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impressionen lennépark krumbeck

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ein park ist ein park ist ein park? nein, ganz so einfach macht es uns die sprache und der menschliche hang zum künstlichen und zur zweckentfremdung ja nicht. auf dem heimweg aus dem urlaub fragte ich mich, warum es wohl autopark und parken heißen könnte. oder warum man etwas so unnatürliches wie chemie mit dem wort park verbindet (chemiepark klingt für mich absolut unpassend. ich muß automatisch an den schwefelgeruch denken, der mich zu ddr-zeiten bei der zugfahrt durch die umwelthölle bitterfeld-leuna umwaberte). aber, so lese ich in meinem etymologischen wörterbuch, das wort hat anfang des 18. jahrhunderts eine wandlung vom ursprünglichen „eingeschlossenen raum; tiergehege“ und abgrenzter grünanlage hin zur für mich herabgestuften bedeutung eines sammelplatzes vollzogen. park ist also nicht lediglich ein ausdruck für den mangel an natur im städtischen lebensraum, der vom menschen als erholungsgebiet nach der zerstörung durch bebauung und raubbau wiederhergestellt wird, sondern auch einfach etwas eingezäuntes, von der normalen umgebung sich durch andersartigkeit abhebendes.

nichtsdestotrotz kann ich den lennépark im mecklenburg-vorpommerschen krumbeck für mich in das, was ich im engsten sinne als park verstehe, wunderbar einordnen. die weitläufige anlage verfügt über die typischen sichtachsen des landschafstarchitekten peter joseph lenné, nach dessen plänen der gutsbesitzer ulrich otto von dewitz 1832 die anlage gestalten ließ. teiche und bachläufe durchziehen das gebiet, seltene baumarten, so selten, daß ich nicht sagen kann, welche bäume ich da fotografiert habe. schade, daß es keine beschilderung gibt. leider konnte ich nur einen teil sehen, da meine mutter und ich uns leicht gehgeschädigt zeigten (obwohl ich mich, wenn ich alleine gewesen wäre, sicher wieder im eiltempo durch das gesamte gebiet geschleppt hätte). viele der bäume sind knorrig gewachsen, ineinander verschlungen. manche stämme haben einen gigantischen umfang. erst nach der wende haben die erben des fideikommissherren dewitz den landschaftspark wieder aufgeforstet, marode brücken erneuert und die wege wieder angelegt, die zur familiengrabstätte auf einer insel leiten. das gutshaus wurde ebenfalls saniert. im park weiden ökoschäfchen. nebenan befindet sich ein gestüt, wo gleich mal ein hengst auf der pferdekoppel die rangordnung festlegte *aua*. die dorfkirche wurde im 14. jahrhundert aus feldsteinen errichtet. leider nicht fotografiert habe ich einen hausbriefkasten in kuhform. auf dem land komme ich mir nämlich schnell mal wie ein spanner vor. und so sicher kann man sich da nicht sein, daß man nicht hinter den gardinen unsichtbar beobachtet wird… der park ist ein herrlicher ort der ruhe, wenn nicht gerade ringsherum die mähdrescher und traktoren heulen. überall findet man ein schattiges und fast vollkommen ungestörtes plätzchen zum ausruhen.

impressionen feldberger seenlandschaft (teil II): wildes tier/er/leben

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noch am morgen der abreise rangen auf einem heimatlichen salbeiblatt die frisch geschlüpften käfer unbekannten namens. frau wortfeile hatte nicht genug zeit, die balkonpflanze zu duschen. nun sind sie ausgeflogen, die letzten eier verschwunden.

während meiner reise begegneten mir viele andersartige wesen, meistens geflügelte, aber auch vierbeinige flinke, denen ich oft vergeblich hinterherjagte, die einfach zu flatterhaft sind oder ihre flug/runden in sicherer entfernung vom menschen drehen, dem verruchten jäger, sammler und störenfried. ich hätte so gerne ein teleobjektiv dabei gehabt… kann ich nicht ändern. oftmals war ich aber gar nicht schnell genug am apparat. und sich den wie ein tourist um den hals zu bammeln, ist ja bei der gartenarbeit dann doch recht störend. der marder ist einfach übers dach geflitzt, so schnell konnte ich kaum gucken. schade, schade! einiges hier gehört wieder in die kategorie cam unsharp von der freidenkerin.

ein paar dankbare tiermotive habe ich aber doch gefunden: u.a. die motten im dicken spinnennetz (nicht iiieeeh schreien, liebe emily, das ist hinter einer, nein zwei schutzscheiben aus glas), den türklopfer in löwenform (der war lange nicht benutzt worden, im dorf kommt der besucher nämlich immer noch einfach und ohne vorwarnung in den garten), der igel machte auch eine ziemlich gemütlichen eindruck (naja, schnecken sind auch keine wirklich rasendschnelle beute), die schnecke auf der kante des keramiktrogs absolvierte eine echte gratwanderung. ständig wackelte das haus bedrohlich und das ganze schneck drohte abzustürzen. schließlich schaffte sie es und kratzte kopfüber die kurve, nicht ohne eine schleimspur zu hinterlassen.

die rufe des kranichpaares haben mich eines morgens halb fünf aus dem bett gelockt. ich knipste durch die fensterscheibe, um sie nicht zu verschrecken, was dann aber recht schnell durch morgendlichen individualverkehr auf der plattenstraße erledigt wurde. also und dieser weimaraner, der hat auch einfach nicht stillhalten wollen. wackelte durchs dorf, als wäre es seines, jagt die nachbarskatzen, und sonst hütet er gelegentlich schafe. auch das äsende reh zeigte sich nicht gerade fotogen in anbetracht meiner annäherungsversuche. tja, und die greifvögel waren so weit weg, daß ich kaum zwischen milan, irgendeiner bussardart oder doch eher eine kornweihe (?) unterscheiden konnte. einer hatte jedenfalls bei der gerstenernte leichte beute auf dem acker hinter dem mähdrescher gesucht und gefunden.

die nachbarskatze stolzierte nahezu täglich mit einem maulwurf, einer feldmaus oder einer wühlmaus im maul an uns vorbei, guckte dabei etwa so: tja, ihr dummen dosenöffner, so zackig seid ihr nicht und so kleine pfoten mit scharfen krallen, die in kleinsten löchern wühlen können, habt ihr auch nicht. und wißt ihr, was euch außerdem fehlt? geduld und schleichfüße. ach, und vom moorwald muß ich unbedingt noch das krokodil fürs sommerloch nachreichen. die story wäre ja beinahe untergegangen. und da ich das wort niedlich äußerst selten verwende, für die kleine bunte raupe auf dem blauen pullover meiner mutter ist es ausnahmsweise angebracht. was sich allerdings daraus für ein schmetterling entpuppt, kann ich nicht 100-%ig sagen (vermutlich ein schlehen-bürstenspinner, vgl. hier). aus der schwarzgelben raupe wird wohl mal ein kleiner fuchs.

im garten gab es auch eine schwalbenflugschule für rauch- und mehlschwalben. dabei wird einem fast vom zuschauen federleicht und zugleich mulmig, wie schnell sie zwischen hektischem flügelschlag und sanftem gleitflug wechseln können. leider mußten wir eine junge rauchschwalbe erdbestatten. und die anderen ziehen bald nach süden. gute reise!