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tea & coffee, piazza & towers

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den anstoß für die gestaltung von 31 tee- und kaffeesets für alessi gab 1983 und 2003 der designer alessandro mendini. viele kennen die berühmte zitronenpresse oder verschiedenstes küchenzubehör vom löffel über den küchentimer bis hin zum teekessel im retro-bauhausstil. auch diese objekte  der sonderausstellung tea & coffee, piazza & towers. alessi. architektur für den tisch im leipziger grassimusem lehnen sich stark an baulichen merkmalen an, sie wurden ja schließlich von architekten entworfen. ein bißchen erinnert das wahrscheinlich an ihre modellbauentwürfe, die sie zur planung eines bauprojekts basteln, um die räumlichkeit zu erfassen. in den größtenteils glänzend aufpolierten, limitierten silbereditionen spiegelt sich alles mehrfach. die kassettendecke, die vitrinen, die fenster, die bäume, die museumsbesucher. ein spiel mit der umgebung, ein spiel mit dem maßstab, ein spiel mit dem material und mit dem anspruch, zeitloses zeitgeistdesign herzustellen. diese lichtbrechungen in den desginobjekten passen, wie ich finde, gut zum heutigen bilderrätsel.

faszination grassimuseum

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zwischen zwei wolkenlücken eilte frau wortfeile heute in das grassimuseum für angewandte kunst und auch trocken wieder nach hause. ein tag, wie ich ihn schöner kaum erträumt hatte. alleine die architektur des gebäudes hat mich so stark beeindruckt, daß ich stundenlang durch das museum für kunsthandwerk hätte schlendern können. und ganz brav besorgte ich mir dieses mal auch eine fotoerlaubnis. das gebäude wurde zwischen 1925 und 1929 im stil des art déco gebaut.  im krieg wurde das gebäude stark beschädigt und 2007 nach umfassender sanierung wiedereröffnet. es beherbergt außerdem noch das museum für völkerkunde und und das museum für musikinstrumente. das ist partout nicht alles an einem tag zu schaffen  (*schlapp schlurf*). denn zu den dauerausstellungen antike bis historismus und asiatische kunst gesellten sich noch drei!!! weitere sonderausstellungen: tea, coffee, piazza & towers: alessi. architektur für den tisch, in der sehr außergewöhnliche designentwürfe gezeigt wurden, exotische welten. der schulz-complex und das frühe meißener porzellan (fand ich persönlich zum schnelldurchlauf geeignet). aber wie stark pochte doch mein kleines laienfotografenherz in der exposition gefangenes licht. deutsche und internationale glaskunst seit 1960. das war eine große herausforderung für mich, diese grazilen kunstobjekte in den spiegelnden vitrinen abzulichten und ist eine gesonderten fototext wert, genau wie einige andere exponate.

die ausstellung ist unter museumspädagogischem aspekt sehr ausgewogen. nicht zu viel text, viel zum gucken, zum staunen, zum wiederentdecken. in den vitrinen funkelten perlmutt und alabaster, glas, gold und zinn, silberbesteck und gemmen, fächer und barockkleider. und alles war so fein gearbeitet. alles von hand gestaltet. von der illustration von bibelauszügen (habe ich mal ausgelassen) über blutige jagdszenen bis hin zu filigranen dekors mit blumenmustern oder tierdarstelleungen war alles dabei. in manchen räumen werden licht und themenspezifische musik sensorgesteuert ein- und ausgeschaltet. und das scheint auch notwendig, denn für mein empfinden gab es mehr aufsichtspersonal als besucher. dabei ist das museum eine echte empfehlung. es ist ja nicht so, daß ich mir den ganzen kram als staubfänger in die bude schleppen würde. aber alleine zu sehen, wie hoch entwickelt die handwerkskunst bereits vor jahrtausenden war und das in relation zu den heutigen „wertvollen“ kunsthandwerlichen gegenständen zu setzen, die dagegen teilweise wie schrott wirken, das ist eine erfahrung wert.

und ganz nebenbei dürfte ich nun so ziemlich jede farbe für das fotoprojekt farbe bekennen 2010 eingefangen haben, weil die kunstobjekte in allen erdenklichen farbnuancen gestaltet sind. yippi! von der kassettendecke aus milchglas und diesem ausstellungsraum für die glasobjekte konnte ich gar nicht genug bekommen. ein phantastisches raumgefühl, beste lichtverhältnisse. ich konnte mich einfach kaum entscheiden, welches der vielen fotos nicht mit in die slideshow durfte. sorry! ich habe es das erste mal fertig gekriegt, meine speicherkarte voll zu machen, so daß ich schon im museum aussortieren mußte. und zwei akkus zur strecke gebracht… aber so viel ästhetik auf engem raum bekomme ich sonst selten geboten.