantworten.

bei dieser blogaktion gibt es viele, kleine, gute blogs auch außerhalb von wordpress zu entdecken. das weckt natürlich meine neugierde. sehr wahrscheinlich wird das eine oder andere blog den weg über meine gefühle beim lesen in den reader finden. und die, die schon mein interesse geweckt haben, kann ich ohne langes federlesen weiterempfehlen – als ausdruck meiner wertschätzung.

launisches

diese schrillfarbige schild prangt an einem zum kiosk umgebauten bauwagen im richard-wagner-hain. nun, am 1. mai war das wetter gar nicht so schlecht, vermutlich dann wohl die laune oder aber die störende zusammenrottung von punks mit sterni und mitgebrachtem grill auf der wiese. jedenfalls ist der standort günstig an der flaniermeile im park gelegen, weniger günstig sind die dort angebotenen biowaren. da kann sich der spendable ausflügler für 3,50 euro eine bionade die durstige kehle herunterrinnen lassen oder aber lechzend weitertapsen. je nachdem, was das portemonnaie eben so hergibt. die hohen preise sind wohl ein ausgleich für den verlust durch wetterunbillen und miesepetrigkeit.

und weil ich heute selbst so ein bißchen magengrimmig und mißgelaunt daherkomme, möchte ich mich gar nicht weiter darüber auslassen, sondern einfach mal wieder ein paar andere blogs, die ich auch ganz gerne lese und anschaue, in meine blogrolle aufnehmen. traumhaft schöne fotos sind im blickdicht fotoblog zu entdecken. HFs libreta hingegen bringt mich mit seinen pointierten notaten zum nachdenken oder schmunzeln. kann ich beide wärmstens weiterempfehlen.

morbides und goldjungs

Diese Diashow benötigt JavaScript.

ich war ja nie in der blauen trude, als es den schwulen- und lesbenklub in der katharinenstraße noch gab. aber diese muskulös gestählten goldjungs mit diskokugel und riesenflaschen könnten durchaus überreste des klubs sein. auch der dritte glitterboy im schaufensterverbund hinterläßt eher den eindruck, dem körperkult nach dem vorbild der klassischen antike zu frönen.

wie man an den anderen beiden fotos erkennen kann, sind leipzigs ladenfenster nicht nur während des wave-gotik-treffens mit devotionalien des totenkults dekoriert. so findet man im schaufenster des karaokeklubs zum kakadu am roßplatz diesen totenschädel mit kopfhörern, dazu das gute, alte röhrenradio und ein tonbandgerät, die dinosaurier unter den geräten für den musikliebhaber. das erinnert mich daran, wie viel geld ich 1988 für meinen ersten monokassettenrekorder ausgegeben habe und wie viele stunden ich mir damals radiosendungen auf dt64 anhörte, um ein bißchen undergroundmucke (sandow, feeling b, herbst in peking – falls überhaupt noch jemand systemkritische ddr-bands kennt) auf magnetbänder zu bannen. analogtechnik mit allem, was dazu gehört: rauschen, knistern, bandsalat. sorry, kurzen flashback bei der suche nach den ollen songs auf youtube erlitten…

im schaufenster der absintherie in der katharinenstraße gibt es dafür das kontrastprogramm: ein skelett mit kuschligem fleecehoodie sowie umgelegtem galgenstrick. und das waren jetzt nur ein paar der ganzen kuriositäten, die ich in den vergangenen zwei wochen in fenstern geknipst habe. vielleicht bekommt doch noch der/die eine oder andere lust, sich an der blogparade zu beteiligen. sind ja noch lockere 14 tage bis zur deadline.

update: tut mir leid, zwischendurch mußte ich noch am artikel basteln, weil wohl nicht alle bilder sichtbar waren. beim bildupload scheint heute der wurm drin zu sein. jetzt habe ich so lange vergeblich dran gefrickelt, daß ich den beitrag schließlich gelöscht und neu angelegt habe :roll:.

blogparade: fensterfotos

nun betrete ich wieder einmal bloggerneuland, nachdem ich nach einem dreiviertel jahr endlich herausgefunden hatte, wie man videos nicht nur verlinkt, sondern in den beitrag integriert. ich gebs zu: manchmal mag ich mich gar nicht so mit den technischen details beschäftigen, aber wenn ich gerade einmal zeit habe, so wie jetzt, kann ich ja einiges ausprobieren. zwei diashows sind auf diese weise entstanden, wobei mich brennend interessieren würde, welchen fehler ich mache, daß die bildunterschrift nur unter dem ersten foto angezeigt wird. der rest wird einfach als datenmasse geschluckt *maul*.

