Schlagwort-Archive: eszett

böse sprachfallen

eigenwillige rechtschreibreform der streetartkünstler, aufgenommen im dösner weg in leipzig. da geht doch noch was (besser).

für meinen geschmack ein bißchen zu viel ringel-s. da war wohl jemand ganz scharf… immerhin schreibt er/sie das pseudonym richtig und nicht denndahgel.

mehr sprachkolumnen von mir findet man z.b. hier und dort oder mit dem schlagwort „sprache“ in der sidebar. im forum von korrekturen.de bekommt der reformiert sprachverwirrte hilfe. sehr nützlich ist auch die seite mit den beliebtesten bzw. häufigsten rechtschreibfehlern. und immer wieder unterhaltsam und lehrreich der zwiebelfisch von bastian sick.

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bus, busse, busen und buße – netzfund

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das kreuz mit der deutschen sprache beklagte schon mark twain in seiner kurzgeschichte ‚die schreckliche deutsche sprache‚. leider ist oben aufgeführtes beispiel kein einzelfall. im deutschen sind die unsicherheiten zu den schreibweisen s, ss und ß nach wie vor stark verbreitet. daran hat die rechtschreibreform rein gar nichts geändert. konrad lischka gewährte uns heute in seiner sammlung auf spiegel-online einblicke in die skurrilen netz-vertipper. ich habe das beispiel heute mit dem wunsch an ihn geschickt, beim spiegel eine neue rubrik der sinnveränderung durch rechtschreibfehler einzuführen.

im schweizerischen existiert kein ß. deshalb sieht das ‚gebüßt‘ (gebüsst) für deutsche leser recht ungewöhnlich aus. das heißt aber noch lange nicht, daß busen jetzt sitzkissen haben, allenfalls polsterungen (wonderbra & co bzw. naturgegeben). busen ist immer noch die vertiefung zwischen den brüsten der frau. und wenn der busen allzusehr bebt beim essen, können auch schon mal krümel im dekolleté landen. oder hat der schreiber gar an busen mit silikonkissen gedacht? naja, es ist frühling, da können die hormone schon für sprach- und sonstige verwirrung sorgen.

nur noch diese kleinlichkeit: der plural von ‚der bus‘ lautet ‚die busse‘. und die buße (im religiösen wie im rechtlichen sinn) wird auch nach der schreibreform mit ß geschrieben. im schweizerischen ist der wortsinn durch das fehlende ß so gut wie gar nicht mehr auseinanderzuhalten, wenn nur ein einzelnes wort betrachtet wird. ich werde busse tun? nein, büßen muß ich.

ps: der beitrag ist in alter rechtschreibung verfaßt. ich bin ß-fan.