Archiv der Kategorie: serien

shoefiti goes to hollywood

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oh, naja, leiiicht übertrieben. nicht gleich nach hollywood, aber shoefiti hat immerhin eingang in die hbo-fernsehserie how to make it in america gefunden. das erste foto der slideshow zeigt einen baum mit darauf geworfenen schuhen inklusive kleiderbügel und cd am connewitzer kreuz in leipzig. die beiden screenshots stammen aus dem intro zur comedyserie und aus der finalen 8. folge. die erste staffel spielt in new york und handelt von zwei twens, die in der fashion-szene ihren amerikanischen traum verwirklichen wollen. klingt erst mal nach klischees: iiih, noch so ’ne weiberseriere, oder die typen in der modebranche sind doch eh alle schwul. mitnichten in der serienwelt wie auch nicht generell in der realität. hbo liefert zuverlässig den besten serienstoff, den die amerikanischen pay-tv-sender so zu bieten haben. und nichts anderes hatte ich eigentlich erwartet, obwohl die beschreibung sich nicht gerade wie der brüller las.

hier überzeugen die authentischen schauplätze, die szenen sind oft mit street art gespickt, subkultur ganz beiläufig, dazu ein fetter, cooler hip-hop-beat. und natürlich geht nichts so glatt wie die bügelfalten in der hose. kurze, erklärende szenen werden häufig mit schnellen fotoabfolgen dargestellt. unsere manchmal irreal schnellen bildwelten, fast wie statusbotschaften in sozialen netzwerken. die jungs legen so gar kein gespreiztes verhalten an den tag, die dialoge wirken natürlich, und fettnäpfchen wurden auch ausreichend aufgestellt. ich kann die miniserie absolut empfehlen, falls doch mal wieder regentage folgen sollten, was ich gar nicht wahrhaben will.

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musical killed the mystery

spoilerwarnung!

womit kann man auch noch den letzten nicht-mystery-serien-fan davon abbringen, die fox-serie fringe weiter zu schauen? man füge dem ganzen gedöns um das unerklärliche, die parallelwelten, das mysteriöse, das unheimliche, das monströse noch als süßliches sahnehäubchen und anzeichen der verwesung eine portion musical hinzu. die dramaturgie in den folgen 15 – 19 der 2. staffel schwächelte wie alte batterien vor sich hin, die einem kassettenrekorder nur noch quälend, leiernde musik entlocken. jede folge startete mit einem entsetzlichen fall, der irgendwie aufgeklärt werden mußte. wobei das gefühl der beliebigkeit in mir wuchs, es war kein raum mehr für überraschendes. der spannungsbogen verflachte, weil sich die folgen nach immer dem gleichen schema gestalteten. herrje, wenn die geschichten weiter so vor sich hin dümpelten, würde ich eben ein neues buch lesen. ich bin ja ohnehin nicht so der fan von science-fiction. scheinbar ging den schreibern der stoff aus. und so griffen sie für folge 20 – brown betty – tief in die mottenkiste.

man nehme einen bekifften, leicht tattrigen wissenschaftler, lasse ihn ein krimi-märchen erzählen, das immer wieder in die gewohnte serienebene überblendet, drehe den frauen ein paar ondulierte löckchen, den männern verpasse man einen fassonschnitt und einen öligen scheitel, dazu den look der frühen 50er und die technik der späten 90er, weil stilbrüche in einer science-fiction-serie zwangsläufig niemanden stören können, denn der inhalt ist ja das unmögliche. die szenen tauche man in sepia- und cyantöne (was man andernorts als film-noir-reminiszenz überbewertet und wofür sogar ein extra sw-trailer geschnitten wurde). ach ja, und wie schmelzen wir alle vor dem bildschirm dahin, wenn die schauspieler plötzlich knarre und laborbesteck gegen ihr mehr oder minder ausgeprägtes gesangstalent tauschen. klar hatten alle gesangsunterricht an der schauspielschule und mindestens einen persönlichen gesangslehrer während der dreharbeiten. das einzig gute an ihren musikalischen darbietungen war, daß sie die lieder nur kurz anstimmten und dann meistens recht schnell unterbrochen wurden. mich erinnerte das eher an eine mischung aus musikantenstadl und kuschelrock. klar muß so eine folge auch mal ohne getrickste schockbilder auskommen. aber das? für mich ist es der anfang des endes, das auch die serie ally mcbeal nahm, lediglich ein bißchen früher. ich tippe: eine staffel noch, und dann ist fringe nur noch eine randbemerkung in der serienhistory wert. oder  die serie hat nur mich als zuschauer verloren, was ich keinesfalls bedaure. noch trivialer kann es kaum werden.

