Schlagwort-Archive: feldberger seenlandschaft

erntezeit

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was macht der durchschnittliche großstädter auf dem land, wenn erntezeit ist? er glotzt erstaunt den mähdreschern hinterher, die auf dem durch die grundmoräne sehr unwegsamen feld ihre runden nach einem bestimmten, für ihn nicht nachvollziehbaren schema drehen. in der luft liegt ein herrlicher geruch nach frisch gemähtem stroh und durch die luft schweben kleinste strohteilchen. diese riesen mähdrescher von john deere scheinen im ersten moment recht behäbig, sind aber im vergleich zu dem, was ich aus ddr-zeiten noch kenne, eine echte technische entwicklung. nur ein paar zentimeter des getreides bleiben am feldrand stehen. das schneidwerk rasiert das feld ab, als ob es sich um eine trockenrasur im gesicht handele. das gerstenfeld bekommt einen borstenschnitt. über den mähdreschern kreisen die greifvögel. beim wenden der schweren erntemaschinen wird die schneidewalze kurz angehoben und der mähdrescher scheint sich auf der stelle drehen zu können. in nur acht stunden haben zwei dieser kornfresser ein riesiges feld abgeerntet und sind nicht in den moorlöchern, das sind die grünen oasen im feld, gelandet. wäre der lärm dieser kolosse so ohrenbetäubend gewesen und die menge der winzigkleinen fremdkörper im auge nicht so hoch (*heul, augenreib*), hätte ich stundenlang dabei zuschauen können, wie die ernte eingefahren wird. das feld wird im september wohl schon wieder mit wintergerste neu bestellt. sommergerste wird übrigens entweder zum brauen verwendet, prost, oder als „cerealien“ ins müsli gemischt. bei mir gibts allerdings meistens dinkelpops.

impressionen lennépark krumbeck

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ein park ist ein park ist ein park? nein, ganz so einfach macht es uns die sprache und der menschliche hang zum künstlichen und zur zweckentfremdung ja nicht. auf dem heimweg aus dem urlaub fragte ich mich, warum es wohl autopark und parken heißen könnte. oder warum man etwas so unnatürliches wie chemie mit dem wort park verbindet (chemiepark klingt für mich absolut unpassend. ich muß automatisch an den schwefelgeruch denken, der mich zu ddr-zeiten bei der zugfahrt durch die umwelthölle bitterfeld-leuna umwaberte). aber, so lese ich in meinem etymologischen wörterbuch, das wort hat anfang des 18. jahrhunderts eine wandlung vom ursprünglichen „eingeschlossenen raum; tiergehege“ und abgrenzter grünanlage hin zur für mich herabgestuften bedeutung eines sammelplatzes vollzogen. park ist also nicht lediglich ein ausdruck für den mangel an natur im städtischen lebensraum, der vom menschen als erholungsgebiet nach der zerstörung durch bebauung und raubbau wiederhergestellt wird, sondern auch einfach etwas eingezäuntes, von der normalen umgebung sich durch andersartigkeit abhebendes.

nichtsdestotrotz kann ich den lennépark im mecklenburg-vorpommerschen krumbeck für mich in das, was ich im engsten sinne als park verstehe, wunderbar einordnen. die weitläufige anlage verfügt über die typischen sichtachsen des landschafstarchitekten peter joseph lenné, nach dessen plänen der gutsbesitzer ulrich otto von dewitz 1832 die anlage gestalten ließ. teiche und bachläufe durchziehen das gebiet, seltene baumarten, so selten, daß ich nicht sagen kann, welche bäume ich da fotografiert habe. schade, daß es keine beschilderung gibt. leider konnte ich nur einen teil sehen, da meine mutter und ich uns leicht gehgeschädigt zeigten (obwohl ich mich, wenn ich alleine gewesen wäre, sicher wieder im eiltempo durch das gesamte gebiet geschleppt hätte). viele der bäume sind knorrig gewachsen, ineinander verschlungen. manche stämme haben einen gigantischen umfang. erst nach der wende haben die erben des fideikommissherren dewitz den landschaftspark wieder aufgeforstet, marode brücken erneuert und die wege wieder angelegt, die zur familiengrabstätte auf einer insel leiten. das gutshaus wurde ebenfalls saniert. im park weiden ökoschäfchen. nebenan befindet sich ein gestüt, wo gleich mal ein hengst auf der pferdekoppel die rangordnung festlegte *aua*. die dorfkirche wurde im 14. jahrhundert aus feldsteinen errichtet. leider nicht fotografiert habe ich einen hausbriefkasten in kuhform. auf dem land komme ich mir nämlich schnell mal wie ein spanner vor. und so sicher kann man sich da nicht sein, daß man nicht hinter den gardinen unsichtbar beobachtet wird… der park ist ein herrlicher ort der ruhe, wenn nicht gerade ringsherum die mähdrescher und traktoren heulen. überall findet man ein schattiges und fast vollkommen ungestörtes plätzchen zum ausruhen.

