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pooohooostpost

hat sich das warten auf die pohooost aber richtig gelohnt. eigentlich sollten die karten der sommer-postkarten-wichtelei, die frau schmitt initiierte, am montag ankommen. aber ihr kennt das problem: entweder die schnecken tragen aus oder sortieren merkwürdig ein oder aber die schreiber stecken in anderen verpflichtungen fest. das kann alles vorkommen. nun hab ich in einem akt grenzenloser geduld wladimir & estragon gegeben. und ich muß sagen, die letzte karte hat eine berechtigte ausrede. ihr werdet das gleich sehen…

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zunächst habe ich ja schon die ganzen zwei wochen davor andauernd karten bekommen, was mich natürlich rein gar nicht geärgert hat, sondern ich schnipste immer, wenn ich eine neue im kasten fand, fröhlich die treppe hoch und las und freute mich. dann bekam ich mit den wichtelkarten noch einige, mit denen ich nicht gerechnet hatte, die aber auch als reaktion auf meine liebesbriefbeschwerde folgten. ich würde mal sagen, meine briefträgerin hat sich bestimmt sehr gewundert, warum jetzt nicht mehr nur rechnungen und werbemüll ankamen.

die erste wichtelpostkarte stammt von bianca. sie hat offenbar gründlich meine blogfotos durchstöbert und dann ganz passend ein street-art-motiv in bamberg ausgewählt. man beachte bitte den karikierenden modelschriftzug neben der kirchenfigur. in bamberg sind geistliche mit kind auf dem arm im moment wohl auch nicht gern gesehen. und ein schönes foto-text-blog hat sie auch…

zeitgleich muß sich britta a.k.a. frau schmitt, die initiatorin, ihre fingerkuppen wund geschrieben haben. wenn ich das richtig sehe, hat sie allen teilnehmern noch eine postkarte geschrieben. das herbstliche motiv am wasser stammt aus ihrem postkartenfundus. ich hab sowas ja auch, meistens kauf ich dann aber doch noch neue :roll:. die karten haben den vorteil, nicht so schwer wie bücher zu sein – nur, falls man doch mal wieder umziehen möchte oder muß.

susanne aus bonn hat leider kein blog, aber dafür einen klaren standpunkt. beim thema überwachungskamera schwimmen wir jedenfalls auf einer linie, wie man auch in mehreren blogbeiträgen von mir lesen kann. aber einen sommergruß gabs auch dazu. man darf einfach im sommerloch nicht ganz unpolitisch denken, also ich kann das nur für kurze zeit.

biggis karte kam heute mit dem bummelzug an. aber wenn ihr die karte mit den bienen und der blume mal genauer betrachtet, seht ihr, daß diese filigranen dekorationen dort in handarbeit !!! aufgebracht wurden. wow, ich hätte die ruhe für solche feinheiten ja nicht. und das gibt der postkarte neben der handschrift noch mal eine ganz eigene note. vielen dank!

und jetzt die extrapost: mittlerweile wissen wir ja auch, daß marianne sich gerne mal die füße und andere körperteile ungewollt ramponiert. deswegen wohl die warnende bemerkung, ich solle mir diesen schuh (für mich ist das eher ein fußunterturm) nicht anziehen. fudelchen hat für ihre verhältnisse einen halben roman in der karte verfaßt. und ich hoffe, ihr geht es inzwischen etwas besser. ich mußte gerade die stiefelkarte vor dem sockenkätzchen retten…

von der lieben emily habe ich die postkarte mit der „froschkönigin“ erhalten. ich hoffe nicht, daß ich noch von vielen geküßt werden muß… *bähx, glibber*. leider wurde sie von einem straßenmusikanten mit schrägtönen bedudelt, während sie die postkarte beschrieb. nun hoffe ich mal, sie hat zu hause eine bessere platte  aufgelegt.

bis hierhin waren alle karten leserlich. da ich aber eine ähnlich sauklaue habe, wenn ich schreibschrift benutze, konnte ich das lesen oder raten, was meine schwester aus meck-pomm schrieb. der igel kreuzt wieder ihren garten und wildgänse helfen bei der erntenachlese. sie hat sich im urlaub wohl mächtig über die bloggeraktion amüsiert. nur ahnte sie wohl nicht: das ist ansteckend.

