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impressionen feldberger seenlandschaft (teil II): wildes tier/er/leben

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noch am morgen der abreise rangen auf einem heimatlichen salbeiblatt die frisch geschlüpften käfer unbekannten namens. frau wortfeile hatte nicht genug zeit, die balkonpflanze zu duschen. nun sind sie ausgeflogen, die letzten eier verschwunden.

während meiner reise begegneten mir viele andersartige wesen, meistens geflügelte, aber auch vierbeinige flinke, denen ich oft vergeblich hinterherjagte, die einfach zu flatterhaft sind oder ihre flug/runden in sicherer entfernung vom menschen drehen, dem verruchten jäger, sammler und störenfried. ich hätte so gerne ein teleobjektiv dabei gehabt… kann ich nicht ändern. oftmals war ich aber gar nicht schnell genug am apparat. und sich den wie ein tourist um den hals zu bammeln, ist ja bei der gartenarbeit dann doch recht störend. der marder ist einfach übers dach geflitzt, so schnell konnte ich kaum gucken. schade, schade! einiges hier gehört wieder in die kategorie cam unsharp von der freidenkerin.

ein paar dankbare tiermotive habe ich aber doch gefunden: u.a. die motten im dicken spinnennetz (nicht iiieeeh schreien, liebe emily, das ist hinter einer, nein zwei schutzscheiben aus glas), den türklopfer in löwenform (der war lange nicht benutzt worden, im dorf kommt der besucher nämlich immer noch einfach und ohne vorwarnung in den garten), der igel machte auch eine ziemlich gemütlichen eindruck (naja, schnecken sind auch keine wirklich rasendschnelle beute), die schnecke auf der kante des keramiktrogs absolvierte eine echte gratwanderung. ständig wackelte das haus bedrohlich und das ganze schneck drohte abzustürzen. schließlich schaffte sie es und kratzte kopfüber die kurve, nicht ohne eine schleimspur zu hinterlassen.

die rufe des kranichpaares haben mich eines morgens halb fünf aus dem bett gelockt. ich knipste durch die fensterscheibe, um sie nicht zu verschrecken, was dann aber recht schnell durch morgendlichen individualverkehr auf der plattenstraße erledigt wurde. also und dieser weimaraner, der hat auch einfach nicht stillhalten wollen. wackelte durchs dorf, als wäre es seines, jagt die nachbarskatzen, und sonst hütet er gelegentlich schafe. auch das äsende reh zeigte sich nicht gerade fotogen in anbetracht meiner annäherungsversuche. tja, und die greifvögel waren so weit weg, daß ich kaum zwischen milan, irgendeiner bussardart oder doch eher eine kornweihe (?) unterscheiden konnte. einer hatte jedenfalls bei der gerstenernte leichte beute auf dem acker hinter dem mähdrescher gesucht und gefunden.

die nachbarskatze stolzierte nahezu täglich mit einem maulwurf, einer feldmaus oder einer wühlmaus im maul an uns vorbei, guckte dabei etwa so: tja, ihr dummen dosenöffner, so zackig seid ihr nicht und so kleine pfoten mit scharfen krallen, die in kleinsten löchern wühlen können, habt ihr auch nicht. und wißt ihr, was euch außerdem fehlt? geduld und schleichfüße. ach, und vom moorwald muß ich unbedingt noch das krokodil fürs sommerloch nachreichen. die story wäre ja beinahe untergegangen. und da ich das wort niedlich äußerst selten verwende, für die kleine bunte raupe auf dem blauen pullover meiner mutter ist es ausnahmsweise angebracht. was sich allerdings daraus für ein schmetterling entpuppt, kann ich nicht 100-%ig sagen (vermutlich ein schlehen-bürstenspinner, vgl. hier). aus der schwarzgelben raupe wird wohl mal ein kleiner fuchs.

im garten gab es auch eine schwalbenflugschule für rauch- und mehlschwalben. dabei wird einem fast vom zuschauen federleicht und zugleich mulmig, wie schnell sie zwischen hektischem flügelschlag und sanftem gleitflug wechseln können. leider mußten wir eine junge rauchschwalbe erdbestatten. und die anderen ziehen bald nach süden. gute reise!