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tänzerische disziplin

zum einen zweifle ich arg an der botschaft, daß tangotanzen einen irgendwie gearteten einfluß auf die schönheit hätte, abgesehen vom figürlichen effekt. bei dem ein oder anderen eleven mag sich jedoch fehlendes rhythmus- und körpergefühl eher gegenteilig auswirken: statt erotischen verbiegungen bringen sie hölzerne steifheit zum ausdruck.

zum anderen gemahnt die reihenfolge der mitteilung irgendwie an das klischee eiserner disziplin bei der tanzausbildung. schon vor dem betreten wird man hier zur einhaltung der ordnung aufgefordert und erst danach begrüßt. ich sehe den/die drilltrainer/in vor meinem inneren auge mit strenger miene den takt vorgeben: und einszweidreivier, einszweidreivier, einszweidreivier (oder in variation lang, lang, kurzkurzlang, kurzkurzlang). ob mit oder ohne stock scheint mir in diesem fall irrelevant.

marktschreie nach liebe

es gibt noch gegenstände, die quietschen und lechzen nach menschlicher liebe. diese olle, verzogene haustür etwa ist ein wenig verklemmt und will deswegen gedrückt werden. also wenn jemand am valentinstag nicht weiß, wohin mit den ganzen unerfüllten regungen, kann er seine gefühlskraft an der tür in der braustraße in leipzig ausprobieren. die will nämlich auch vor dem umarmen noch aus den angeln gehoben werden, damit sie sich im hormontaumelnden schwebezustand befindet.

andererseits muß ich nicht allem unbelebten meine ungeteilte aufmerksamkeit zukommen lassen. wenn zum beispiel in einer bäckereifiliale über meinem kopf massenhaft dekoherzen baumeln, fühle ich mich bereits ohne deren absturz  vollkommen erschlagen. ich kann so viel kitsch kurz nach weihnachten nur schwer ertragen. das liegt wahrscheinlich daran, daß ich kurz nach der entbindung falsch gewickelt worden bin, weswegen ich mich jetzt nicht mehr von schlicht unromantischen signalfarben und werbeverlockungen einwickeln lasse. trotzdem, wie schaffen es manche bloß, diesen termin zu verschwitzen? ich bin total neidisch auf die gekonnten weggucker.

ich wünschte mir, romantik wäre so leise wie der schneefall. ein stilles, durch zwei geteiltes erleben.

begriffenfeldt: triebkraft


bulle

also ehrlich, welcher intelligenzresistente macho sucht denn bitte auf meinem blog nach ‚schilder tussis‚? da kann ich nur mit obigem foto kontern. nicht, daß ich diesen aufgetakelten, modezeitschriften-verschlingenden, in den farbtopf gefallenen und von der sonne steakartig verbrutzelten artgenossinnen viel mitleid entgegen bringen könnte – jede kuh versaut sich ihr natürliches erscheinungsbild, weil sie stoisch dem herdentrieb gehorcht und nicht in der lage ist, ihrer sammelwut für unnützes einhalt zu gebieten. das wiederkäuen ist genetisch bedingt. reflexion wäre zur menschwerdung und fraulichkeit unabkömmlich. das kann doch aber keiner von solchen buhlenden weibchen erwarten, wenn schon alle hirnzellen für das anhübschen bzw. verunstalten sowie für diverse flirttaktiken benötigt werden… zudem werden alle strahlen der eingebung von verspiegelten sonnenbrillen und vernünftige einflüsterungen von ipod-ohrtöpseln, aus denen die best-of-dumm-bumm dröhnen, abgeblockt. diese schutzmauern der schlichtheit bilden blockaden auf dem weg zur sinnhaftigkeit. hauptsache die euter sind künstlich vergrößert, die hufe lackiert und das fell gut gebürstet, wenn das ende der körperpracht auf dem gebährstuhl naht.

das männliche pendant trägt u.a. jacken mit aufschriften wie ‚nicht alltäglich‚. nun, ich bin der auffassung, wenn man die eigene besonderheit schon auf der kleidung buchstäblich exponieren muß, weil tätowierungen auf der stirn nun mal nicht abwaschbar sind, dann verbirgt sich unter dem gewand wohl nicht viel mehr als ein fleischgewordener hohlkörper, der im geschlechtsreifen alter zu großer aggression und zu selbstinszenierung neigt, weil er von seiner biomasse beherrscht wird. um dem anderen geschlecht zu imponieren und sich gegenüber der konkurrenz wettbewerbsfähig zu zeigen, baut er anstelle der intelligenz seine muskeln bei unermüdlichen, stupiden muckibudenbesuchen zu aderndurchdrängten protzpolstern auf. nicht, daß ich die körperliche überlegenheit von derart aufgeplusterten männchen nicht manchmal als träger schwerer gegenstände gut einsetzen könnte, leider reicht aber ihr von übermäßigem eiweiß- und proteinkonsum degenerierter grips nicht aus, um zu begreifen, warum sie nach so einer heldentat keine fleischliche belohnung außer einem essen erwarten können. fahrt doch nach pamplona zur stierhatz, um eure männlichkeit auf die hörner, ach nee, probe zu stellen! wer wollte mir verübeln, daß ich in einem derartigen triebverhalten nur das verlangen eines mastbullen erkennen kann? nix wie weg hier!

schildbürger

verbotenes

ein graveur hat’s manchmal schwer…

dateien anhängen, ok. hundeleinen? auch. aber hunde?