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ferngesteuert

wie man auf dem foto unschwer erkennt, handelt es sich hier um ein  bei einem update in meinem büro eingeflogenes ufo, das unheimliche leuchtsignale sendet. hätte ich doch nur auf stephen hawking gehört! aber nein, ich mußte ja unbedingt kontakt zu den außerirdischen wesen aufnehmen. und? wie wars? ähm, naja… sie haben mir zwei arbeitstage gründlich vermiest. alles begann gestern nach der mittagspause. ich wollte ein video auswerten. drückte mit der mouse auf die playtaste, das video startete, lief eine weile und sprang dann unvermittelt und ohne jegliche befehle meinerseits wieder auf die anfangsposition zurück. hmmm. ich klickte mit der mouse auf vorspulen, hielt die taste gedrückt, es spulte vorwärts und wieder landete das video wie von geisterhand ferngesteuert am anfang. das spielchen ging eine ganze weile so hin und her, auch nach einem neustart des programms. als ich das unerklärliche phänomen schließlich einem computeraffinen kollegen zeigen wollte, funktionierte alles wieder picobello. klassischer vorführeffekt, grummelte ich in mich hinein, schluckte den ärger runter und arbeitete ungestört weiter.

heute begann der ganze spaß wieder nach zwei stunden. nein, ich hatte keine blöden tastenkombinationen gedrückt und auch keine einstellungen geändert. letzteres kann nämlich nur die it-abteilung. also dort angerufen. it-mensch kommt, hah, fehler sogar immer noch sichtbar, it-mensch kämpft mit der digitaltechnik, gewinnt und fast alles ist wie früher. fast heißt in diesem fall, daß der timecode jetzt nicht über dem video mitläuft, sondern im bild, was natürlich die sicht auf das gefilmte deutlich einschränkt. außerdem ist der videohintergrund nun grau statt schwarz, was den effekt hat, daß die kontraste schwächer sind. nerd macht frickelfrickelfrickel… nichts ändert sich. ich bin derweil an den benachbarten arbeitsplatz umgezogen, wo übrigens mit dem identischen benutzerprofil die spezialsoftware reibungslos schnurrt, muß aber am angestammten rechner immer wieder mein paßwort eingeben oder mich abmelden. weil der nerd immer wieder telefonisch hilfe von anderen nerds einholt, kann ich nicht mehr arbeiten. ich klimpere ein bißchen mit den fingern auf dem tisch klavier, bis der nerd schließlich aufgibt, weil er nicht mehr weiter weiß.

warum müssen altersschwache rechner immer so zickig und wirr werden? ich ziehe da einige parallelen zu den menschen. mir fällt david lynchs plan ein, in berlin auf dem teufelsberg eine universität unbesiegbares deutschland zu bauen, in der transzendentale meditation gelehrt werden soll (das ist nicht der plot seines neuesten films, sondern for real!). oder die schrullige norwegische königstochter märtha louise, die mit schutzengeln konferiert. so, und welchen spleen denke ich mir aus, um mich interessanter zu machen oder meine langeweile totzuschlagen? geistersuche? himmelserscheinungen? oder doch lieber die suche nach seeungeheuern?

mein double und ich

männlicher stolz? eine erfolgsgeschichte ergibt sich aus dem zeugungsakt leider nicht in jedem fall.

kaum wird man auf die welt gepreßweht, nimmt das ähnlichkeitstheater seinen lauf. ganz der vater/die mutter/der samenspender, halb und halb, gelungene mischung oder aber es keimen zweifel an der vaterschaft auf. wurden damit noch nicht genügend komplexe im subjekt erzeugt, muß man sich im zeitalter der reproduzierbarkeit meistens mit omnipräsenten medienvisagen vergleichen lassen. wohl dem, der sich hinter allerweltsgesichtszügen verstecken kann, die keinerlei auffällige ähnlichkeiten zu  irgendjemandem aufweisen und der sich nicht ständig anhören muß: du siehst ja aus wie… (bitte hier den namen des individuellen doppelgängers einfügen). meine bekannten sehen u.a. angeblich aus wie: jürgen vogel (schauspieler), morten harket (sänger von a-ha), juliette binoche (schauspielerin). bei mir kann sich die außenwelt irgendwie nicht zwischen marusha (djane) und gudrun landgrebe (schauspielerin) entscheiden. ich hingegen sehe im spiegel lediglich erbgut. das ist auch gut so, weil der/die verwechselte im ungewohnten blitzlichtgewitter immer so blinzeln muß, was  wenig fotogen wirkt. und? wem seht ihr so ähnlich? (bitte keine vergleichsfotos mitschicken, nicht nur weil ich keine lust auf abmahnungen wegen urheberrechtsverletzungen habe, sondern auch leider ein eidetisches gedächtnis! mit der namenszuordnung sieht es bei mir hingegen weitaus schlechter aus, weshalb sich der aufwand nicht lohnt.)

