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grüne tomaten

lange hat es gedauert. und jetzt ist er sichtbar der nachwuchs auf dem balkon von frau wortfeile. kugelrund und grün mit einem blütenrest als schleppe. ich hatte schon befürchtet, tomaten auf den augen und nicht an den pflanzen zu haben. aber nein! die bienen waren offenbar unbemerkt in heinzelmännchenmanier fleißig. nun hoffe ich nur noch, daß sie die zeit meiner abwesenheit gut überstehen, denn wenn meine nachbarin bei der hobbygärtnervertretung genauso viel vernachlässigung an den tag legt wie bei ihren eigenen pflanzen, werde ich nach meiner rückkehr möglicherweise dörrobst und trockenblumen ernten können. da legt sich meine stirn schon mal prophylaktisch in sorgenfalten. in ihrer einwöchigen abwesenheit habe ich gegenüber ein paar klägliche rettungsversuche gestartet. aber nun ist’s vorbei mit der hege. nennt  man das eigentlich braune daumen, wenn jemand ein händchen fürs totpflegen hat?

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konsumkaninchen

einkauf im supermarkt. schnell noch ein paar cocktailtomaten in der hoffnung auf mehr geschmack. bloß… welche? hochpreisig waren sie alle. also eine mittelgroße verpackung gegrabscht und im eiltempo mit tunnelblick weiter durch die konsumhölle. und als ich dann zu hause die lebensmittel verstaute, blickte ich pikiert die tomatenverpackung an. hatten sich doch unter dem etikett ein paar vorher unsichtbare salztüten hervorgeschoben. nein, nicht irgendein schnödes salz, sondern tomaten mozzarella salz von bad reichenhaller. so ist das also! ich soll tomaten mit mozzarella essen oder andere italienische gerichte? das stand nicht auf meinem speiseplan. schon gar nicht mit einer fertigen gewürzmischung, die da besteht aus jodiertem speisesalz und getrockneten kräutern basilikum, thymian, oregano, knoblauch, trennmittel kieselsäure und dem vitaminzusatz folsäure. wer hat sich denn den unfug ausgedacht? wollen marketender meine geschmacksknospen beleidigen?

tomaten_salz

auch nach genauerer inspektion  der verpackung finde ich nirgendwo einen hinweis auf die darin enthaltenen kotz-, ähm kostproben. aber ich habe ein produkt von ‚hit gourmet‘ erworben, wobei ich eigentlich lieber den feinschmecker in anführungszeichen schreiben sollte. hmmm, da bleibt mir die spucke eher weg, als daß sie einen futterreiz beschleunigen würde. fertigprodukte sollen demnach neuerdings für gustatorische erlebnisse sorgen? meine kräuter gedeihen prächtig auf dem balkon! und mal abgesehen davon, ist der geschmack frisch geernteter kräuter wesentlich intensiver, der vitaminverlust bei entsprechend schonender zubereitung minimal. ich weiß, schwangeren wird die aufnahme von folsäure empfohlen, um das risiko von fehlbildungen zu verringern. ich bin nicht mal scheinschwanger! und ich ernähre mich abwechslungsreich, in etwa so wie es die bad reichenhaller dann auch auf ihrer homepage (und nicht auf den salzverpackungen) beschreiben. ich gehöre nicht zum personenkreis der hyperkorrekten, die jedes milligramm zucker oder salz abwiegen. trotzdem keine anzeichen von mangel oder überschuß.

dieses konzept der markenkooperation oder produktbündelung, weiß der bwler, geht bei mir nicht auf. nein, ich habe das gefühl, als versuchskaninchen herzuhalten, nur weil synergie-effekte zum non plus ultra der nahrungs- und genußmittelindustrie erklärt worden sind. seit wann sind denn genußmenschen an geschmacksverirrung interessiert und an trägheit? habe ich einen trend verpaßt? auweia! ich weiß jedenfalls jetzt, wie der horrende kilopreis zustande kam. danke, daß der handel mir das denken und das geld abnehmen will. ich tausche aber nicht mein durchaus manipulierbares hirn gegen verschrumpelte tomaten. darf ich nun auch noch die verpackungen von tomaten öffnen, um nach verächteten zusatzstoffen zu suchen! inaugenscheinnahme reicht wirklich nirgends mehr. hersteller und händler, ihr raubt mir viel zu viel zeit und nerven. eine lobby, die mästen will, die sich gegen ampelregelungen wehrt, wie kann man die zum umdenken bewegen? mehr wert wären weniger umweltgifte und deklarierte dickmacher.