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ich treibe so im wasser vor mich hin

frau wortfeile meldet sich kurz aus der anhaltenden rekonvaleszenz, um einige bilder zu zeigen. richtig wortgewaltig ist sie noch nicht wieder. sie mag im moment weder schreiben, noch lesen. und angelegentlich befällt sie das gefühl, ihr stünde das wasser bis zum hals. aber das täuscht bestimmt. ganz sicher sind heute nur die füße, strümpfe und schuhe naß geworden, als sie durch die feuchten wiesen des clara-parkes streifte, um die fotos vom überfluteten spielplatz zu machen. ihre eigene kamera hat sich kurz vor der abreise nach hiddensee erst einmal verabschiedet. im moment fehlt ihr das nötige kleingeld für so einiges, da muß die kamerareparatur warten. ist doch außerordenlich günstig für den hersteller, nur ein jahr garantie zu gewähren, während sich das objektiv exakt drei monate nach deren ablauf und nach 10.000 fotos mürrisch nicht mehr einfahren läßt. also sind nun diese fotos mit der leihgabe eines freundes fotografiert. frau wortfeile wird auch in den nächsten wochen nicht zu ihrer alten, täglichen schlagzahl zurückkehren. dafür geistern ihr viel zu viele existenzielle problemchen (ihr wißt schon: hab dich nicht so!) im kopf und gesundheitliche in körper und seele herum. zitat a la jedermann: „wird schon wieder!“. hatte ich erwähnt, daß ich gewisse erfahrungen in meinem leben machen durfte, die mich zur skeptikerin werden ließen? nicht?! na dann…

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seit meiner reise auf die insel hiddensee suche ich mehr denn je nach menschenleeren plätzen, wo ich mich am wohlsten fühle. niemand stört, niemand verbreitet hektik. mein ruhebedürfnis scheint unendlich zu sein. die sehnsucht nach einem nie enden wollenden blick auf das meer mit seinem regelmäßigen wellenschlag, das geräusch, das den kopf in eine art von trancezustand schaltet.

impressionen lennépark krumbeck

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ein park ist ein park ist ein park? nein, ganz so einfach macht es uns die sprache und der menschliche hang zum künstlichen und zur zweckentfremdung ja nicht. auf dem heimweg aus dem urlaub fragte ich mich, warum es wohl autopark und parken heißen könnte. oder warum man etwas so unnatürliches wie chemie mit dem wort park verbindet (chemiepark klingt für mich absolut unpassend. ich muß automatisch an den schwefelgeruch denken, der mich zu ddr-zeiten bei der zugfahrt durch die umwelthölle bitterfeld-leuna umwaberte). aber, so lese ich in meinem etymologischen wörterbuch, das wort hat anfang des 18. jahrhunderts eine wandlung vom ursprünglichen „eingeschlossenen raum; tiergehege“ und abgrenzter grünanlage hin zur für mich herabgestuften bedeutung eines sammelplatzes vollzogen. park ist also nicht lediglich ein ausdruck für den mangel an natur im städtischen lebensraum, der vom menschen als erholungsgebiet nach der zerstörung durch bebauung und raubbau wiederhergestellt wird, sondern auch einfach etwas eingezäuntes, von der normalen umgebung sich durch andersartigkeit abhebendes.

nichtsdestotrotz kann ich den lennépark im mecklenburg-vorpommerschen krumbeck für mich in das, was ich im engsten sinne als park verstehe, wunderbar einordnen. die weitläufige anlage verfügt über die typischen sichtachsen des landschafstarchitekten peter joseph lenné, nach dessen plänen der gutsbesitzer ulrich otto von dewitz 1832 die anlage gestalten ließ. teiche und bachläufe durchziehen das gebiet, seltene baumarten, so selten, daß ich nicht sagen kann, welche bäume ich da fotografiert habe. schade, daß es keine beschilderung gibt. leider konnte ich nur einen teil sehen, da meine mutter und ich uns leicht gehgeschädigt zeigten (obwohl ich mich, wenn ich alleine gewesen wäre, sicher wieder im eiltempo durch das gesamte gebiet geschleppt hätte). viele der bäume sind knorrig gewachsen, ineinander verschlungen. manche stämme haben einen gigantischen umfang. erst nach der wende haben die erben des fideikommissherren dewitz den landschaftspark wieder aufgeforstet, marode brücken erneuert und die wege wieder angelegt, die zur familiengrabstätte auf einer insel leiten. das gutshaus wurde ebenfalls saniert. im park weiden ökoschäfchen. nebenan befindet sich ein gestüt, wo gleich mal ein hengst auf der pferdekoppel die rangordnung festlegte *aua*. die dorfkirche wurde im 14. jahrhundert aus feldsteinen errichtet. leider nicht fotografiert habe ich einen hausbriefkasten in kuhform. auf dem land komme ich mir nämlich schnell mal wie ein spanner vor. und so sicher kann man sich da nicht sein, daß man nicht hinter den gardinen unsichtbar beobachtet wird… der park ist ein herrlicher ort der ruhe, wenn nicht gerade ringsherum die mähdrescher und traktoren heulen. überall findet man ein schattiges und fast vollkommen ungestörtes plätzchen zum ausruhen.