licht aus! spot an!

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auch wenn da oben gelegentlich einer scheinwerferstrahlen auf die erde gerichtet hat und den himmel in eine düstere front verwandelte, alles waberte an mir vorbei. es war, als ob die wolken sich nur aufballten, um dramatisch auszusehen. frau wortfeile eilte mit allem wasserempfindlichen ins haus, um es vor schäden zu retten. nun ja, diesen weg hätte sie sich auch sparen können. die wolken teilten sich scheinbar genau über dem haus. aus weiter entfernung grummelte und blitzte es träge, einschläfernd. abends tauchte die untergehende sonne alles in ein warmes sommerlicht, mal in rosé, mal in glutrot, mal in orange. die wolken waren nur da, um eine leichte unruhe am himmel zu erzeugen, dennoch nichts wirklich beunruhigendes.

im feldberger seenland gibt es zahlreiche seen, mal mit glasklarem wasser, mal nach dem eingesickerten dung der umgebenden felder müffelnd. besonders gut ist die wasserqualität des waschsees bei mechow, des zansens, des schmalen und breiten luzins. alle seen sind von mehr oder weniger dichten schilfgürteln umgeben, badestellen rar oder gut versteckt oder in privathand (*wtf*). am zansen erlaubte uns der mitleidige nachbar eines bootshauses, den badesteg, der zu einem ferienhaus gehörte, zu benutzen. herrliches wasser. und der bootshausbesitzer hatte einen göttlichen humor, mit dem er seine weniger amüsierten enkel bedachte. moppelenkel eins steht bibbernd auf der wasserleiter und ziert sich davor, weiter als bis zum oberschenkel in den see zu steigen, der wahrlich lauwarmes wasser hatte. opa: nun hab dich nicht so. die nächste eiszeit wartet nicht auf dich. am see schallt jedes wort so schön zurück. frau wortfeile hatte also kostenloses kabarettprogramm. dann wechselte das gesprächsthema zu den zeugnissen. enkel zwei gestand eine mittelprächtige note. opa: ich war nur in musik gut. außerdem war ich zwar zehn jahre in der schule, aber immer in der ersten klasse. frau wortfeile rang im wasser gegen innerlich gurgelnde lachkrämpfe. sie wollte ja nicht die bleierne ente geben.

den versteckten zugang zum breiten luzin kannten mehrere leute. wir waren znächst alleine. ich wollte nicht mehr ins wasser, stolperte ein bißchen am ufer entlang und blickte plötzlich auf eine ringelnatter im wasser. war ich vorher eher unentschlossen, hatte ich nun gar keine lust, mehr als die beine mit den mückenstichen zu kühlen. mutter und schwester verschwanden wie erschaffen und ohne badetütü im wasser. wortfeile hörte ein auto nahen. und es parkte ein kleintransporter mit berliner kennzeichen, in dem eine kleinfamilie mit halbwüchsiger tochter zum badeangeln anreiste. aus dem auto hörte ich den obligatorische berlinbeat: paul kalkbrenners album berlin calling. meine mutter bemühte sich hörbar im wasser um peinlichkeit, weil sie mich mit dem handtuch zum schamschutz ans ufer beorderte. meine schwester hatte nicht die beste sicht, weil weit rausgeschwommen und rief  ebenfalls weit hörbar: das sind doch nur zwei frauen. ich grinste in mich hinein. hatte ich den vati doch schon mit dunklem baß muffeln hören, daß er jetzt so lange auf die badenixen warten müßte, bevor er endlich zu seinem angelvergnügen käme. die berliner weiblichkeit begab sich ans ufer und verlangte alsbald vom vati filmische verewigung, wenn sie so graziös wie elefanten ins wasser rennen würden und ach ja, so gaaar nicht wasserscheu. vati kam ans ufer, packte eine minicam aus, maulte über das doofe gegenlicht, die beiden badenixen kamen rennend bis zur hüfte, kreischten und bespritzten sich dann filmreif mit wasser. hach, schöööne urlaubsbilder. gaaargargar nichts gestellt. und die tochter gründelte mit einer taucherbrille am ufer entlang. ich mußte immer wieder an die schlange denken. ob ich sie wohl laut erwähnen würde? ich biß mir auf die zunge. leider geschah keine begegnung der dritten art. hätte ich doch vati so gern in heldenrolle gesehen.