jedenfalls hatte ich schon lange vor, eine fotoserie über außergewöhnliche fensterdekorationen zu beginnen. ich finde es einerseits faszinierend, abends in die erleuchteten wohnungen zu schauen, deren einrichtung tagsüber ja meistens im dunklen liegt oder die durch spiegelungen nur schemenhaft zu erkennen ist. und dann male ich mir in meinem gedankentheater aus, wer dort wohl wohnen könnte. andererseits stellen die bewohner und ladenbesitzer oft die skurrilsten sachen auf ihren fensterbrettern und in den warenauslagen zur schau. da heute das wetter wider erwarten wesentlich sonniger als angekündigt war, habe ich während meines genesungsspaziergangs zum krankenhaus in connewitz, wo ich mir noch die zehn euro notfallgebühr abholen durfte, so ziemlich alles querbeet gesehen: von kitsch über abstruses und kunst bis hin zum aberwitzigen. ich bitte auf schnöde blumen-, oster- oder weihnachtsdekorationen bei der auswahl für den eigenen beitrag zu verzichten. denn es sollte sich schon vom gewöhnlichen irgendwie abheben.

also die regeln sind ziemlich unkompliziert, soweit ich das als blutige anfängerin einschätzen kann.

1. fotografiert maximal 5 motive in schau/fenstern.
2. erstellt möglichst nur einen beitrag mit dem/den foto/s.
3. verlinkt auf diesen beitrag mit ping- oder trackback.
4. wenn das nicht funzt, meldet euch per kommentar.

sollte ich irgendetwas grundlegendes vergessen haben, bitte ich um hinweise. deadline 14. mai 2010, dann kann ich mich am ersten maiwochenende an einer slideshow und der auswertung austoben. den aufruf zur blogparade findet ihr nun auch hier. so, nun wünsche ich viel spaß bei der motivjagd. und es folgen meine schnappschüsse:

klappe zu, plüschhund unsichtbar: im kellerfenster eines besetzten hauses in der simildenstraße.

maus vor einer falle in einem schaufenster in der kochstraße.

blindfenster mit gußeisernen zäunen in plagwitz.

schaufensterinstallation mit stofftieren in einem laden in der kochstraße.

beine einer modepuppe in einem fenster in der dölitzer straße.

jubiläen

ddr-neonschrift an einer fassade in der windmühlenstraße in leipzig

tage der ge/denkwürdigkeit sind oft auch mit merkwürdigem verbunden, mit dem vergessen, dem verblassen, dem erinnern, dem beschönigen, dem feiern. dazu eignen sich geburtstage, verpaarungstage, staatsfeiertage, firmengründungen, dienstbeflissenheit… derer anlässe böten sich gar viele. ich gehöre eigentlich eher zur fraktion der ignoranten vorgeblich wichtiger termine. den geburtstag feiere ich eher im kleinen kreis, um mich mit von mir geschätzten personen zu umgeben. der 3. oktober ist eben ein freier tag, nicht mehr und nicht weniger. und beinahe hätte ich also auch mein einjähriges blogjubiläum verschwitzt, hätte nicht gestern jemand mal auf meinen ersten beitrag hier geklickt und ich daraufhin mal nachgeschaut, wie laaange das eigentlich schon her ist. ich wundere mich selbst über meinen langen atem, weil ich normalerweise schnell mal eine idee wieder fallen lasse. aber hier habe ich offenbar meinen eigenen nerv getroffen, mich an das wortfinden gewagt, das sonst so oft nur in mir selbst dumpf nachhallt, jetzt aber die tiefere auseinandersetzung sucht und manchmal findet.

ich danke allen, die hier so regelmäßig hinklicken wie sie zur kaffeetasse greifen und dann auch noch meinen gedankenwust manchmal zu ordnen wissen, die mich zum schallenden lachen bringen, weil sie selbst einen ähnlichen hang zur komik haben, wenn sie hier kommentieren oder mit ihren eigenen beiträgen denkanstöße geben. ich habe wirklich viel spaß mit euch! die erbsenzähler mögen mir verzeihen, daß ich wie immer keine öden zahlen aufliste. das ist hier und wird hier kein verkaufsplatz für wortwaren (bpsw. eine bankerblase: 1+1=4), so viel weiß ich schon.