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spitzfindigkeiten

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erfahrung ist eine stachelige frucht. (*mexikanisches sprichwort)

dort, wo die gedanken flanieren

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wenn draußen die sonne kitzelt, dich anstrahlt, dich mit ihrer wärme aus dem schneckenhaus lockt, dorthin, wo die bienen summen, weil hummeln im hintern brummen, dann hast du mindestens zwei möglichkeiten. entweder du mischst dich als farbtupfer, als elementarteilchen unter die öffentliche masse, wo du gemustert oder ignoriert, mit blicken bedacht oder angerempelt wirst. oder du ziehst dich auf den balkon zurück, in die zwischenwelt, die halböffentlichkeit der hinterhoffenster deiner nachbarn, dorthin, wo die blumen blühen, wenn du dir das kahle rechteck, den platz an der sonne mit pflanzlichem leben mühevoll aufgerüscht hast.

noch schlaftrunken wanke ich allmorgendlich nicht zuerst in den raum der keramischen hygiene, blicke nicht zuerst in ein müdes gesicht, sondern werfe den ersten blick versonnen auf die pflanzen, zupfe hier ein paar welke blätter, dort ein paar verwelkte blüten, reiche den durstigen wasser, damit sie weiter wuchern, wild und bunt, hoch und schattig oder saftig und schmackhaft werden. abends dasselbe in grün. jede nur mögliche tätigkeit verlagere ich von innen nach außen, feile an texten oder an den nägeln, lese in nichtspiegelnden büchern aus papier, trinke kaffee, qualme… im verlangsamenden halbschatten der hitze flanieren meine gedanken im rhythmus der musik, die verhalten aus dem wohnzimmer in meine ohren dringt. eine gedankenreise zu den unter dem sand des alltags verschütteten orten in mir, die leise in mir gären. die immer da sind, aber manchmal innerhalb lärmender normalität keine beachtung finden. die sich nun stumm in dir fortpflanzen, die wurzeln schlagen, die erntereif werden. die sich und mich verändern. die gehegt und tot/gepflegt und ausgezupft werden. und neu sich fügen. wachsen und welken. werden und vergehen. das unabänderliche und der wandel.

ich trage das kleid des lebens. die jugendliche rebellion, das schillernd und schrille hinter mir lassend, das aufbegehren bewahrend. das dezente, zeitlose im mittel suchend. aber nichts ist zeitlos. ich habe meine zeit. jetzt. luge vorsichtig hinter den vorhang von zukunft und vergangenheit, wo in beiden richtungen das alte lauert. lasse ihn fallen. was war, kann ich nicht mehr ändern. was wird, wird kommen.

draußen klimpern die flaschen, die nach der langen, lauten partynacht zurück in die kisten geräumt werden. der grillqualm hat sich verzogen. die frühlingsluft scheint klar. doch wabert der duft von waschmittel und weichspüler von den wäscheleinen in meine nase. der geruch von mittagessen. dann klingt das scharrende schaben in den bratpfannen in meinen ohren. porzellanteller werden eingedeckt und besteck. eine rauschende toilettenspülung übertönt für kurze zeit das zwitschern der vögel.

im sommer des lebens streife ich wieder und wieder den gedanken an mein gnadenbrot. ruhig brünette, du wirst doch wohl nicht jetzt schon zahnlos werden wollen?

update: für nichtbotaniker oder nichtgärtner hier noch die pflanzennamen in der richtigen reihenfolge (leider zeigt die diashow nur die erste bildunterschrift und dann ist schluß mit bildbeschreibung): weiß-orange gladiole, mauretanische malve, margeriten, anemone, kapkörbchen, kuhschelle, blatt einer stockrose, stockmalven, gartenbambus, tomatenblüte der sorte ‚gelbe königin‘, rosmarin, salbei und lavendel.

florale flaschenputzer

ein einkauf im gartenmarkt. suchenden auges gehe ich die pflanzenreihen auf und ab. am liebsten ein paar wiesenblumen: ackerwinde, butterblumen, glockenblumen, wiesen-storchschnabel, akelei, bunt gemischt. mein wunsch kann nicht erfüllt werden weil zu exotisch! dann erblicke ich in dem pflanzenchaos plötzlich etwas undefinierbares. hmmm, könnte ein strauß ziemlich schriller flaschenreiniger in trendfarbe sein, aber was soll der zwischen dem grün? ich pirsche mich durch das gestrüpp vorsichtig näher, stelle meine augen auf schärfe. ist das plastik? irgendetwas zwischen federboa auf stielen, unachtsam abgeworfener hawaii-blumenkette oder doch tutu. die abteilung mit den kunstblumen für nichtgießer und anästheten ist doch innen. noch näher ran. unübersehbares pink, mit zarten fäden und kleinsten gelben staubbeuteln. feinfedrig und beim taktilen test fühlt sich das zwar ungewöhnlich, dennoch pflanzlich an. das schild verrät den vom aussehen abgeleiteten namen:

pfeifenputzer

ach so, in der australischen natur entstanden also die barbiekostüme lange vor entwicklung der püppi. obwohl ich gestehen muß, daß ich mir unter dem namen ’schönfaden‘ (handelsnamen auch pfeifenputzer, flaschenputzer) eine andere farbe und form vorstelle (bitte keine geschmacksdebatte beginnen!). also wenn es eine pflanze gibt, die mit klassischen hausfrauen, tussis, ballett, tüll, prinzessinnen und teekannenfraktion assoziiert werden kann, dann wohl diese florale schöpfung.

zylinderputzer

 

puschligkeit hoch unendlich. jetzt noch eine nahaufnahme, damit die grelle farbe auch so richtig wehtut. mich brüllt dieses neonpink schon beim upload nieder. augen zu und schnell auf veröffentlichen klicken und hoffen, daß euer display beim öffnen nicht implodiert.

pfeifenputzer