als nächstes packte unser safarimann in khakikleidung (neuware aus dem anglershop) ein grasgrünes plastikboot aus dem kleintransporter. alles gaaanz alleine und mit viel gemurre. dann zerrte er das ebenfalls neue, kratzfreie schiffchen ans ufer und trotz hilfsangebots schrill schürfend über drei große steine ins wasser. ach naja, die paar lackkratzer. gebrauchsspuren sehen irgendwie nicht immer abenteuerlich aus. die kann er ja dann mit seinen ebenfalls stolzen freunden übermalen und dabei anglerlatein zum besten geben.

un/verblümt

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diesen post könnte ich genauso gut unter das motto heiteres blumen- und pilzeraten stellen. unter umständen ist das mit leichten risiken für leib und leben verbunden. also den eisenhut würde ich nicht zum verzehr empfehlen, während man die verwechslung von steinpilz und bitterling lediglich mit einer üblen geschmacksentgleisung der selbstgepflückten mahlzeit bezahlt. die kapuzinerkresse wird von manch dubios-hörenden menschen auch als cappuccinokresse bezeichnet. nun, ihr solltet mal kosten – das schmeckt nicht nach kaffee. von den ersten vier blumen kenne ich die namen nicht und hoffe, daß mir die floraexpertinnen unter die arme greifen, *büdde*!!! außerdem hatte ich ganz häufig den eindruck, daß mir die blumen ihre zunge rausstreckten, als ich sie fotografiert habe, vor allem das geißblatt (das riecht dafür betörend mild, ihm sei diese unverschämtheit verziehen), die lilien, die pusteblume und die gloria dei. was solls. ich hab trotzdem abgedrückt. wer keine blumenbilder mag, einfach weiterklicken. morgen gibts wieder was anderes ;-).

impressionen feldberger seenlandschaft (teil II): wildes tier/er/leben

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noch am morgen der abreise rangen auf einem heimatlichen salbeiblatt die frisch geschlüpften käfer unbekannten namens. frau wortfeile hatte nicht genug zeit, die balkonpflanze zu duschen. nun sind sie ausgeflogen, die letzten eier verschwunden.

während meiner reise begegneten mir viele andersartige wesen, meistens geflügelte, aber auch vierbeinige flinke, denen ich oft vergeblich hinterherjagte, die einfach zu flatterhaft sind oder ihre flug/runden in sicherer entfernung vom menschen drehen, dem verruchten jäger, sammler und störenfried. ich hätte so gerne ein teleobjektiv dabei gehabt… kann ich nicht ändern. oftmals war ich aber gar nicht schnell genug am apparat. und sich den wie ein tourist um den hals zu bammeln, ist ja bei der gartenarbeit dann doch recht störend. der marder ist einfach übers dach geflitzt, so schnell konnte ich kaum gucken. schade, schade! einiges hier gehört wieder in die kategorie cam unsharp von der freidenkerin.

ein paar dankbare tiermotive habe ich aber doch gefunden: u.a. die motten im dicken spinnennetz (nicht iiieeeh schreien, liebe emily, das ist hinter einer, nein zwei schutzscheiben aus glas), den türklopfer in löwenform (der war lange nicht benutzt worden, im dorf kommt der besucher nämlich immer noch einfach und ohne vorwarnung in den garten), der igel machte auch eine ziemlich gemütlichen eindruck (naja, schnecken sind auch keine wirklich rasendschnelle beute), die schnecke auf der kante des keramiktrogs absolvierte eine echte gratwanderung. ständig wackelte das haus bedrohlich und das ganze schneck drohte abzustürzen. schließlich schaffte sie es und kratzte kopfüber die kurve, nicht ohne eine schleimspur zu hinterlassen.