the big bang theory oder die permutation von in & out

nichts kann existieren ohne ordnung. nichts kann entstehen ohne chaos (albert einstein).

spoilerwarnung! diese kolumne enthält einige hinweise auf den handlungsverlauf der serie!

unordnung, das ist nicht die typische welt des dr. dr. sheldon cooper, der schon mal einen leicht korrekturbedürftigen freundschaftsalgorithmus an einer tafel skizziert und dann debattiert, um seinen engen gesellschaftlichen dunstkreis von drei kollegenfreunden auf vier zu erweitern. als theoretischer physiker unzweifelhaft eine koryphäe, scheitert sheldon freilich in realiter. gleichermaßen geek und nerd wird sein leben in der fernsehserie the big bang theory bis ins extrem von darsteller jim parsons ausgespielt, darunter reihenweise liebenswerte bis sympathische spleens, ticks, manien, rituale. noch die kleinste veränderung seiner gewohnten umgebung löst eine kette von eloquenten wortgefechten mit seinem wg-mitbewohner leonard und seinen freunden aus, die mit anspielungen auf kulturelle und gesellschaftliche phänomene sowie mehrdeutigem sprachwitz gespickt sind. darunter blitzt ab und an eine ähnliche, unterschwellige kritik wie schon bei den simpsons hervor.

sheldon ist gewiß aufgrund seiner rolle als schroffe und asexuelle intelligenzbestie schnell zum serienstar erklärt geworden. das liegt sicher auch an der paarung von hochintelligenz und deutlichem empathiedefizit. ständig muß er über ironie und zynismus aufgeklärt werden, da er nicht in der lage ist, nonverbale zeichen oder schwankungen im tonfall richtig zu interpretieren. gelegentlich wird diese rollenanlage als asperger-syndrom rezipiert. (der seriencharakter bleibt dennoch fiktiv, weil er die verhaltensauffälligkeiten in zahlreichen nuancen symptomatisch und dramaturgisch verdichtet darstellt. ähnlichkeiten sind wie immer rein zufällig.)

sheldon verkörpert den geist der wissensgesellschaft und der generation digital natives. zwar gehört politik offenbar nicht in sein weltbild, dafür computer- und konsolenspiele, internet, comics, modelleisenbahnen, fremdsprachen und science-fiction-filme, alles was man eben so in den eigenen vier wänden ungestört konsumieren kann. sobald das unberechenbare von außen in seine innere welt eindringt, gerät er aus dem gleichgewicht und entwickelt ständig neue strategien, die innere ordnung vor dem eindringen des chaos zu bewahren. steht alles an seinem wohlüberlegt zugeordneten platz, mault er nur noch über das essen oder seine umwelt. so aufgeschlossen er gegenüber neuem wissen erscheint, ist er umgekehrt nahezu vollkommen in sich verschlossen, kontakt- und berührungsscheu. soll er aus seinem kokon gelockt werden, bedarf es mehr der bestechung als der überredungskunst. sein interesse für außerhäusig verbrachte freizeit kann nur durch ausnutzung seiner schwachstelle geweckt werden, und das ist seine sammelleidenschaft für raritäten. so erkaufen sich sheldons freunde  seine gesellschaft gelegentlich mit comic-erstausgaben und seltenen fanartikeln. eine schlüsselszene dieser introvertiertheit findet sich in der episode the psychic vortex. hier der dialog zwischen raj und sheldon vor dem besuch einer studentenparty:

