Schlagwort-Archive: schildbürger

niemand da

durchaus ein beispiel für den individuell äußerst dehnbaren begriff gleich ist dieses ladenschild auf dem feinkostgelände in leipzig. da prallen unterschiedliche wahrnehmungen aufeinander, wenn der scheinbar gut gelaunte verkäufer sich für eine vage zeitspanne irgendwo befindet, der kunde anstatt vor einer verschlossenen tür wohl lieber seine zeit in einer warteschlange vergeudet hätte. verständnis wird vorausgesetzt und kann man auch bis zu einem gewissen punkt entgegenbringen, wenn denn der verkäufer alleine in dem laden arbeitet. wenn mich das schild beim zweiten besuch auch noch milde stimmen soll, muß ich sagen: das funktioniert bei mir nicht. schließlich hängt es sogar sonntags in der tür, dann würde gleich einem zeitraum von 44 stunden entsprechen. ich stehe mir doch nicht die beine in den bauch, weder für ipads noch für latschen. da kann die zeit noch so relativ sein.

schnell das weite suchen

sprachlawinengefahr

ob man hier wohl die lawinengefahr aus der position des unbeteiligten betrachters von lachsalve ableitet? allemal katastrophal. den strick hat sich das schild auch schon genommen. glücklicherweise naht der lenz und damit die schere. fürwahr flutschen wir derweil vorsichtig vorbei, wo weißes vorher war. am orthographischen schlamassel und über untergründigen schlamm. nun will ich mal diesen hausmeisterservice nicht weiter auf die schippe nehmen, schließlich war der gehweg auch noch schön vereist. so viele schattenseiten kann ein winter hervorbringen.

begriffenfeldt: triebkraft


bulle

also ehrlich, welcher intelligenzresistente macho sucht denn bitte auf meinem blog nach ‚schilder tussis‚? da kann ich nur mit obigem foto kontern. nicht, daß ich diesen aufgetakelten, modezeitschriften-verschlingenden, in den farbtopf gefallenen und von der sonne steakartig verbrutzelten artgenossinnen viel mitleid entgegen bringen könnte – jede kuh versaut sich ihr natürliches erscheinungsbild, weil sie stoisch dem herdentrieb gehorcht und nicht in der lage ist, ihrer sammelwut für unnützes einhalt zu gebieten. das wiederkäuen ist genetisch bedingt. reflexion wäre zur menschwerdung und fraulichkeit unabkömmlich. das kann doch aber keiner von solchen buhlenden weibchen erwarten, wenn schon alle hirnzellen für das anhübschen bzw. verunstalten sowie für diverse flirttaktiken benötigt werden… zudem werden alle strahlen der eingebung von verspiegelten sonnenbrillen und vernünftige einflüsterungen von ipod-ohrtöpseln, aus denen die best-of-dumm-bumm dröhnen, abgeblockt. diese schutzmauern der schlichtheit bilden blockaden auf dem weg zur sinnhaftigkeit. hauptsache die euter sind künstlich vergrößert, die hufe lackiert und das fell gut gebürstet, wenn das ende der körperpracht auf dem gebährstuhl naht.

das männliche pendant trägt u.a. jacken mit aufschriften wie ‚nicht alltäglich‚. nun, ich bin der auffassung, wenn man die eigene besonderheit schon auf der kleidung buchstäblich exponieren muß, weil tätowierungen auf der stirn nun mal nicht abwaschbar sind, dann verbirgt sich unter dem gewand wohl nicht viel mehr als ein fleischgewordener hohlkörper, der im geschlechtsreifen alter zu großer aggression und zu selbstinszenierung neigt, weil er von seiner biomasse beherrscht wird. um dem anderen geschlecht zu imponieren und sich gegenüber der konkurrenz wettbewerbsfähig zu zeigen, baut er anstelle der intelligenz seine muskeln bei unermüdlichen, stupiden muckibudenbesuchen zu aderndurchdrängten protzpolstern auf. nicht, daß ich die körperliche überlegenheit von derart aufgeplusterten männchen nicht manchmal als träger schwerer gegenstände gut einsetzen könnte, leider reicht aber ihr von übermäßigem eiweiß- und proteinkonsum degenerierter grips nicht aus, um zu begreifen, warum sie nach so einer heldentat keine fleischliche belohnung außer einem essen erwarten können. fahrt doch nach pamplona zur stierhatz, um eure männlichkeit auf die hörner, ach nee, probe zu stellen! wer wollte mir verübeln, daß ich in einem derartigen triebverhalten nur das verlangen eines mastbullen erkennen kann? nix wie weg hier!