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verbummelt

ich habe es gestern ja zu nichts gebracht, weil ich mich ausruhen wollte. hinzu kam eine überdosis schlaftabletten,  also nicht bei mir, sondern die hatte mein rechner geschluckt. deswegen kann ich erst heute noch zwei bilder für das projekt farbe bekennen – silber – nachliefern, die ich am samtsag in der innenstadt gemacht habe. fudelchen hatte sich ja kritisch geäußert, daß ich immer nur verfall fotografiere oder vorwiegend. das wird kaum etwas an meinen persönlichen vorlieben für alte gebäude und alten krempel ändern. aber diese beiden beispiele tanzen schon mal aus der reihe. das hier ist eine edel und zugleich kühl wirkende deckenkonstruktion mit lichtpfeiler in der mädlerpassage. bißchen schräg aufgenommen, damit es nur nicht zu modern wirkt.

die beiden lebenden statuen habe ich in der grimmaischen straße fotografiert. sie versilbern sich ihren unterhalt durch unbeweglichkeit. nur, wenn euronen oder centstücke in ihren gefäßen landen, danken sie mit einer hand, die sie zu ihren hüten hebt. innerhalb kurzer zeit haben sie sehr viel verdient. aber es ist auch sehr anstrengend, so lange still zu halten. außerdem vergißt man gerne auch mal, wie zeitaufwendig schminken und abschminken, ein- und auskleiden in diesem speziellen fall sind. es gibt definitiv schlechter bezahlte jobs, bei denen man sich zum affen machen kann. denn den wandelnden burger mit überbreite, so als ob die form schon die spätere figur vorwegnimmt, wollte ich partout nicht ablichten.  man achte bitte auch auf den leicht verkürzten und dadurch sinnveränderten werbeschriftzug im hintergrund. ich hoffe, sie haben ihr geld für andere dinge ausgegeben.

und die außerirdischen fallen heute schon wieder auf einem anderen planeten ein. ich komme einfach gerade nicht zu einer längeren geschichte.

ach so, die überschrift bezieht sich einerseits auf den vergammelten sonntag, andererseits aber auch auf mein talent, schmuck zu verlieren oder auf nimmer wiedersehen an unauffindbare stellen zu verlegen. deswegen kaufe ich mir den äußerst selten, ich würde die in sowieso nur wieder verbummeln.

farbe bekennen: silber

silber oder ag, wie der chemiker abkürzt, ist mir persönlich ja viel lieber als gold. silberfarbiges gibt es in abertausend varianten: von der alufolie über die niete, den reißverschluß, den türgriff bis hin zur lampe und zum zylinder (der mechanische) glitzert und blinkt es überall, ohne wirklich silber zu enthalten. ich sehe die farbe heute auch nicht so eng und werde es unterlassen meine paar schmuckstücke oder mein erbbesteck mit initialen hier abzulichten, von denen ich weiß, daß sie aus reinem silber sind, denn bei allen anderen legierungen würde meine haut sofort allergisch reagieren. und so bekommt frau himbeermarmelade für die wochenfarbe beim projekt farbe bekennen 2010 eben all das zu sehen, was ich für silbrig halte. die anderen farbenbekenner lassen es dann hoffentlich im flickr-pool ordentlich blitzen.

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ich beginne mit einem teeservice der sonderausstellung tea & coffee, piazza & towers. alessi. architektur für den tisch im leipziger grassimusem für angewandte kunst, von dessen zahllosen spiegelungen und brechungen ich einfach nicht genug bekommen kann. das nächste bild zeigt eine argand-lampe (um 1790, bronzearbeit von francois rémond, silberarbeit von antoine brigade), gefolgt von ein paar ollen löffeln (auch alles im grassimuseum aufgenommen – ich weiß, es langweilt langsam). den kasten mit dem extrem langen wort „haupterdungskasten“, das sich bestens für lesefehler eignet, habe ich pfingsten auf dem gelände des heutigen bildungs- und entwicklungszentrums der stadtwerke leipzig fotografiert. die fröhlich grinsenden uhus sind vom spielplatz im lene-voigt-park in reudnitz. endlich habe ich auch den namen des holzgestalters wieder parat: hans-georg kellner aus tabarz. und zum schluß gibt es noch eine rüstung für roß und reiter, damit sie sich für unverwundbar halten können. naja, die rüstung ist schon haltbarer als ein menschen- oder pferdeleben lang, schließlich hing die auch wieder im grassimuseum rum.