leiderleider habe ich auch noch eine pudelpostkarte im briefkasten gefunden, die von meinem lieblingsklamottenladen kam. ähm, hust, räusper. ich habe  gestern 300 euro gespart :roll:. DAS war natürlich nicht geplant, als frau tonari mich auf die aktion aufmerksam machte. dafür sehe ich nicht mehr ganz so schrill aus wie das tänzelnde pudelgetier.

habt alle herzlichen dank für die grüße und die liebevolle auswahl.

postflutfreuden

hatte sich die wortfeile doch hier am ersten juli über die postalische ödnis in ihrem briefkasten beschwert, der nicht nur äußerlich grau/enhaft aussieht, sondern auch innen vorwiegend mit rechnungen, werbemüll und mahnungen bestückt wurde. und die reaktionen auf diesen post waren… tataaa! post/karten! richtige, echte postkarten! handgeschrieben! und alle so liebevoll ausgesucht, daß ich vor freude immer wieder durch die wohnung gehüpft bin. klar war, daß kein liebesbrief kommt. woher auch? aber es gibt die liebe in unterschiedlichen formen. die liebe in gedanken, die heimliche, die brennt und lodert und doch ersticken muß, weil das lechzende, glühende zünglein zu oft an der vergeblichkeit leckt.

und nun zeige ich mal, was die lieben blognachbarn geschickt haben und möchte mich nochmals ganz ausdrücklich und herzlich bedanken. ihr habt die gelegentliche tristesse mit buntheit gefüllt und bringt mit euren worten immer wieder leben in die stille bude:

eine vorzügliche wahl hat die liebe freidenkerin mit dieser karte und vor allem dem zitat von balzac getroffen. der gruß flatterte gleich als erster in mein postfach. die karte erinnerte mich sofort an das märchen vom häßlichen grauen entlein.

ich wußte bis zu dem moment, als frau tonaris postkarte einen tag später eintraf, nicht, daß marzahn so schöne seiten hat. ich glaube, ich muß mal mit frau tonari in den gärten der welt bummeln gehen. wunderschöne anlage, liebe worte auf der rückseite… ihr kennt doch noch das wort „briefgeheimnis“? auch wenn der postbote das lesen konnte, ich drehe die karte nicht um ;-). frau tonari hat mich auch ermuntert, an der aktion postkartenwichteln von frau schmitt mitzumachen. gestern sollten die drei postkarten von bloggern an mich versendet werden. ich warte natüüürlich gaaanz geduldig!

ruthie hat mir passend zu ihrem schier unendlichen fundus an blumen und wissen rundherum um die pflanzen eine wunderbare rosenkarte geschickt, sogar politisch korrekt von unicef. ich habe artig wort gehalten und das dort verratene geheimtreffen in münchen nicht vorzeitig ausgeplauscht. ich kann nämlich schweigen wie ein grab, wenn ich will.

und chinomso hat mich daran erinnert, daß ich mich als schmuckgestalterin meines lebens betätigen sollte. habe ich mir doch glatt im urlaub nach über 18 jahren einen zweiten silbernen ring mit drei zirkonen gekauft. er wird mich täglich an die liebste zeit des jahres, die urlaubszeit, erinnern und meine sehnsucht nähren.

und meine kammerzofe, ähm, ach nein, wie fies, nachbarin wollte ich sagen, hat sich damit revanchiert, mein paket mit dem sonnenschirmständer angenommen und mir das oben drauf gelegt zu haben. ich zeige jetzt mal kein foto von meinen fast verdorrten margeriten, den elenden, sorry!, schluckspechten. ich habe sie gestutzt und hoffe auf den wortfeilschen grünen daumen. die nachbarin hat entweder was gesteckt bekommen oder aber auf meine postkarte mit dem aufdruck „störe deinen nächsten“ etwas feinfühliger reagiert als üblich. ob es langzeitwirkung zeigt, weiß ich freilich nicht.

uuund… marianne hat auch schon post angekündigt *nervös mit den fingern auf den tisch klopf*. hach, wenn ich doch nur geduldiger sein könnte! außerdem bin ich unersättlich. so lange ich atme, hoffe ich mal, daß das so bleibt. und für fudelchen habe ich neulich auch mal das hier fotografiert:

es war in dieser langen leipziger straße so ziemlich die einzige historische beschilderung an einer hauswand, die übrig geblieben ist, neben einem neuen, häßlichen schild in mittelblau. wahrscheinlich zieren die geklauten schilder jetzt irgendwelche wohnungen von irgendwelchen anderen mariannenfreunden. schade das!