ich frage mich immer wieder, aus welchen gründen solche vergleiche angestellt werden? will man schmeicheln oder schmähen? existiert denn keine andere möglichkeit, sich im leben zurecht zu finden, als das neue mit dem bereits bekannten ins verhältnis zu setzen? scheinbar können wir nicht viel mehr, als bis zu unserem tod immer und immer wieder zu relativieren, um das denken nicht vollkommen zu verwirren, die bilder sichten, schichten, sortierten und  kategorisieren. und doch glauben wir manchmal,  im abwägen neue wahrheiten gefunden zu haben, dabei waren es oft gerade mal neue schattierungen. es ist ja auch nicht zwingend schmeichelhaft, was die menschen da als vergleichswaisen zu hören bekommen, wie man z.b. in dem erhellend-erheiternden video schlecht geklont sehen kann. dort findet man etwa das porträt der wolfsschablone neben gollum. noch viel schwieriger wird die situation allerdings, wenn man selbst mit viel gutem willen nicht nachvollziehbare, angebliche doppelgänger entdecken soll. innerlich jaule ich dann auf und verkneife mir die frage, ob wohl der kleine zeh vielleicht ein bisher verborgen gebliebenes detail ist, das ich unverzüglich genaueren betrachtungen unterziehen sollte? bloß wie, verdammt noch mal, sehen gleich die kleinen zehen von george clooney aus? da melden die synapsen des bilderarchivs: 0 treffer und langes gesicht.

dabei wäre es manchmal von enormem vorteil, wenn man bei unannehmlichkeiten einen klon vorschieben könnte. ob allerdings das geschaffene surrogat die probleme nicht erst noch verdoppelt, bleibt zu bedenken. darum verneine ich mein double sicherheitshalber lieber doppelt: neinnein.

moderne mon:arsch:ie

krone2 livestyle-königinnen tragen ihre kronen zwar am körper, dennoch meistens eher augenunauffällig (abgesehen von den arschgeweihen). ihre kronen sind zusammen mit dem hirn noch tiefergelegt. sie hängen am leichtbedeckten hintern. vom divenhaften sitzen mit verschränkten beinen, an der äußersten stuhlkante, die aristokratische haltung gerade noch ausbalancierend und die schlanken fesseln dekorativ ins blickzentrum gerückt, sind die zacken zwar ein bißchen verbogen. aber der hauseigene schmuckdesigner wird die dellen schon richten. den hautdellen widmet sich der personal trainer ebenso wie dem rückenproblem und dem steifen hals.

wo sie sich zeigen, herrschen für ein paar minuten glamour und gloria sowie ein geräuschpegel wie an der landebahn eines flughafens. was sie zu sagen haben? fehlgeleitete abwinde. foto- und telegener  augenaufschlag: langkurzkurzkurzlaaang. coverlächeln. ein paar verrucht, annähernd sexseufzend ins mikrophon gehauchte worte. botschafterinnen der menschenliebe und der schönheit. sie heißen oder leben in paris. und baden sich genußvoll in den tränen und dem geld der anderen. sie leben das moderne märchen. paaren hit mit politik, geld mit gold. vergänglichkeit sehen sie nicht, nur das blitzen ohne den donner.

da die kronprinzen bereits anderweitig bürgerliche bestimmung gefunden haben, beschlossen sie schweren herzens, geringfügige abstriche zu machen. ein millionärssohn hie und da, dort ein präsident mit napoleonkomplex. ihr realitätsbewußtsein tendiert gegen null. ‚ach was, gesetze!? kümmert sich die kanzlei. protokoll? schreibt ihr das für mich mit? dresscode? wie jetzt? keine sahnesauce mehr?‘

krone1

carla und paris nackt? skandal! muß man einfach gesehen haben!

aus einem fanbrief:

steck dir deine sticker sonstwohin.