sheldon: well, that’s certainly amusing, but i have no interest.
raj: come on, sheldon, the world is filled with people doing things outside. let’s go outside. outside is good.
sheldon: if outside is so good, why has mankind spent thousands of years trying to perfect inside?
raj: i don’t know, it’s a marketing scheme. please, sheldon, i’m a young virile visitor from a foreign land and i need to strut my stuff.
sheldon: let me offer you a compromise. sometimes, when i feel stifled and want a change of scenery i use my imagination.
raj: oh, boy.
sheldon: one of my favorite places to visit is the two-dimensional world described in edwin abbott’s mathematical fantasy, „flatland“.
raj: i don’t want to go to „flatland“…

sheldon cooper demonstriert raj seine flucht in eine imaginäre welt (c) 2010, cbs interactive

sheldon beendet den abend nicht, wie befürchtet, als menschliche argumentationsmaschine, sondern als begleiter und stolzer besitzer einer limited edition der green lantern lantern (dc comics), spielt mit raj und zwei willigen frauen guitar hero und verwahrt sich gegen ein beischlafangebot… to be continued.

vier schrullige typen, die in ihrer kindheit offenbar alle als streber gemobbt und nur fürs abschreiben gelitten wurden, sollen nun  zusammen mit dem blondchen/der kellnernden schauspielerin penny beliebte serienhelden sein? wie geht das denn? das konzept geht vor allem wegen der slapstickhaften überzeichnung der althergebrachten klischees vom ‚verrückten‘ wissenschaftler und freak auf. die erwartungshaltungen werden erfüllt, gebrochen oder sie laufen elegant auf grund. andererseits fesselt auch die oft unfreiwillige, trockene komik der vorgelebten rationalität, in der sex manchmal sogar ohne große umschweife und ohne jede spur von romantik auskommt.

das hohe bildungsniveau macht das leben für die protagonisten nicht unbedingt leichter. manchmal tasten sie sich wie blinde seher durch eine welt der fühlenden, handeln sich hämatome ein, stolpern, fallen, stehen wieder auf, und weiter gehts. das unterscheidet sie kaum von anderen menschen, weshalb annäherungen, austausch, begegnungen höchst wahrscheinlich sind. in der serie manifestiert sich, wie ich finde, eine veränderte wahrnehmung der einstigen gesellschaftlichen außenseiter, die sich zwar manchmal irgendwie sonderbar verhalten, denen man nicht immer ganz in ihren gedankengängen folgen kann, deren kreativität und forscherdrang sich aber infolge der vernetzung von interessengruppen multipliziert haben und die zunehmend anerkennung finden. und so verkehren sich allmählich die vorzeichen für in & out. waren die bezeichnungen nerd und geek vor fünf jahren noch stigmatisierungen, will heute kaum noch jemand den anschluß an den hype verpassen. mal sehen, welche nische sich als nächstes öffnet.

weiterführend empfehle ich das video nerds: weltretter mit hornbrillen? vom elektrischen reporter.

blogroll, geeks & so

in sonntäglicher bastelstimmung habe ich ein bißchen feintuning am layout vorgenommen. die blogroll findet man nun nicht mehr recht stiefmütterlich und weit unten in der sidebar platziert, sondern meine gerngelesenen haben eine eigene seite bekommen. während meiner langen krankheitsphase vertrieb ich mir die zeit gelegentlich mit stöbern in der blogosphäre. dabei ist es immer noch so, daß ich mich oft von interessanten überschriften  zum lesen verleiten lasse und ich gar nicht gezielt suche. sicher geht das ein oder andere goldstück an mir vorbei. aber meine lesekapazitäten sind ohnehin begrenzt und werden durch eintönige körperhaltung am rechner noch stärker eingeschränkt.

entdeckt habe ich dabei für mich zwei neue netzperlen: a protostomian view of the world und cyrus mcdugan. die abenteuer eines unpolitischen hackers. beide schreiben nicht nur zu einem themenschwerpunkt, sondern über das, was ihre wahrnehmung bewegt, prägt, aufwühlt, amüsiert. oh ja, wissenschaftler oder experten (sprich: geeks und nerds) müssen nicht immer rotzlangweilige texte veröffentlichen. und wissenschaft kann in seltenen fällen wirklich komisch sein.

