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scharfes unscharf

die freidenkerin hat mal irgendwann das lustige fotoprojekt cam unsharp initiiert. und da ergreife ich doch mal die gelegenheit, eines meiner mißlungenen fotomotive hier einzustellen. puppenstube heißt diese installation von den kunstpädagogikstudentinnen sarah neufeld und sophie girwert aus barbie/puppen und einer sexpuppe, die im pöge-haus während der aktion kunst am markt zu sehen war. durch ein guckloch durfte ich einen verstohlenen blick auf ein symbol für die sexualisierung der gesellschaft werfen.

die zweite aufnahme erscheint mir dann doch etwas schärfer. aber die unscharfe, überbelichtete variante versinnbildlicht so plastisch  die vielfältigen betrachtungsweisen zum thema prostitution. im männlichen blick der befriedigung liegt ein bißchen die rosatönung. in einem sozialen brennpunkt wie dem eisenbahnstraßen-kiez in leipzig scheint das neben drogenhandel ein großes thema zu sein. ich treibe mich da jedenfalls nachts nicht in der gegend rum und kann also auch nicht aus erster hand berichten. natürlich gibt es auch immer die seite der anwohner, die sich von freiern oder luststöhnern belästigt fühlen. und dann existiert die armut der frauen, die ihren körper verkaufen, um zu leben, die das vielleicht auch nicht immer ganz freiwillig tun (stichwort: menschenhandel). ich denke aber auch, daß das älteste gewerbe der welt seine berechtigung hat und legal sein muß. irgendjemand muß sich um die sexuelle befriedigung kümmern, wenn die unerfüllte lust daheim zum frustpotential wird. ein bißchen bewundere ich die fähigkeit der nutten, ihren ekel, den sie bestimmt manchmal empfinden, zu überwinden. andererseits kann ich mir nicht vorstellen, meinen körper zu entwürdigen. auch wenn viel schönes heutzutage nicht mehr nur geil ist, sondern porno. dafür da bin ich wohl viel zu sehr stino und naivchen, aber vor allem romantikerin.