die rufe des kranichpaares haben mich eines morgens halb fünf aus dem bett gelockt. ich knipste durch die fensterscheibe, um sie nicht zu verschrecken, was dann aber recht schnell durch morgendlichen individualverkehr auf der plattenstraße erledigt wurde. also und dieser weimaraner, der hat auch einfach nicht stillhalten wollen. wackelte durchs dorf, als wäre es seines, jagt die nachbarskatzen, und sonst hütet er gelegentlich schafe. auch das äsende reh zeigte sich nicht gerade fotogen in anbetracht meiner annäherungsversuche. tja, und die greifvögel waren so weit weg, daß ich kaum zwischen milan, irgendeiner bussardart oder doch eher eine kornweihe (?) unterscheiden konnte. einer hatte jedenfalls bei der gerstenernte leichte beute auf dem acker hinter dem mähdrescher gesucht und gefunden.

die nachbarskatze stolzierte nahezu täglich mit einem maulwurf, einer feldmaus oder einer wühlmaus im maul an uns vorbei, guckte dabei etwa so: tja, ihr dummen dosenöffner, so zackig seid ihr nicht und so kleine pfoten mit scharfen krallen, die in kleinsten löchern wühlen können, habt ihr auch nicht. und wißt ihr, was euch außerdem fehlt? geduld und schleichfüße. ach, und vom moorwald muß ich unbedingt noch das krokodil fürs sommerloch nachreichen. die story wäre ja beinahe untergegangen. und da ich das wort niedlich äußerst selten verwende, für die kleine bunte raupe auf dem blauen pullover meiner mutter ist es ausnahmsweise angebracht. was sich allerdings daraus für ein schmetterling entpuppt, kann ich nicht 100-%ig sagen (vermutlich ein schlehen-bürstenspinner, vgl. hier). aus der schwarzgelben raupe wird wohl mal ein kleiner fuchs.

im garten gab es auch eine schwalbenflugschule für rauch- und mehlschwalben. dabei wird einem fast vom zuschauen federleicht und zugleich mulmig, wie schnell sie zwischen hektischem flügelschlag und sanftem gleitflug wechseln können. leider mußten wir eine junge rauchschwalbe erdbestatten. und die anderen ziehen bald nach süden. gute reise!

impressionen feldberger seenlandschaft (teil I): auf der flucht vor vampiren

aus einem viiiel kurzen, einwöchigen savannenurlaub in der feldberger seenlandschaft zurückzukehren, hat schon was düsteres. auf der hälfte der strecke fährt man durch berliner tunnel und weiß: vorbei die schöne zeit im arbeits-, ähm ferienlager, ähm, ach nein, ganz falsche ecke: uuurlaaaub. zu kurz die nächte, zu kurz die zeit, zu kurz das badevergnügen, zu kurz die allnachmittägliche siesta, zu kurz die zeit, um 2000 qm grundstück am bauernhaus wieder ansehnlich zu gestalten, zu weit weg mit der kleinen knipse von den majestätischen tieren. das herz eine endmoräne. draußen keine eiszeit. aber das hirn will nur eins: erfrischung. immer wieder. die sonne kracht aufs mobile glasblechgehäuse bei der fahrt in richtung süden. wohlgemerkt der von mitteldeutschland. innerhalb einer woche drei tropfen regen beim frühstück, die man galant ignoriert und nicht mal unter den sonnenschirm wechselt, die einfach auf der heißen haut trocknen.

da sieht man dann im auto schon mal aus wie eine mischung aus rennfahrerin, strandjunkie und yvonne jensen von der olsenbande. gesucht wird… blitzerfeindliche fahrerin. was der mitteleuropäer sich eben alles so einfallen läßt, um irgendwie mit der wärme und dem schweiß klarzukommen und dabei diese stimmung entwickelt: ist mir doch vollkommen egal, was die anderen denken, wie scheiße oder lustig das aussieht. hauptsache kühler und trockener, wenn auch nur minimal, aber… das ist jede mühe wert.