motiv robot evolution yellow dark t-shirt: (c) cafepress.com

spätestens seit den beiden fernsehserien the it-crowd und the big bang theory bekommt die verschrobene schrulligkeit ihre lacher, leider aus der dose eingespielt, trotzdem irrwitzig komisch. etwa wenn dr. sheldon cooper (gespielt von jim parsons) als dopplereffekt kostümiert bei einer halloweenparty erscheint und keiner seine verkleidung errät, sondern ihn alle für ein zebra halten. außerdem hat er die genialste t-shirt-kollektion, die ich je gesehen habe. solchen trockenen und hintersinnigen humor kann man in beiden blogs finden. mir gefällt’s sehr!

herzlichen dank an bee, der mich mit der empfehlung meines müßigen wortfeilens doch ein bißchen überrascht hat :grin:. ich bewundere lieber weiterhin sein umtriebiges und reges schreiben.

kitsch-bombenattentat in serie: ‚being erica‘

søren kierkegaards viel zitierte erkenntnis ‚leben läßt sich nur rückwärts verstehen, muß aber vorwärts gelebt werden‘ trifft den kern der kanadischen serie ‚being erica‘. die vorankündigungen klangen verheißungsvoll. die grundidee der serie basiert auf den reisen von erica strange in ihre vergangenheit (für mein empfinden keine allzu schwierige). in der ersten folge wird der charakter als eine problem-anfangsdreißigerin eingeführt: studiert, aber in der arbeitswelt und im privatleben nicht angekommen, single mit neurosen und einer vielzahl an komplexen. gähn, die welt ist voll von unnormalen menschen, verrücktheit eine modische attitüde.

prinzessin merkwürden begegnet gaaanz zufällig dem ebenso mysteriösen psychotherapeuten dr. tom, einem wandelnden zitatelexikon. jede katastrophe, jede falsche entscheidung ericas wird mit dem passenden spruch eines allgemein anerkannten philosophen oder schriftstellers untermalt, was in 13 folgen relativ zügig abgedroschen wirkt. dr. tom erscheint nach belieben und schickt die affektierte sinnsuchende nach jedem weiteren mißgeschick zurück in die vergangenheit. prinzipiell wird dazu die rückblende genutzt, was dann im verlauf  der serie bei mir dazu geführt hat, den immer wieder gleichen ausdruck der überraschung im gesicht der darstellerin bemitleidenswert gekünstelt und unglaubwürdig zu empfinden.

die dramatik einiger situationen wird nur allzu oft in bonbonsüßer romantik verdünnt. aufarbeitung von vergangenheit und neubewertung alter entscheidungen entwickeln zwar neue reibungsflächen und bringen verluste mit sich, doch werden die konflikte letztlich in einlullendem wohlgefallen aufgelöst. das fortschreiten der seelenwanderung zwischen den zeiten bewirkt  keine großen brüche im leben der protagonisten. partnerwechsel hier und da, ein bißchen streit mit der familie und den freunden, fremdgehen, vertrauensbruch, plötzliche karriere – die klassischen dramenstoffe mit ein paar läppischen platzenden seifenblasen. dazu eine prise grimmsches märchen (das häßliche entlein), drei tropfen 80er jahre nostalgie, noch eine messerspitze psychologie für jedermann und eine tasse voll lebensweisheit – fertig ist die seifenoper.

das gut gemeinte serienkonzept, philosophie und psychologie als lebensnahe wissenschaft zu vermitteln, scheitert an deren trivialisierung. da funkioniert die angewandte satirische kulturwissenschaft und gesellschaftskritik der ’simpsons‘ wesentlich besser.

wenn schon mit der zeitmaschine gespielt wird, dann doch bitteschön lieber zur erschaffung eines phantasiedeliriums (fiktion vs. alltag) und nicht lediglich zur selbstverwirklichung einer mitleid heischenden, vor kitsch triefenden neoromantikerin. als rezipient der zielgruppe kann ich nur zerknirscht mit kirschbomben werfen, die ohnehin kurz vor dem ziel zerschmolzen sind. fazit: konsumierbar für ewig mädchenhafte frauen, die gerne pop hören und jedem trend hinterherhecheln.

apropos popkultur und 80er-revival – meine nachbarn lassen mich gerade großzügig an ihrer greatest hits sammlung teilhaben. eben dudelte  ‚cheri cheri lady‘ von ‚modern talking‚, und jetzt wird die cd mit der skip-taste nach dem nächsten ohrenfolterknecht durchsucht. na, gute nacht dann!

