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vorsicht, baustelle!

6:40 uhr: etwas unsanft wird frau wortfeile von einem sprung der katze mitten ins gesicht geweckt. sie ist schlagartig putzmunter, versucht es mit einem rauswurf der miez und augen wieder zudrücken. nix. der schlaf ist gegangen. die müdigkeit bleibt.

7:30 uhr: frau wortfeile gönnt sich ein frühstück, liest blogs, gibt manchmal ihren senf dazu, während word:press gerade wieder schrauberstunden am system eingelegt zu haben scheint und die schneckenhafte geschwindigkeit des seitenaufbaus sie ein wenig an die wartezeit auf einen trabant erinnert. neben ihr schnarcht gemütlich frau galotti. toll, erst verrückt spielen, jetzt pennen. typisch katze.

9:00 uhr: die haare liegen schlecht. frau wortfeile beschließt, nein, keine aufhübschung, sondern einen anfang der entmüllung, bezieht zunächst das bett neu, trennt sich von klamotten, die fast zwei große mülltüten füllen. einiges ist so zerschlissen oder ergraut, daß es nur noch den gnadentod in der mülltonne finden kann.

10:45 uhr: frau wortfeile kriegt einen rappel. jetzt will sie ihr schlafzimmer umräumen. das doofe regal soll raus, war sowieso nur krempel drin, die ganze kramecke mit einem weißen tuch als „übergangslösung“ seit zwei jahren gut versteckt. wohin damit? der keller ist zu feucht. aber der alte kleiderschrank, der hat doch nach oben noch stauraum über der kleiderstange. es fehlt ein 1,06 m langes und 51 cm breites brett. da ließe sich doch… aber in ihrem keller findet sie nur zu kurze bretter und zieht erst mal den kürzeren.

11:45 uhr: frau wortfeile klopft bei der nachbarin und fragt, ob die kleine tochter ihrer freundin, die arbeitslos ist, eventuell was von den klamotten gebrauchen könnte. die nachbarin inspiziert die second-hand-ware, nimmt schon mal eine cordjacke, einen wintermantel und einen rock. die tüten sind gleich viel leerer, stehen aber dennoch im treppenhaus rum. (was das bedürftige kind nicht braucht, geht dann nach chemnitz und von dort aus mit dem lkw nach rumänien.) im gegenzug erhält frau wortfeile von ihrer nachbarin zwei lange bretter, die sie sich mit einer handsäge zurechtkürzen muß.

12.30 uhr: noch schnell die zwei kopfkissen in die waschmaschine gestopft. ein kopf braucht keine drei kissen. der wortfeilsche zumindest nicht. für sie reicht notfalls die nackenrolle, sollte sich jemals besuch ankündigen, dann bekommt der natürlich das dicke kopfkissen. die anderen beiden tritt sie ihrer schwester für das landhaus an der feldberger seenplatte ab. dort hatte frau wortfeile nämlich ein klumpenkissen, auf dem es sich schlecht schlief. morgens war außerdem  – je nach beulenanzahl im kopfkissen – die gesichtshaut leicht verknautscht. und – es war das einzige kissen im haus mit sechs betten.

12:45 uhr: frau wortfeile schwingt beschwingt die säge. brett eins aus fichtenholz geht ratzfatz und die länge paßt auf anhieb. brett zwei aus schönem eichenholz dauert eine gefühlte ewigkeit. wortfeiles arme müdeln. es will und will kein ende nehmen. außerdem hat frau wortfeile etwas unblickig an der seite den trennstrich gezogen, wo ein astloch zusätzliche kraftanstrengungen erfordert. frau wortfeile sägt und sägt und sägt und sääägt. zwischendurch krallt auch noch die katze nach dem sägebrett. es blinkt ja so schön und bewegt sich mittelschnell. das könnte doch was bespielbares sein.

13.30 uhr: endlich, mit leichter verspätung sonntagsruhe auf dem balkon. brett zwei paßt. der regalinhalt wird geprüft, überflüssiges landet im müll. und der klägliche rest findet auf der neuen ablagefläche im schrank platz. das regal wandert – wie könnte es anders sein – übergangsweise in die küche, bis frau wortfeile den passenden schrank gefunden hat.