frau wortfeile lümmelt auf der couch rum und erholt sich von dem wechsel aus strapaziöser gartenarbeit (hab lange nicht mehr so vie unkraut gesehen und gezupft, natürlich alles in bücklingsposition oder kniend). und nun kühlt sie entweder ihr geschwollenes, rechtes knie oder aber die unzähligen mückenstiche, die sie sich am dienstag bei einem alleingang zugezogen hat. sie mußte dem gruppenzwang, ääähm der familienidylle kurzzeitig entfliehen, um nicht griesgrämig zu werden, denn manche menschen ändern sich einfach nicht mehr, sie werden nur älter. das internetkästchen verkündete bei kachelmann kühlere 26 grad  (die hübsch nach unten frisierten temperaturvoraussagen kann man hinter gittern auch schlecht korrigieren) und so stiefelte frau wortfeile gen wald. natüüürlich großstädtisch und nur halb vorbereitet und leicht orientierungslos trotz detailkarte. den ersten waldweg ignorierte sie, weil der so zugewachsen aussah. sie ging viel zu weit, ehe es ihr dämmerte, daß der erste weg, der richtige gewesen wäre und kehrte um.

und lief in den finsteren buchenwald mit den moorlöchern, wo die kraniche und fischadler nisten, die frau wortfeile aber dort nicht ausmachen konnte, weil sie so scheu sind, daß sie fernab von jedem weg und gut versteckt brüten. ein paar rehe flüchteten. eine schmeißfliege begleitete sie seit betreten des waldes. und bis zu ihrer rückkehr. roch frau wortfeile nun gut oder eher doch nicht? hmmm… die schmeißfliege fands offenbar lecker.

am boden sah sie unheimlich große, grüne, bemooste füße. na, der riese hatte sich aber laaange nicht mehr bewegt. uaaah, so alleine sieht man ja plötzlich komische sachen. und irgendwie bekommt man eine leise ahnung davon, was den grundstein für die märchenwelt gelegt haben könnte.

sobald die wortfeile stehenblieb, um ein foto zu schießen, kamen aber die kleinen blutsauger, ließen sich gaaanz gemächlich auf den unbedeckten hautstellen nieder und schlürften genüßlich meinen lebenssaft. irgendwie muß ich für die tiere ausgesehen haben, wie eine völlig degenerierte abart der walker, die mit ihren armen während des laufens um sich wedelt, statt stöckchen in den waldboden zu rammen und deren beine das tempo einer gejagten geherin beim rekordversuch vorgaben. endlich kam sie an der ruine der rothen kirche an.

frau wortfeile kletterte also unbedarft in den trümmern der kirchenruine herum, als sie durch diese große öffnung mit müden äuglein auf ein schild blickte, das ihr bewußt machte, in welcher leicht mißlichen lage sie sich befand.

das gestein über ihr und unter ihr könnte ohne jede vorwarnung ins rutschen geraten. oder geradewegs durch mein touristengetrampel ausgelöst werden. husch, stolperte ich zurück, nicht ohne durch brennesseln zu hüpfen, also weniger vor freude, sondern… ach, ihr wißt schon! nur um dann auch noch auf dem fluchtweg von hinterlistigen bestachelten brombeerzweigen in bodennähe zum stolpern gebracht zu werden *hmpf*.

hier sehen sie mein mitteleuropäisches, unpräpariertes bein nach einem besuch im wald inmitten des hochsommers. nach 27 stichen an einem bein vom fuß bis zum knie habe ich aufgehört zu zählen. warum werden beine eigentlich so schlecht braun, sondern kriegen stattdessen im sommenr rötlich-violette stichstellen, die ein bißchen an dalmatinerbeine erinnern?

im moment juckt mir so das fell, daß ich meine nägel wohl bald verbinden muß, um nicht bis aufs blut zu kratzen. das arme pferd, das ich in den letzten sieben tagen zunächst vorsichtig gefüttert und dann sogar einmal gestreichet habe, hat sich vor lauter fliegen- und bremsenpein sogar im sand gewälzt oder am baum gerieben. ein prächtiges pferd. egal, was es tut und wie es steht, liegt, galoppiert oder wie das alles in der reitersprache heißt. alldieweil es hier immer noch  dröge 30 grad sind und ich hundemüde bin, weil ich die heutige siesta mit kleider- und körperwäsche eingetauscht und  sofort vermißt habe, werde ich die blogrunden heute wohl nur kurz halten und auf morgen hoffen. lesen sie demnächst in dieser reihe: tiere auf der flucht oder pflanzen, deren namen ich noch nie wußte oder mir einfach nicht merken kann.