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licht aus! spot an!

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auch wenn da oben gelegentlich einer scheinwerferstrahlen auf die erde gerichtet hat und den himmel in eine düstere front verwandelte, alles waberte an mir vorbei. es war, als ob die wolken sich nur aufballten, um dramatisch auszusehen. frau wortfeile eilte mit allem wasserempfindlichen ins haus, um es vor schäden zu retten. nun ja, diesen weg hätte sie sich auch sparen können. die wolken teilten sich scheinbar genau über dem haus. aus weiter entfernung grummelte und blitzte es träge, einschläfernd. abends tauchte die untergehende sonne alles in ein warmes sommerlicht, mal in rosé, mal in glutrot, mal in orange. die wolken waren nur da, um eine leichte unruhe am himmel zu erzeugen, dennoch nichts wirklich beunruhigendes.

im feldberger seenland gibt es zahlreiche seen, mal mit glasklarem wasser, mal nach dem eingesickerten dung der umgebenden felder müffelnd. besonders gut ist die wasserqualität des waschsees bei mechow, des zansens, des schmalen und breiten luzins. alle seen sind von mehr oder weniger dichten schilfgürteln umgeben, badestellen rar oder gut versteckt oder in privathand (*wtf*). am zansen erlaubte uns der mitleidige nachbar eines bootshauses, den badesteg, der zu einem ferienhaus gehörte, zu benutzen. herrliches wasser. und der bootshausbesitzer hatte einen göttlichen humor, mit dem er seine weniger amüsierten enkel bedachte. moppelenkel eins steht bibbernd auf der wasserleiter und ziert sich davor, weiter als bis zum oberschenkel in den see zu steigen, der wahrlich lauwarmes wasser hatte. opa: nun hab dich nicht so. die nächste eiszeit wartet nicht auf dich. am see schallt jedes wort so schön zurück. frau wortfeile hatte also kostenloses kabarettprogramm. dann wechselte das gesprächsthema zu den zeugnissen. enkel zwei gestand eine mittelprächtige note. opa: ich war nur in musik gut. außerdem war ich zwar zehn jahre in der schule, aber immer in der ersten klasse. frau wortfeile rang im wasser gegen innerlich gurgelnde lachkrämpfe. sie wollte ja nicht die bleierne ente geben.

den versteckten zugang zum breiten luzin kannten mehrere leute. wir waren znächst alleine. ich wollte nicht mehr ins wasser, stolperte ein bißchen am ufer entlang und blickte plötzlich auf eine ringelnatter im wasser. war ich vorher eher unentschlossen, hatte ich nun gar keine lust, mehr als die beine mit den mückenstichen zu kühlen. mutter und schwester verschwanden wie erschaffen und ohne badetütü im wasser. wortfeile hörte ein auto nahen. und es parkte ein kleintransporter mit berliner kennzeichen, in dem eine kleinfamilie mit halbwüchsiger tochter zum badeangeln anreiste. aus dem auto hörte ich den obligatorische berlinbeat: paul kalkbrenners album berlin calling. meine mutter bemühte sich hörbar im wasser um peinlichkeit, weil sie mich mit dem handtuch zum schamschutz ans ufer beorderte. meine schwester hatte nicht die beste sicht, weil weit rausgeschwommen und rief  ebenfalls weit hörbar: das sind doch nur zwei frauen. ich grinste in mich hinein. hatte ich den vati doch schon mit dunklem baß muffeln hören, daß er jetzt so lange auf die badenixen warten müßte, bevor er endlich zu seinem angelvergnügen käme. die berliner weiblichkeit begab sich ans ufer und verlangte alsbald vom vati filmische verewigung, wenn sie so graziös wie elefanten ins wasser rennen würden und ach ja, so gaaar nicht wasserscheu. vati kam ans ufer, packte eine minicam aus, maulte über das doofe gegenlicht, die beiden badenixen kamen rennend bis zur hüfte, kreischten und bespritzten sich dann filmreif mit wasser. hach, schöööne urlaubsbilder. gaaargargar nichts gestellt. und die tochter gründelte mit einer taucherbrille am ufer entlang. ich mußte immer wieder an die schlange denken. ob ich sie wohl laut erwähnen würde? ich biß mir auf die zunge. leider geschah keine begegnung der dritten art. hätte ich doch vati so gern in heldenrolle gesehen.

als nächstes packte unser safarimann in khakikleidung (neuware aus dem anglershop) ein grasgrünes plastikboot aus dem kleintransporter. alles gaaanz alleine und mit viel gemurre. dann zerrte er das ebenfalls neue, kratzfreie schiffchen ans ufer und trotz hilfsangebots schrill schürfend über drei große steine ins wasser. ach naja, die paar lackkratzer. gebrauchsspuren sehen irgendwie nicht immer abenteuerlich aus. die kann er ja dann mit seinen ebenfalls stolzen freunden übermalen und dabei anglerlatein zum besten geben.