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screenshotwas im staat zur überwachung legitim ist, färbt auch auf berufsleben und privatbereich ab. ich gelange zu dem eindruck,  der staat und viele seiner bürger pflegen mittlerweile einen paranoiden generalverdacht. wo ist die grenze zu staatsfeindlichem und wo die zu auffälligem verhalten? wann ist der hintergrund kriminell? wie umfangreich sind die ermittlungen? oder wird ein indiz heutzutage nicht schneller zum beweis/vorwurf erhoben, als recherchiert werden kann?

die doktrin der kontrolle, der bestimmung, der unterwerfung ruft ein zunehmendes bedürfnis nach sicherheit und nach übernahme staatlicher praktiken  in anderen lebensbereichen hervor. datenschutzrichtlinien werden bei der ahndung ‚unmoralischen‚ verhaltens generös umgangen. vor allem deswegen ist die bespitzelung von angestellten, von freunden, geliebten, angehörigen und ehepartnern sittenwidrig. statt aus einzelfällen etwa den schluß zu ziehen, ein vertrauensverhältnis langsam aufzubauen,  wird der vermeintlich betrogene schnell selbst zum falschspieler.

google ad-non-sense versorgte mich jüngst wieder mit einem praktischen beispiel fortschreitender schnüffelmanier. melden sich deine freunde nicht mehr bei dir, oder du hast das gefühl, sie würden sich verleugnen lassen, so mußt du nicht über eigenes fehlverhalten nachdenken. einfach handy orten lassen und dann mir nichts, dir nichts einen überraschungsbesuch abstatten und den techniktrick als weltlichen zufall ausgeben. wie groß muß die freude beim so arglos begehrten sein, dem die begegnung vollkommen spontan erscheint. schon bevor der treue freund dich auf dieser weise an der nase herumgeführt hat, mußte er allerdings das handy oder die sim-karte entwenden und dann nur noch per sms eine lapidare einverständniserklärung verschicken. man bedenke, es handelt sich hierbei um personen, die älter als 18 sind und eigentlich im vollbesitz ihrer juristischen geschäftsfähigkeit sein sollten. die opfer sind also mitnichten schutzbedürftige kinder.

ich empfinde eine solche handlungsweise deutlich als mißbilligung der intimsphäre. geheimniskrämerei und mißtrauen hin oder her. vertrauen als ‚riskante vorleistung‘ (niklas luhmann) läßt sich durch kontrollzwang und belästigung nicht herstellen. diese rufen nur neue freiheitsbestrebungen hervor, getragen von dem wunsch nach einem verwaisten ort, an dem man wenigstens das gefühl hat, eine unbestimmte zeit alleine zu sein, ohne daß es an der wohnungstür klingelt. ein rückzugsort, an dem man zwar von der polizei im notfall gefunden wird, aber diese möglichkeit der auffindbarkeit eben nicht das denken pathologisch einengt. da nützt es nun aber wenig, wenn ich mir die frage ‚wer bin ich und was kann ich ohne die anderen?‘ stellen möchte, während andere brennend interessiert ‚wo ist sie nur?‘.  besteht schon allgemeine abmeldepflicht, auch in der freizeit? untertauchen wird bei den politikerrufen nach wachsamkeit irgendwie auch immer strapaziöser. wahrscheinlich benötige ich schleunigst gangsternachhilfe. kapriziös und obszön, oder?

und hier noch ein graffito für alle, die nicht loslassen können, was das zeitliche längst gesegnet hat. in diesem sinne: wasser marsch (räusper, nur zu selbst/reinigungszwecken)!

liebe_geht

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