Schlagwort-Archive: medienkunst

musik für tiere

galerie potemka in schleußig, aurelienstraße 41

lacht nicht, das gibts wirklich (zur vergewisserung und vergrößerung einfach auf das bild klicken). ich mußte mir zwar auch die sonnengeblendeten augen reiben und guckte die tür zur galerie potemka ziemlich ungläubig an. aber das sind medienkunst-performances von marek brandt. der künstler kreiert sound-vidoe-scapes und bezieht dabei umweltgeräusche und landestypische tierlaute mit ein. alles klingt ein bißchen elektronisch-ironisch, aber am richtigen ort kann ich mir das gut vorstellen. ob es den tieren gefällt, kann niemand mit sicherheit sagen. aber sicher hinterfragt eine solche kunstform das verhältnis von mensch und tier.

von draußen dringen gerade – scheinbar höhnisch – lautstark streitende menschenstimmen in meine wohnung.

hier aber noch eine 2minütige kostprobe von einer performance im ungarischen pécs (die nachbarn hören sich dagegen unmenschlich an):

schwarz auf weiß

nicolas rossi: das perfekte argument, farbe auf toilettenpapier, 2009

das perfekte argument

die ganzheitliche befriedigung
nach der vollkommenen freilassung
des inneren bescheidwissens –
aus überzeugung.

argumentation nach maß:
unwiderlegbar und bestechend
ausgereift.

die struktur: sukzessive
aufbäumend, bis schließlich
im genau richtigen augenblick
das perfekte argument genannt wird.

einwandfrei ist es – und makellos
zudem. würdig, um als mitte und
zentrum der diskussionsfragmente
verstanden zu werden.

leider bin ich, was die geschickte rhetorik betrifft, oft ein spätzünder. die worte wollen in eile nicht fallen. sie gären im eigenen saft, bis die frucht zerplatzt, aber dann ist es meistens schon zu spät, die kommunikative öffnung versiegelt. ich sehe den im nebel verschwindenden rücklichtern hinterher. ‚geistesblitze‘ sind  mein donnergrollen. so sehr ich schlagfertigkeit in diskussionen bewundere und geistreiche gespräche schätze, in denen eine pointe die nächste jagt, so oft bleibe ich stumme unbeteiligte. denn das perfekte argument darf niemals angestrengt klingen. es erfordert spontaneität und hohes tempo, wo ich allenfalls schnecke bin. manchmal bin auch eine raketenschnecke, changiere – für mich selbst kaum nachvollziehbar – zwischen zeitraffer und zeitlupe. ich bin die inkarnation der verpaßten gelegenheit. und was ich verschlafen habe, weiß ich nicht. also bleiben nur leises bedauern und aufschreiben des ungesagten.