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musical killed the mystery

spoilerwarnung!

womit kann man auch noch den letzten nicht-mystery-serien-fan davon abbringen, die fox-serie fringe weiter zu schauen? man füge dem ganzen gedöns um das unerklärliche, die parallelwelten, das mysteriöse, das unheimliche, das monströse noch als süßliches sahnehäubchen und anzeichen der verwesung eine portion musical hinzu. die dramaturgie in den folgen 15 – 19 der 2. staffel schwächelte wie alte batterien vor sich hin, die einem kassettenrekorder nur noch quälend, leiernde musik entlocken. jede folge startete mit einem entsetzlichen fall, der irgendwie aufgeklärt werden mußte. wobei das gefühl der beliebigkeit in mir wuchs, es war kein raum mehr für überraschendes. der spannungsbogen verflachte, weil sich die folgen nach immer dem gleichen schema gestalteten. herrje, wenn die geschichten weiter so vor sich hin dümpelten, würde ich eben ein neues buch lesen. ich bin ja ohnehin nicht so der fan von science-fiction. scheinbar ging den schreibern der stoff aus. und so griffen sie für folge 20 – brown betty – tief in die mottenkiste.

man nehme einen bekifften, leicht tattrigen wissenschaftler, lasse ihn ein krimi-märchen erzählen, das immer wieder in die gewohnte serienebene überblendet, drehe den frauen ein paar ondulierte löckchen, den männern verpasse man einen fassonschnitt und einen öligen scheitel, dazu den look der frühen 50er und die technik der späten 90er, weil stilbrüche in einer science-fiction-serie zwangsläufig niemanden stören können, denn der inhalt ist ja das unmögliche. die szenen tauche man in sepia- und cyantöne (was man andernorts als film-noir-reminiszenz überbewertet und wofür sogar ein extra sw-trailer geschnitten wurde). ach ja, und wie schmelzen wir alle vor dem bildschirm dahin, wenn die schauspieler plötzlich knarre und laborbesteck gegen ihr mehr oder minder ausgeprägtes gesangstalent tauschen. klar hatten alle gesangsunterricht an der schauspielschule und mindestens einen persönlichen gesangslehrer während der dreharbeiten. das einzig gute an ihren musikalischen darbietungen war, daß sie die lieder nur kurz anstimmten und dann meistens recht schnell unterbrochen wurden. mich erinnerte das eher an eine mischung aus musikantenstadl und kuschelrock. klar muß so eine folge auch mal ohne getrickste schockbilder auskommen. aber das? für mich ist es der anfang des endes, das auch die serie ally mcbeal nahm, lediglich ein bißchen früher. ich tippe: eine staffel noch, und dann ist fringe nur noch eine randbemerkung in der serienhistory wert. oder  die serie hat nur mich als zuschauer verloren, was ich keinesfalls bedaure. noch trivialer kann es kaum werden.