Schlagwort-Archive: rechtschreibung

sprachfieber

da kann ich mich doch gleich hypochondrisch auf’s sofa schmeißen, wenn ich die hitzige, kränkelnde lampe angeschaltet habe. eigentlich heißt das material wohl glasfaserverstärkter kunststoff (gfk) bzw. fiberglas, nur hierzulande wird auch gerne mal noch ein e dazu gegeben. ein handyfoto mußte vorgestern aus bekannten gründen reichen.

Advertisements

böse sprachfallen

eigenwillige rechtschreibreform der streetartkünstler, aufgenommen im dösner weg in leipzig. da geht doch noch was (besser).

für meinen geschmack ein bißchen zu viel ringel-s. da war wohl jemand ganz scharf… immerhin schreibt er/sie das pseudonym richtig und nicht denndahgel.

mehr sprachkolumnen von mir findet man z.b. hier und dort oder mit dem schlagwort „sprache“ in der sidebar. im forum von korrekturen.de bekommt der reformiert sprachverwirrte hilfe. sehr nützlich ist auch die seite mit den beliebtesten bzw. häufigsten rechtschreibfehlern. und immer wieder unterhaltsam und lehrreich der zwiebelfisch von bastian sick.

begriffenfeldt: ei dohnt spiehk inglisch

kurz angebunden zeigen sich diese wortfetzen an einer tür vom haus des buches (sic!) in leipzig, wo nicht immer in vollständigen sätzen geschrieben wird.

wenn man so gaaar kein englisch kann, ist selbst googles automatische rechtschreibkorrektur bei bestimmten suchanfragen total überfordert. ich habe gestern nacht tränen gelacht und weil es so spät war, ins kissen beißen müssen, als ich endlich verstand, welchen buchstabensalat guido westerwelle (oder sollte ich die anfrage doch gerechterweise günther oettinger zuschreiben?), hier lautsprachlich aufs frisch gebohnerte parkett gelegt hat.

sex veb kam

na, was suchen die wojöhre (das schrieb hier tatsächlich jemand in einem kampfkunstforum) bloß? einen ddr-sexbetrieb, der kam, sah und ging? vermutlich hat google.de ähnliche probleme mit der französischen verhohnepiepelung von sprache. wenn jemand noch andere beispiele hat, immer her damit.

bus, busse, busen und buße – netzfund

bild-11

das kreuz mit der deutschen sprache beklagte schon mark twain in seiner kurzgeschichte ‚die schreckliche deutsche sprache‚. leider ist oben aufgeführtes beispiel kein einzelfall. im deutschen sind die unsicherheiten zu den schreibweisen s, ss und ß nach wie vor stark verbreitet. daran hat die rechtschreibreform rein gar nichts geändert. konrad lischka gewährte uns heute in seiner sammlung auf spiegel-online einblicke in die skurrilen netz-vertipper. ich habe das beispiel heute mit dem wunsch an ihn geschickt, beim spiegel eine neue rubrik der sinnveränderung durch rechtschreibfehler einzuführen.

im schweizerischen existiert kein ß. deshalb sieht das ‚gebüßt‘ (gebüsst) für deutsche leser recht ungewöhnlich aus. das heißt aber noch lange nicht, daß busen jetzt sitzkissen haben, allenfalls polsterungen (wonderbra & co bzw. naturgegeben). busen ist immer noch die vertiefung zwischen den brüsten der frau. und wenn der busen allzusehr bebt beim essen, können auch schon mal krümel im dekolleté landen. oder hat der schreiber gar an busen mit silikonkissen gedacht? naja, es ist frühling, da können die hormone schon für sprach- und sonstige verwirrung sorgen.

nur noch diese kleinlichkeit: der plural von ‚der bus‘ lautet ‚die busse‘. und die buße (im religiösen wie im rechtlichen sinn) wird auch nach der schreibreform mit ß geschrieben. im schweizerischen ist der wortsinn durch das fehlende ß so gut wie gar nicht mehr auseinanderzuhalten, wenn nur ein einzelnes wort betrachtet wird. ich werde busse tun? nein, büßen muß ich.

ps: der beitrag ist in alter rechtschreibung verfaßt. ich bin ß-fan.

schreib:weise:n

sprachmutationen kann man ohne große mühen überall entdecken. in diesem fall war es mal wieder ein schau:fenster in berlin-friedrichshain. könnte man das sprechen doch nur anschauen. würden gewiß noch mehr fehler auf bis dato unbeflecktes papier oder in textdateien geschrieben.

microsofts rechtschreibprüfung bietet nach wie vor kurioseste korrekturvorschläge an – bspw. verändert er die länderabkürzung ‚fra‘ (frankreich) immer mit autokorrektur in ‚frau‘ – leben wie die göttin in frankreich  – ka:lauert es in mir. aus dem nachnamen büschelberger bildet word eben frau bügelbrett (ob die dame flachbrüstig oder nur hausfrau ist, kann das programm nicht verraten). übersetzer haben für die unfreiwillig entstehende wortkomik den begriff cupertino-effekt aus den korrekturvorschlägen der textsoftware übernommen. auch die abkürzung für desoxyribonukleinsäure (dna) verwandelt die software ungefragt in ‚dann‘. freilich könnte man diese ach so ungebräuchliche verknappung auch manuell dem benutzerwörterbuch hinzufügen. nur ist ‚dna‘ bei weitem keine neue wortkreation! und die dudenredaktion schafft es ja schließlich auch, jährlich neue begriffe abzudrucken.

was aber tun, wenn man schriftsprache und gesprochenes wort nicht mehr trennen kann? im duden nachschauen – wäre mein erster tip (ich benutze übrigens nicht regelkonform die alte rechtschreibung!).  mein nächster tip – falls kein nachschlagewerk in buchform zur hand sein sollte: im internet suchen! und dabei auf die seriösität der quelle achten!

und hier nun das corpus delicti:

dounat

dounat! nicht fisch, nicht fleisch, ein pfannkuchen! – wenn auch schwer zu erkennen. es gibt zwei mir bekannte schreibweisen des wortes: donut oder doughnut. die oben abgebildete ist nicht mal denglisch/germish. möglicherweise einfach lautsprachlich, aber dann hätte ich vermutlich eher diese variante gewählt: ‚dohnat‚. der schreiber erinnerte sich offenbar dunkel an die buchstabenkombination ‚ou‘ im wort, ‚g‘ und ‚h‘ sind überflüssig, weil unhörbar. und warum sollte man das englische ‚u‘ nicht mit einem ‚a‘ transkribieren?

warum nicht? andere verwirren? aber wenigstens hat das abschreiben perfekt geklappt: beck’s (auf dem foto sogar in großbuchstaben und sogar mit apostroph!). das verdient ernsthaftes und goldiges lob…