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lebensfremd

eigentlich müßten es die medial überfütterten menschen besser wissen: im haushalt ereignen sich fast dreimal so viele unfälle, wie auf den straßen. die meisten davon stürzen im wohnzimmer. nun bin ich ja kein ausgesprochener kunde von versandhäusern, dafür meine nachbarin. ich kam also eigentlich wunschlos glücklich in den besitz dieses exemplars von den impression/ist/en  unter den versandhändlern (aus gründen, die einen extrabeitrag wert wären). und glücklicherweise springt dann bei mir nicht dieser unkontrollierte kaufreflex an. ich will die dinge befühlen, anprobieren und nicht fünfmal wegen falscher größen zur post rennen und retouren hin- und herschicken. man kann  sich das leben und dessen tragebeutel auch unnötig schwer machen.

bestärkt wurde diese antihaltung mal wieder durch die fotos im katalog. dieses modell wurde wohl im hinblick auf die blätternd-kaufenden desperate housewives in szene gesetzt. ich trage ja auch iiimmer eine kittelschürze bei der hausarbeit (*hüstel*), dann kenne ich unmassen von frauen, die ihre lichterketten selbst aufhängen (*hüstelhüstel*), und natürlich trage  ich bei derart waghalsigen missionen auch immer meine absatzschuhe, in denen ich weder stehen noch laufen kann. es sind eigentlich sitzschuhe, nur für gut.

dann klettere ich in genau diesen wackeligen beinverlängerungen auch noch auf einen hocker (*ein langer hustenanfall*), um dann auch noch auf  dem stuhl die primaballerina beim spitzentanz zu mimen, um bis an die decke zu gelangen (*brechreiz*). da ist doch wohl die rolle des sterbenden schwans frei geworden. aber arbeitsunfälle, geschehen auch recht häufig, weil man sich unvorsichtigerweise auf die lebensfremden wünsche eines „starfotografen“ einläßt. die animiertechnik scheint aber bei einigen hausfrauen nachhaltigen reproduktionszwang ausgelöst zu haben. oder wie läßt sich der hohe frauenanteil bei den unfallopfern erklären? ah ja, frauen sind eben auch öfter hausfrauen. und da kommt man so alleine schon mal auf sonderbare ideen. sieht ja keiner.

der leserjoker

ich scheue mich sonst davor, extrem unscharfe fotos zu veröffentlichen, es sei denn der effekt ist irgendwie poetischer natur. dieses mal dient das bild jedoch  lediglich als beleg für eine subtile form von zeitungslügen (in der zwischenzeit arbeite ich hart daran, nachts auf stativstarre arme und hände umzuprogrammieren). denn irgendwie kam mir das motiv aus der gestrigen fotostrecke auf spon von dem französischen lichtkünstler sébastien lefèvre so seltsam vertraut vor. ich rückte kurz tassen im oberstübchen hin und her, bis es bei mir schepperte und klirrte. klar, die kirche habe ich beim lichtfest in leipzig am 9.10.2009 vergeblich versucht, optisch ansprechend einzufangen. nächtliche kälte, klamme finger und drängelnde begleiter taten ihr übriges. nur komisch, daß die evangelisch-reformierte kirche am tröndlinring in leipzig jetzt geographisch in lyon verortet wird, wie diese bildunterschrift in einer art kontextkombination vermuten läßt:

menschenschar auf kirchenwänden (zeichnung): vom 5. bis 8. dezember feiert lyon zum elften mal sein „fête des lumières“. 20 großprojekte erleuchten das zentrum der stadt, dazu gibt es dutzende lichterinstallationen in allen bezirken.

oder haben die spiegel-mitarbeiter in einer nebulösen aktion die kirche gar kopiert wie goethes gartenhaus in weimar und dann in leipzigs partnerstadt aufgestellt, damit wir keinen westbesuch (lyoner) mehr bekommen? leider gottes:haus fühle ich mich nicht dazu berufen, als unbezahlter,  inhaltlicher korrektor und leserjoker für spon zu arbeiten. wenn ihr dort in der redaktion nicht klarkommt, ruft nicht bei mir an. ich bin in geographie auch nur eine mittelprächtige niete.

sollte ich unbedingt lust haben, mit der häufung von keywords aus dem text content zu generieren, würde ich auch einfach unter jedes foto textauszüge setzen, wirkt sich bestimmt gut auf die trefferquote aus. rationalisierung muß sich rentieren – auf kosten der qualität. zusätzlich erspart die doppelte verblödung zeit für recherchen und ist so ausnehmend überflüssig, weil schlicht.

freiraum

freiraumnur für den eigenen? le misérable…