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der leserjoker

ich scheue mich sonst davor, extrem unscharfe fotos zu veröffentlichen, es sei denn der effekt ist irgendwie poetischer natur. dieses mal dient das bild jedoch  lediglich als beleg für eine subtile form von zeitungslügen (in der zwischenzeit arbeite ich hart daran, nachts auf stativstarre arme und hände umzuprogrammieren). denn irgendwie kam mir das motiv aus der gestrigen fotostrecke auf spon von dem französischen lichtkünstler sébastien lefèvre so seltsam vertraut vor. ich rückte kurz tassen im oberstübchen hin und her, bis es bei mir schepperte und klirrte. klar, die kirche habe ich beim lichtfest in leipzig am 9.10.2009 vergeblich versucht, optisch ansprechend einzufangen. nächtliche kälte, klamme finger und drängelnde begleiter taten ihr übriges. nur komisch, daß die evangelisch-reformierte kirche am tröndlinring in leipzig jetzt geographisch in lyon verortet wird, wie diese bildunterschrift in einer art kontextkombination vermuten läßt:

menschenschar auf kirchenwänden (zeichnung): vom 5. bis 8. dezember feiert lyon zum elften mal sein „fête des lumières“. 20 großprojekte erleuchten das zentrum der stadt, dazu gibt es dutzende lichterinstallationen in allen bezirken.

oder haben die spiegel-mitarbeiter in einer nebulösen aktion die kirche gar kopiert wie goethes gartenhaus in weimar und dann in leipzigs partnerstadt aufgestellt, damit wir keinen westbesuch (lyoner) mehr bekommen? leider gottes:haus fühle ich mich nicht dazu berufen, als unbezahlter,  inhaltlicher korrektor und leserjoker für spon zu arbeiten. wenn ihr dort in der redaktion nicht klarkommt, ruft nicht bei mir an. ich bin in geographie auch nur eine mittelprächtige niete.

sollte ich unbedingt lust haben, mit der häufung von keywords aus dem text content zu generieren, würde ich auch einfach unter jedes foto textauszüge setzen, wirkt sich bestimmt gut auf die trefferquote aus. rationalisierung muß sich rentieren – auf kosten der qualität. zusätzlich erspart die doppelte verblödung zeit für recherchen und ist so ausnehmend überflüssig, weil schlicht.

frisiert irisierend

vespa-150-t3diese eigenwillige, mit zahlreichen spiegeln getunte vespa fährt durch leipzig. es ist eine vespa 150 t3 57. ich, die ich ein vollkommener nullblicker auf diesem gebiet bin und lediglich die optische eleganz und extravaganz schätzen kann, habe mich ein bißchen belesen. das modell ist ein lizenzbau für den italienischen hersteller piaggio, der bei messerschmidt in regensburg produziert wurde. von diesem cortina grauen touren-modell  hat man gerade einmal 6800 stück gefertigt, dieses stammt von 1957. statt der beiden schwingsättel hat der roller eine denfeld sitzbank, was bei längeren strecken sicher gemütlicher für das sitzfleisch ist. die diversen chromgestänge und spiegel scheinen auch aus dieser zeit zu stammen, sind aber definitv nicht beim standardmodell vorhanden gewesen. in den spiegeln dürfte der fahrer jedenfalls mehr als nur den verkehr bequem im blick haben. er kann getrost nach vorne schauen, um auch die rückseite attraktiver passanten zu taxieren. jedenfalls hat er dann abends keinen steifen hals… oder zumindest nicht von kopfverdrehter fleischbeschau.

ich brause dann mal in den kurzurlaub. wespen, schwirrt ab! landschaftsschutzgebiet. alltagspause. denkzeit. auszeit. entschleunigung. natur…