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the time machine

kennt zufällig noch jemand das adventure-game myst? da mußte man ja immer an so rädchen drehen, knöpfe drücken, töne kombinieren, um den mechanismus von maschinen zu knacken und um die nächste spieleebene zu erreichen. obwohl diese zeitmaschine leider noch nicht erfunden wurde, bietet sie doch genug stoff für phantasiereiche filme, romane und kunstwerke. ich liebe die vorstellung, in eine mir unbekannte epoche der vergangenheit oder zukunft zu reisen. käme ich von so einer reise aus der zukunft zurück in das jetzt, könnte ich mich vielleicht gelassen zurücklehnen, wenn ich prophezeihungen von wahrsagern lausche, wahlprognosen präsentiert bekomme oder zukunftsforscher mir wieder irgendeinen schnulli als das opus magnum oder non plus ultra andrehen wollen.

als archivar beschäftige ich mich meistens mit dem fernsehen von gestern. ich sehe deswegen kaum in der gegenwart fern. außerdem ist heutzutage beinahe jede meldung im sekundentakt überholt, weswegen ich eigentlich sowieso fast ausschließlich nachhole, wenn ich mir nicht meinen eigenen erlebniszeitraum schaffe. heute war wieder so ein tag, da hätte ich kalenderblätter für drei monate abreißen müssen, um eben schon mal zu wissen, was ein staatsanwalt in dresden zu einem prozeß sagt, in dem bereits am freitag das urteil fiel. man hatte also bei einer mdr-sendung archivaufnahmen eingeblendet und sie mit der datumsangabe august 2010 versehen. ja, wir schreiben das jahr 2010. nur noch nicht august. solche falschen jahreszahlen kennen wir normalerweise aus der zeit kurz nach dem jahreswechsel. ach, wenn ich doch nur auch schon heute wüßte, was ich im august alles erzähle… wer bietet mir diesen blick in die glaskugel? natüüürlich die mattscheibe.

leider ist der beitrag nicht in der mediathek verfügbar und kann nicht als leuchtendes anschauungsmaterial für unseren futuristischen, stets innovativen heimatkuschelsender aufgeführt werden.