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Geschützt: rien ne va plus

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alles absagen

ich übe am wochenende urlaub und privatleben, wie ich es gerade will und brauche. mein handy wird anrufern sagen: the person you have called is temporary not available. ich habe es gerade abgestellt. mein arbeitspostfach ist abgearbeitet und wird erst am montagmorgen wieder geöffnet. wer nach 18 uhr am wochenende auf berufliche erreichbarkeit im büro hofft, ist ein elender plagegeist und kann mir mal die stöcke lutschen. so! wochenende. ich lasse mich zu nichts mehr überreden. 48 stunden lang. ich mache einfach nur das, wozu ICH lust habe. und das ist im moment nicht viel außer erholung. soll vorkommen. stört aber nur geselligkeitsextremisten und workaholics.

bergeweise

sollte mein lebenspendel mal langsamer ausschlagen, die kurven weicher verlaufen, so wie an der feldberger seenplatte, mir die sanfte hügellandschaft also eine verschnaufpause gönnen, dann tauchen garantiert am horizont dunkle wolken auf. und dann dauert es meistens auch nicht lange, bis ich in einem morastloch feststecke und nur noch mit einem traktor herausgezogen werden kann. äußerst vertraut ist mir die mittelgebirgslandschaft mit ihrem auf und ab, deren talfahrten und aussichtspunkte ich genieße, während der anstieg vor allem ausdauer erfordert. es zehrt an den kräften, wirkt aber nicht unrealisierbar. ich atme schneller und tief durch, bis ich am höchsten punkt angekommen bin, dann fällt alles ab. jetzt hat mich mein leben einfach in eine andere geographische umgebung gejagt, die sich massiv vor mir aufbaut. steil, wie die hochgebirgswände vor mir liegen, soll ich auch noch freiklettern. huaaa! nur nicht nach unten schauen. die luft wird dünner, das tempo steigt, das herz rast, die lunge pumpt, der kopf schwindelt, gaukelt mir hinterhältig vor, es wäre nicht mehr weit. klimmen im akkord, das metronom klopft pausenlos achtel, in mir will sich alles fallen lassen, endlich feierabend und wochenende haben. aber wenn man da nun schon mitten an der wand hängt, will man auch nicht noch einmal ganz unten anfangen. und so ist mein leben eines im wettlauf gegen die zeit, aber die zeit gewinnt im moment unverhältnismäßig häufig.

nur heute vormittag habe ich einmal ganz knapp triumphiert. gemessen habe ich mich mit der waschmaschine. während sie also ihre wasserrunden drehte, ließ ich sie schändlich alleine in der wohnung zurück, denn auslauf – liebe versicherung – gab es in meiner wahrnehmung nur für mich. ich sollte doppeltes glück haben. während die weiße ware schwarzes wusch und wüste verwünschungen brummend herumschleuderte, brachte ich es mit dem versand von über 300 infobriefen fertig, in der postfiliale eine veritable warteschlange zu erzeugen. dann tauschte ich meine flüstertüte gegen ein leihhandy aus (sic! bin wieder fernmündlich hörbar), schoß ein paar fotos, blinzelte in die sonne, kaufte waren des täglichen bedarfs, buckelte mein fahrrad wieder zurück in den keller, schleppte das gesamte geraffel an eßwaren zu meiner wohnung, schloß auf und hörte gerade beim betreten der wohnung das finale ächzen in den letzten windungen nach dem schleudertrauma. uff! und jetzt hänge ich in den seilen und klammere mich an die tasten, um nicht im tiefschlaf zu versacken.

denn die hügellandschaft meiner normalen wohnumgebung hat sich in den letzten beiden wochen doch auch arg verändert. es türmen sich unsortierte wäscheberge, quittungen, briefe auf sämtlichen freiflächen. mit schiebung ist bei dieser ausgewachsenen floordrobe kein platz mehr zu gewinnen, sondern allenfalls kippt das aufgetürmte um. heinzelmännchen, wo seid ihr? keiner da? na gut, dann eben kaffee und viel überwindung und ich.

voreilige jahresendzuckungen

nix für suppenkasper: die löffelfamilie auf dem feinkostgelände in leipzig.

seufz, hach, herrje, leute – wie die zeit vergeht. jahresspät. und diese langen, besinnlich-besinnungslosen nächte. lese ich doch vorgestern in einer beruflich an mich gerichteten mail diese zeile: einstweilen wünsche ich ihnen eine gute vorweihnachtliche zeit. sackartig rutscht meine stimmung in den kohlenkeller. auch mein zettelguru hat mich am donnerstag an der tür so ähnlich verabschiedet, nachdem er mir die bittermandelsumme der fälligen steuernachzahlung vorgekaut hatte und als gegenmittel eine tafel schokolade in die hand drückte (*fröstel*). auf der verpackung heißt es süßlich-vollmundig: weihnachtszeitverkürzer – für alle, die es kaum erwarten können; nur ist nichts davon zu lesen, wie der süßkram ganzjährig mastgänse aus uns macht. die drohende, fettleibige weihnachtszeit bildet dabei nur den  gipfel der ausreden. sahniger schmelz, der den rest hirnschmalz zerrinnen läßt, um sich dann mit übellaunigen vorsätzen in den topfboden des schlechten gewissens einzubrennen. es war  doch erst der 19. november. da muß man doch noch nicht in jahresendzeitliche zuckungen verfallen! können die leute sich nicht wenigstens bis zum 1. advent gedulden, um ihre verwünschungen in die welt zu posaunen? das muß echt anstrengend sein, so weit in der zukunft zu leben. spekulatius knuspernd in knirschenden spekulationen schwelgen, hmpf. bloß, wo bleibt da der erfahrungsraum für die gegenwart?

apropos abwesenheit: neuigkeiten werden in den medien in den nächsten wochen nur noch bedingt auftauchen. denn auch bei der abteilung informationshatz läuft die vorratsproduktion  von unbekömmlichen, ranzigen archivzusammenschnittchen auf hochtouren. spinnenverwebte redakteure entstauben ihre ollen kamellen und werden uns die gammeligen pralinen geschmückt mit herzzerreißenden superlativen als spendengalas und finest selection in jahresrückblicken darreichen. und bis silvester heißt es auf allen kanälen: the same procedure as every year. wer hat uns eigentlich diese billig produzierte instantsuppe eingebrockt? und welcher zwerg hat klammheimlich mein traditionsbewußtsein aufgelöffelt? kein vorwurf, sondern nur die suche nach einem @ für meinen dank.

wtf... im raw-tempel berlin proben zwerge den aufstand.

Einstweilen wünsche ich Ihnen eine gute vorweihnachtliche Zeit.einst