Archiv der Kategorie: krempel

nichts zum anhimmeln

Diese Diashow benötigt JavaScript.

neulich hatte ich bereits von meinem besuch auf der alten messe in leipzig einige bilder gezeigt. aber der weithin sichtbare goldene turm mit dem roten stern auf dem sowjetischen pavillon war eigentlich das einzige, was mich als fotomotiv ursächlich gereizt hatte. daß daraus dann eine dreistündige fotosession wurde, ist eine andere geschichte, die mit meinem fotografischen sehenlernen zu tun hat, das sich in details verlor, die ich gelegentlich hier mal wieder einstreuen werde. das achilleion wurde 1923/24 nach dem entwurf von oskar pusch und carl krämer gebaut, im 2. weltkrieg beschädigt und die als sportpalast genutze messehalle 1950 in der der ddr mit drastischer sowjetisierung der architektur wiedereröffnet. der portikus erhielt eine verkleidung im zuckerbäckerstil, dem überzeugungstäter aus politischer verblendung diese monströse, diktatorische krone aufsetzten. stalins hang zur gigantomanie ist hinlänglich bekannt und wird besonders deutlich, wenn man sich einmal die maße auf dem entwurf für den sowjetpalast (Дворец советов) in moskau ansieht. der sollte ganze 415 m hoch werden, wovon alleine bis zu 75 für eine riesige leninstatue vorgesehen waren. dafür wurde 1931 die erlöserkirche gesprengt, dann irgendwann das bauvorhaben aufgegeben, ein schwimmbad gebaut und schließlich im jahr 2000 die wiederaufgebaute christ-erlöser-kirche eingeweiht. der sowjetische pavillon steht heute leer, während daneben ein westlicher supermarkt mit rot-blauem logo kunden anlockt. ein merkwürdiger zufall, daß kurz nach meiner ankunft gerade ein rettungshubschrauber zwischen den beiden höhenvermessern im bild auftauchte.

übrigens: anhimmeln wirkt irgendwie immer versteifend. im nacken. im verhalten. und sonstwo.

dies ist mein wochenbeitrag zum projekt: „krempel, chaos, alte schätze“ von blechi, er taucht ein bißchen in die ostdeutsche geschichte ein. ich bin gespannt, wie lange der turm dort noch als mahnmal prangt.

Advertisements