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böse sprachfallen

eigenwillige rechtschreibreform der streetartkünstler, aufgenommen im dösner weg in leipzig. da geht doch noch was (besser).

für meinen geschmack ein bißchen zu viel ringel-s. da war wohl jemand ganz scharf… immerhin schreibt er/sie das pseudonym richtig und nicht denndahgel.

mehr sprachkolumnen von mir findet man z.b. hier und dort oder mit dem schlagwort „sprache“ in der sidebar. im forum von korrekturen.de bekommt der reformiert sprachverwirrte hilfe. sehr nützlich ist auch die seite mit den beliebtesten bzw. häufigsten rechtschreibfehlern. und immer wieder unterhaltsam und lehrreich der zwiebelfisch von bastian sick.

lasterhaftes

it's all about having a good time with doing bad things!

herrlich, diese doppeldeutigkeit des wortes laster durch das grafitto. und gleich ein grund mehr, heute mal über mich selbst zu lästern. hier ist es seit sonntag durchgehend heiß. und hitze ist für mich alles über 25 grad, dann muß ich meinen kreislauf enorm mit wasserzufuhr in trab halten. wortfeile will sich also in ein luftiges gewand schmeißen und stellt fest: außer einem elfenbeinfarbenen kleid mit schönem muster ist der restbestand schwarz und schwarz und ausgewaschenes schwarz und dunkelblau und dunkelgrün. und alles in allem nicht bequem oder viel zu aufgedonnert für den alltag. hmmm. so geht das ja gar nicht. gestern wurde ich sogar von einer kollegin erstaunt auf mein helles kleid angesprochen, weil ich wäre ja sonst immer so dunkel (gekleidet). es ist aber nicht so, daß diese dunklen farben einem dunklen seelenzustand entsprechen. nö! das sieht nur so aus.

fassen wir zusammen: hitze, kleiderauswahl unbefriedigend. wo kann weibchen da am besten sein mütchen abkühlen? genau, in klimatisierten läden. und prompt habe ich mich erst hinterher dabei erwischt, daß ich überhaupt nicht auf nachhaltigkeit geachtet habe, sondern nur darauf, wie ich darin aussehe. und das erinnert mich wiederum an meinen einzigen, kläglich gescheiterten versuch, meinen anblick in so einem schmalen ökosack zu ertragen. ich sah aus wie ein stäbchen im kartoffelsack. denn leider haben viele ökolabels sich noch nicht mit dem gedanken angefreundet, daß nicht jede frau in einem so fade und glatt herunterhängendem stöffchen auch elegant aussieht. nun besitze ich zwar zwei neue sommerkleider, in denen meine zarte silhouette nicht zerbrechlich wirkt.

aber auf den etiketten steht denn auch made in india. weniger schön, sich darin einzuhüllen, wenn ich vermuten muß, daß sie in sweatshops hergestellt wurden. alleine die vorstellung nagt nun wieder an meinem gewissen rum, *knabberknusperknabber*. innerlich plädiere ich dafür, die labels durch verweigerung abzustrafen und äußerlich wickle ich mich mit ausbeuterischen hüllen ein. wtf! haundems grüner garten ist auch nur ein alibi, denn an der ausbeutung hat sich nichts geändert. ich träume zu viel, zu viel von sozialer verantwortung, zu viel von einem ende der verschwendung natürlicher ressourcen, zu viel von einem allgemeinen umdenken. würde sich etwas ändern, wenn ich aussteiger wäre? würde ich damit die gesellschaft ändern, wenn ich mich vollkommen von ihr loszusagen suche? es läuft zu viel falsch, und ich habe keine lösung. ich versuche, den konsum zu minimieren, ohne verzicht zu üben. und weiterhin träume ich davon, in mehrfacher hinsicht tragbare mode kaufen zu können. doch auch so weit sind wir noch nicht.

repeat: it’s all about having a good time with doing bad things!