serienjunkies (II) – mad men or clouds of smoke

spoilerwarnung! diese kolumne enthält hinweise auf den handlungsverlauf der serie!

eine werbeagentur in den 60ern. zum arbeitsalltag gehören die kippen und das kippen – hinter die binde. in den büros der werbechefs stehen überall karaffen mit schnaps. während der sitzungen, im bett (vor und nach dem sex), überall wird geraucht. kreativität und suchtverhalten sind hier untrennbar verbunden. die drogen bilden wohl letztlich auch sinnbild für die werbebranche. denn was machen werbetexter anderes als verschleiern und schönreden? nicht umsonst heißt der serienuntertitel von ‚mad men – where the truth lies‘.

so wie im berufsleben setzt sich die verschleierungstaktik und geheimniskrämerei auch im privatleben der charaktere fort. don draper  (jon hamm) lebt mit einer gestohlenen identität – bis sein bruder auftaucht relativ konfliktlos. er wird im laufe beider staffeln immer wieder mit seiner vergangengheit und mit den langen schatten seiner neuen identität konfrontiert – in rückblenden und traumsequenzen. im prinzip ist seine fremde identität nur eine verstärkende aussage über die werbewelt. obwohl die serie in den sixsties handelt, spielen gerade diese fake-figur, der betrug, das rollenspiel auch auf die heutige netzkultur an.

das größte entwicklungspotential besitzt meines erachtens peggy olson (gespielt von elisabeth moss). an der figur wird die veränderte rolle der frauen in der gesellschaft exerziert. von ihren männlichen kollegen belächelt, schafft sie den aufstieg von der sekretärin zur junior-werbetexterin. bereits zu beginn der serie wirkt sie im kreis der adretten weibchen auf ernährersuche reichlich fehl am platz. ihr zugeknöpfter kleiderstil, ihre biedere frisur, ihr ungeschminktes gesicht – alles zusammen ergibt das bild einer jungfer vom lande, gerade frisch aus dem streng katholischen mädcheninternat entlassen. das ist aber nur das äußere und trügerische erscheinungsbild. am abend des junggesellenabschieds wird sie sich vom bräutigam pete campbell (vincent kartheiser) entjungfern und schwängern lassen und nach der entbindung ihr uneheliches kind zur adoption freigeben. damit bleibt ihr nicht nur die nachrede der sittenlosikeit erspart, sie kann auch weiter an ihrem beruflichen aufstieg arbeiten.

peggy olson und pete campbell, (c) 2009, american movie classics company, llc.

peggy olson und pete campbell, (c) 2009, american movie classics company, llc.

nachdem die phase der bewußten unattraktivität während der schwangerschaft vorbei ist, wird diese frau zusehends forscher – in ihren forderungen gegenüber dem chef, in den konferenzen mit ihren männlichen kollegen, in ihrer koketterie und in ihrem aussehen.

und jedes mal, wenn eine wahrheit ans licht kommt, wird es für eine der figuren finster. ein faszinierendes auf und ab, entbehrungsreich oder lustvoll. es ist ein spiel mit doppeldeutigkeiten und andeutungen. vieles ist nicht so, wie es er:scheint. es könnte auch alles ganz anders sein. ein bißchen über die wa(h)re wahrheit und die verlockungen der welt.

serienjunkies (to be continued)

seit ich ‚six feet under‘ gesehen habe, bin ich einigen amerikanischen fernsehserien verfallen. ich schaue sie immer im original mit untertiteln, damit sich meine englischkenntnisse entwickeln und ich nebenbei die aussprache verbessern kann (ja, ich weiß, es ist american english). in der schule hatte ich ja leider nur die möglichkeit, russisch und französisch zu lernen. mit omu macht das lernen aber mehr spaß. und die muttersprachler kreuzen hier nicht so häufig meinen weg.

es sind in der zwischenzeit einige neue, darunter auch sehr sehenswerte serien hinzugekommen. ich sehe einige leser die nase rümpfen – igittigitt – fernsehserien. klar, wenn man nur deutsche serien oder amerikanische übernahmen mit synchronisation kennt! in amerika aber ist die qualität einiger serien sowohl filmtechnisch (kamera, regie, drehbuch, dramturgie, szenenbild, ausstattung, dialoge) als auch inhaltlich weitaus höher als im deutschen fernsehen (öffentlich-rechtlich und privat).