14:30 uhr: endlich ein zweiter kaffee und ein verdientes zigarettchen. jetzt doch einen blogbeitrag schreiben und dann die plötzliche invasion der wollmäuse mit dem staubsauger jagen. die biester verstecken sich ja immer hinter den schränken und tauchen erst auf, wenn man mal so grundlegende änderungen oder das abrücken der möbel praktiziert, was ja nicht allzu häufig der fall ist. und bevor die katze nachher aussieht wie eine graue maus, muß frau wortfeile das  wohl oder übel noch erledigen. aber die kleine hatte soviel zu jagen und zu besichtigen, daß sie schon wieder ratzt. kartons und plastekisten, müllsäcke und alte kleider, die plastehülle eines überraschungseis wurde als neues spielzeug in beschlag genommen.

15:15 uhr: frau wortfeile spürt die blasen an den händen, die der griff der säge dort hinterlassen hat. nichts mit geschmeidigem fingerfliegen auf der tastatur. also denkt sie an die veränderungen in ihrer wohnung, die noch anstehen. wenn mal wieder zeit ist, wird sie ihre bücher aussortieren. und dieser gedanke bereitet ihr wirklich jetzt schon große trennungsschmerzen. dann muß noch ein dreieckiger schrank aus der stube ins schlafzimmer um- und eine neue liegewiese einziehen. auf der günstigsten i:kea-variante, die man auch als doppelbett benutzen kann, liegt sich frau wortfeile nämlich ihr bereits krummes kreuz durcher als durch, was einen unglaublich entspannenden effekt hat. dann muß noch ein alter schrank mit beinen versehen werden, damit die frau wortfeile nicht immer davor niederkniet. ein schrank ist nun mal kein gott. und wortfeile hat es sich nicht so mit betpositionen. ach, mehr fällt frau wortfeile im moment nicht ein. aber es wird sich finden. ganz gewiß.  frau wortfeile ist froh, kein haus zu haben, in dem sie noch mehr zeug über die jahre ansammeln konnte. und mit diesen gedanken verabschiedet sie sich erst einmal in die badewanne.*blubblub*

m gegenzug erhielt frau wortfeile von ihrer nachbarin zwei lange bretter, die sie sich mit einer handsäge zurechtkürzen muß.

nimm mich (mit)!

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die wortfeile hatte heute einen blumig-blümeranten tag. sie wurde im auto zunächst zu ikea kutschiert, wo sie eine plastikbox für deppeneltern erwarb, auf der ein absurder warnhinweis zur erstickungsgefahr aufgeklebt war. also babys soll man in der box nicht lagern. die werden das symbol wohl auch kaum deuten können. vielleicht hätte man, um das ganz idiotensicher zu illustrieren und überängstliche auf die palme zu jagen, noch einen kindersicheren standort auf einem schrank dazumalen müssen. man kann ja nie wissen, was menschen mit schlafmangel alles so übersehen.

vom möbelhaus tuckerten wir weiter in den baumarkt, den ort, wo männer noch ihr hoheitsrecht ausüben dürfen, wenn ihre außerhäusigen orgasmussurrogate (auto, stammtisch, fußball etc.) den haussegen zu sehr in schieflage gebracht haben. heimwerkliches klopfen und hämmern ist dann eine virile geste der beschwichtigung. während ich in richtung gartenmarkt strebte, erblickte ich einen bierbäuchigen musterprimaten, der sogar noch motorradhelm und sonnenbrille zum schutz trug. ein ähnliches exemplar hatte ich vorher schon bei ikea bestaunen dürfen, mit unmotorisierter zweiradfahrerausrüstung samt fahrradhelm auf dem dummschädel. schon bei der ankunft auf dem parkplatz des baumarkts starrte ich fassungslos auf ein riesiges werbeplakat, mit der schlüpfrigen aufschrift ohne scheiß. wir können am längsten, was mich prompt an die lkw-schilder für urtriebige penisprotzer meiner ist fünf meter lang erinnerte. auf dem nächsten werbeplakat verklemmte sich mein weibliches hirn durch folgenden prollspruch: ohne scheiß. wir sind total offen. naja, wenig überzeugend. ihr werbefuzzis könntet den hosenstall und euren laden gleich mit schließen. sonst möchte sich die kundin womöglich gerne wieder in einen keuschheitsgürtel zwängen, bevor sie den saftwitzladen für rammdösige schenkelklopfer erneut betritt.