briefbeschwerde

frau wortfeile will mal eben schnell ihre abrechnung und einen weiteren brief einwerfen, tappt zum nächstgelegenen briefkasten und traut ihren morgenschlitzigen augen nicht. mit kreide stand auf dem pflaster bitte nur liebesbriefe einwerfen. leider war es zu heiß, um dieser bitte folge zu leisten. vielleicht hat das ja nur der postmitarbeiter dort hingeschrieben, weil er es verdammt noch mal leid ist, nur behördenbriefe einzusacken. würden nur noch liebesbriefe per post verschickt, dann könnte die post wahrscheinlich bald einpacken.

da brauche ich ja nur mal in meinen briefkasten schauen. rechnungen, gelegentlich eine mahnung des örtlichen stromanbieters, werbung und anzeigenblätter. aber ein liebesbrief? wie lange ist der letzte, echte liebesbrief her, den ich bekommen habe? auweia, ziemlich genau 20 jahre. von meiner ersten großen liebe, die sich sonst immer hinter einem panzer aus coolness verbarg. haaach, war das damals… es endete. nein, ich krame jetzt nicht in meinem karton, in dem ich das alles aufbewahre, die postkarten, die liebesschwüre, die liebesentsagungen.

wo kein geliebter existiert, kann auch gar kein liebesbrief ankommen. ich will auch keinen heimlichen verehrer (wenn es den denn gibt, aber woher soll ich das wissen?) zu feurigen liebesschwüren ermuntern. aber ach, wie gerne würde ich jetzt einen liebesbrief lesen. einen, bei dem mir das herz blutet und bis in den hals klopft, vor freude hüpft und ganz schnell pumpt. einer, der schmalzfrei und ehrlich ist. sehnsucht, du unruhegeist.

stattdessen wird frau wortfeile von verständnislosen autofahrern gemustert, die an der roten ampel eine zwangspause einlegen müssen, während sie vermeintlich einen briefkasten fotografiert. einen briefkasten. tja, die muß ja aus hintertupfingen kommen, wenn die so etwas noch nie gesehen hat.

ich bin die postel von der christ

vergeblich war das bemühen meines arbeitgebers, mir in der vergangenen woche einen antrag auf leistungen im krankheitsfall zuzuschicken. ich erhielt also einen anruf aus der entsprechenden abteilung, und man stellte mir die frage, ob ich denn umgezogen wäre und meine neue adresse nicht mitgeteilt hätte. nö, war ich natürlich nicht. denn ich bin mit meiner wohnung mehr als glücklich. besonders schätze ich an kalten tagen die mauschlige fußbodenheizung gegen meine frostbeulen und an warmen tagen den südbalkon für die sommersprossenzucht. wir mutmaßten also gemeinsam über eine mögliche urlaubsvertretung mit tomaten auf den augen, lagen aber vollkommen falsch, wie sich heute herausstellte.

ich öffnete also den brief, in dem ich innen auch noch den alten umschlag mit dem aufkleber fand: empfänger/firma unter der angegeben anschrift nicht zu ermitteln. pöööh, da lachen ja die hühner. der hausbriefkasten verfügt sogar über ein ordnungsgemäßes namensschild, auf dem nur der nachname steht. was war also geschehen? auf der retoure war der name nicht in der richtigen reihenfolge geschrieben – also vorname nachname. ich hieß also anstelle VEB wortfeile eher bürokratendeutsch wortfeile, VEB. das namenschaos muß meinen betriebsblinden briefzusteller derart verwirrt haben, daß er den brief lieber wieder mitschleppte, als noch ein zweites mal etwas genauer hinzuschauen. es ist ja nicht mal ein name, wo als nachname auch ein vorname für verwechselungen sorgt (bspw. christel karl, rainer maria oder ulf uschi). oder der für beide geschlechter verwendete vorname eike, bei dem frau eike bosbach irgendwann erbost, bärtig und muskelspielend die absender von seiner eigentlichen männlichkeit in realiter überzeugt (*es wird nicht wieder vorkommen, ich schwör’s bei…*).

noch seltener erhielt ich nur post, als ich gemeinsam mit meinem bruder in einem haus wohnte. klar, daß er meine briefe erhielt und ich seine. mensch, nun macht doch mal die augen mehr als nur einen briefkastenschlitz breit auf!