(c) 2008 showtime networks, inc.

(c) 2008 showtime networks, inc.

spoilerwarnung (dexter, mad men)! enthält hinweise zum handlungsfortgang!

beste krimi-drama-serie mit rabenschwarzem humor ist derzeit ‚dexter‘. läuft auch auf irgendeinem deutschen privatfernsehsender. die serie handelt von dem forensiker dexter morgan (michael c. hall, ebenfalls darsteller in ‚six feet under‚), der ein kontrastreiches doppelleben führt. einerseits arbeitet er an der aufklärung von morden, andererseits tötet er nach einem bestimmten ritual und einem bestimmten ehrenkodex mörder, die bisher von der justiz verschont blieben. drei staffeln sind bisher auf showtime gelaufen, zwei weitere staffeln geordert. in den jeweiligen staffeln wird immer gegen serienmörder ermittelt, die tode sind nahzu kunstvoll inszeniert und erinnern gelegentlich an mittelalterliche gemälde. dexter morgan steht mehrfach kurz vor seiner entdeckung.  aus den blutspuren und roten fäden kreiert er am tatort eine spurenlage, die er fotografiert und in seinem büro als fetisch-kunstwerke drapiert. ich habe selten krimis gesehen, bei denen die dramaturgischen wendungen so unvorhersehbar und raffiniert waren. ich schalte nämlich sonst einfach aus oder verlasse demonstrativ das kino, wenn der plot zu berechenbar geraten ist. hier aber schwanken die gefühle zwischen sympathie und antipathie, zwischen genuß und ekel, fieberhafter erwartung und entspannung. irgendwo zwischen selbstjustiz und hartnäckiger ermittlerarbeit schillert die debatte um die todesstrafe in grauenhafter beleuchtung auf. nun, da dexter frisch verheiratet ist und sein junggesellenapartment aufgeben wird, muß er seine mörderische und geheime seite noch  stärker abschotten oder aber seinen gerechtigkeitssinn revidieren… to be continued!

(c) 2009 american movie classics company, llc.

(c) 2009 american movie classics company, llc.

die dramaserie ‚mad men‘ entwickelt ihre geschichte um die mitarbeiter einer werbeagentur und ihren familien in den 60er jahren. zwei staffeln sind auf amc ausgestrahlt worden (weiß gerade nicht, ob eine deutsche ausstrahlung geplant ist). die serie wurde mit mehreren preisen dekoriert. sie ist ein spiegel der gesellschaft, der vor allem minutiös die geschlechterrollen in der arbeitswelt bebildert. die serie bietet liebhabern des sixty-designs einen wahren augenschmaus (kostüm, möbel, kleidung, frisuren, autos – alles originalgetreu und detailgenau). die dialoge sind extrem zugespitzt, wortspielereien in einer werbeagentur natürlich inbegriffen. die charaktere könnten unterschiedlicher kaum sein: vom schwulen, der sich (noch) nicht traut, seine sexualität auszuleben, der sekretärin, die zur texterin aufsteigt und sich permanent gegen ihre männlichen kollegen behaupten muß und ebenso unterbezahlt bleibt, bis hin zu alleinerziehenden frauen. in einer zeit, in der das alles noch nicht so alltäglich war wie heute, werden konflikte unter den teppich gekehrt oder ausgetragen, je nach charakter. reizvoll geraten sind die zwickmühlen, in denen die protagonisten und antagonisten immer wieder lange mit dem innen, dem anderen und dem moralischen außen ringen. alleine der serienvorpsann (scherenschnitt-animation) wäre hier kaum denkbar.

nun will ich mal alle serienfans weiter zappe(l)n lassen. bald geht es an dieser stelle weiter mit ‚lie to me‘, ‚being erica‘ (kanada), ‚the united states of tara‘, ‚damages‘ und –  nicht zu vergessen – ‚in treatment‘…

bis denne!