der erbärmliche eindruck wurde am ausgang durch eine in phallusform beschnittene buchsbaumanordnung in flotter dreierformation komplettiert, die um eine hollywoodschaukel für singles gruppiert waren. davor jammerte das schild einer außenleuchte in dildoform ich würde gerne mitkommen. da wa mein einkaufsbeutel infolge von so viel stümperhaften sackgängertums und von dümmlicher doppeldeutigkeit  aber schon gaaanz fest verschlossen. wenigstens sind die balkonpflanzen eine augenweide…

ps: der besuch des heimwerkermarktes muß mich zum häuslichen frickeln am rechner inspiriert haben. und so entstand meine erste slideshow.

verbohrt und behämmert

frauen-heimwerkenauch wenn die farbgebung des plakats und die körperhaltung des models mit dem akkubohrschrauber, der wie eine gezogene waffe wirkt, eher an eine werbekampagne des verteidigungsministeriums denken läßt, nein – hierbei handelt es sich um heimwerkerkurse, was schreibe ich, ‚power events‚ für frauen. leiderleider habe ich fast alle wichtigen termine verpaßt! ich bin untröstlich! jetzt werde ich nie von langmütigen experten erfahren, wie man ganz leicht wände verunstaltet. ich muß wohl weiter luftlöcher glotzen und kann mich nicht vor lauter ästhetikbeleidigung durch den anblick von ‚coffee‘- und ‚latte macchiato‘-wandtattoos vor meiner küchenarbeit drücken, weil mir so speiübel ist.

auch mein rasen bleibt weiterhin ungestüm. ich bin einfach zu faul, ihn devot kniend unkrautfrei zu zupfen und auf englische kürze zu trimmen. wildwuchs for wild woman. wer sich solch überflüssige arbeiten ausdenkt, sollte zur strafe grashalme auf einem golfplatz zählen müssen! außerdem verabscheue ich das geräusch elektrischer rasenmäher, vor allem an wochenenden und vor zehn uhr morgens.

was ich aber wirklich unverzeihlich finde, daß es mir meinen lebtag kalt bleiben wird, nur weil ich bei diesem grillkurs ‚jetzt wird’s heiß!‚ durch abwesenheit glänzte. dann darf ich wieder nur in rauchwolken gehüllt grillettas verteilen, schweigend an der bierflasche nuckeln, pappteller und plastikbesteck sowie saucen reichen, krebserregend verbrannte lebensmittel in mich stopfen und hinterher die aschige sauerei entsorgen.

teichbau und pumpentechnik kann ich mir schenken. froschschenkel stehen im moment nicht auf dem speiseplan. und mir reicht es, aus größtmöglichem sicherheitsabstand zuzusehen, wie sich menschen künstlich aufplustern. vielleicht würde eine pumpe die blasen zum platzen bringen. ein paar gezielte nadelstiche oder pfeilspitzen erfüllen in solchen fällen den zweck vermutlich adäquat.

vollkommen pragmatisch denke ich an den kurs im august: sperriges und großk(l)otziges zu zerschreddern – was für eine perspektive! so wird die professor-unrat-mentalität noch vor den wahlen mit dem homogenisator zu einem leicht bekömmlichen brei zerkleinert. mit der heckenschere dann noch ein paar zerlauste bärte stutzen und aus wirrköpfen fluffige fransenhaarschnitte frisieren. ich fühle ein kribbeln in den fingern und mich beinahe jetzt schon wie udo walz. wer ist der nächste im terminkalender für die leyenfrisur? darf es ein bißchen gehirnspülung oder doch lieber die kürzung der gedankenfreiheit sein? nur die kaputten splißhaare ab, wie sie wünschen. sie finden den schnitt nicht merkellos? im vertrauen als ihr leibeigener figaro: bei ihrem profil würde ich ein wenig mehr schwung in den spitzen empfehlen. glätteisen? aber nicht doch! das streckt ihr langes gesicht unvorteilhaft…

kehren wir zurück von der regierungsstilberatung zur bauberatung: ja, am ende frage ich mich natürlich, bei welcher gelegenheit der fotorealistische akkubohrschrauber zum einsatz kommen soll, mit dem der kurs in szene gesetzt wurde? profilleisten zertrümmern? die bohrtechnische unbeholfenheit von frauen scheint mir hier nicht hinreichend behoben worden zu sein. also nix mit handwerklicher versiertheit und demzufolge unabhängigkeit beim nestbau. die entscheidende frage ist nicht, wem es mehr an kompetenz und profil mangelt – manchen frauen oder den meisten politikern, sondern bei wem sich die defizite stärker auf die gesellschaft auswirken.