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launisches

diese schrillfarbige schild prangt an einem zum kiosk umgebauten bauwagen im richard-wagner-hain. nun, am 1. mai war das wetter gar nicht so schlecht, vermutlich dann wohl die laune oder aber die störende zusammenrottung von punks mit sterni und mitgebrachtem grill auf der wiese. jedenfalls ist der standort günstig an der flaniermeile im park gelegen, weniger günstig sind die dort angebotenen biowaren. da kann sich der spendable ausflügler für 3,50 euro eine bionade die durstige kehle herunterrinnen lassen oder aber lechzend weitertapsen. je nachdem, was das portemonnaie eben so hergibt. die hohen preise sind wohl ein ausgleich für den verlust durch wetterunbillen und miesepetrigkeit.

und weil ich heute selbst so ein bißchen magengrimmig und mißgelaunt daherkomme, möchte ich mich gar nicht weiter darüber auslassen, sondern einfach mal wieder ein paar andere blogs, die ich auch ganz gerne lese und anschaue, in meine blogrolle aufnehmen. traumhaft schöne fotos sind im blickdicht fotoblog zu entdecken. HFs libreta hingegen bringt mich mit seinen pointierten notaten zum nachdenken oder schmunzeln. kann ich beide wärmstens weiterempfehlen.

blogroll: menschliches einweben

wenn ich lese, entstehen oft bilder in meinem kopf. es ist die mental-filmische umsetzung mit darstellern, die für andere unsichtbar bleiben oder in ihren köpfen ein vollkommen abweichendes bild ergeben. projektion, wunschdenken, entdecken, malen, übermalen, das gesicht der/des anonym schreibenden vielleicht bis zur unkenntlichkeit entstellen, ein zerrbild der wirklichkeit sich einbilden und doch auch eine eigene vorstellungswelt, die sich mit einer fremden überlagert, mitschwingt, eindringlich. in hildes sprache fühle ich musikalischen rhythmus, mal sturm, mal windstille. ihr spinnennetz hat mich gedanklich und optisch gefangen genommen. betörend schöne fotos, konzertrezensionen, nach deren lektüre man sich ärgert, nicht dabei gewesen sein zu können, reiseeindrücke und ein ausgeprägter sinn für soziale un/gerechtigkeiten, gelegentlich lyrisches. die texte schnurren sich weg oder brennen sich ein, je nach tenor. eine sanfte kämpferin. herrlich, endlich wieder eine dame in die blogrolle einzuwickeln.

blogroll, geeks & so

in sonntäglicher bastelstimmung habe ich ein bißchen feintuning am layout vorgenommen. die blogroll findet man nun nicht mehr recht stiefmütterlich und weit unten in der sidebar platziert, sondern meine gerngelesenen haben eine eigene seite bekommen. während meiner langen krankheitsphase vertrieb ich mir die zeit gelegentlich mit stöbern in der blogosphäre. dabei ist es immer noch so, daß ich mich oft von interessanten überschriften  zum lesen verleiten lasse und ich gar nicht gezielt suche. sicher geht das ein oder andere goldstück an mir vorbei. aber meine lesekapazitäten sind ohnehin begrenzt und werden durch eintönige körperhaltung am rechner noch stärker eingeschränkt.

entdeckt habe ich dabei für mich zwei neue netzperlen: a protostomian view of the world und cyrus mcdugan. die abenteuer eines unpolitischen hackers. beide schreiben nicht nur zu einem themenschwerpunkt, sondern über das, was ihre wahrnehmung bewegt, prägt, aufwühlt, amüsiert. oh ja, wissenschaftler oder experten (sprich: geeks und nerds) müssen nicht immer rotzlangweilige texte veröffentlichen. und wissenschaft kann in seltenen fällen wirklich komisch sein.

motiv robot evolution yellow dark t-shirt: (c) cafepress.com

spätestens seit den beiden fernsehserien the it-crowd und the big bang theory bekommt die verschrobene schrulligkeit ihre lacher, leider aus der dose eingespielt, trotzdem irrwitzig komisch. etwa wenn dr. sheldon cooper (gespielt von jim parsons) als dopplereffekt kostümiert bei einer halloweenparty erscheint und keiner seine verkleidung errät, sondern ihn alle für ein zebra halten. außerdem hat er die genialste t-shirt-kollektion, die ich je gesehen habe. solchen trockenen und hintersinnigen humor kann man in beiden blogs finden. mir gefällt’s sehr!

herzlichen dank an bee, der mich mit der empfehlung meines müßigen wortfeilens doch ein bißchen überrascht hat :grin:. ich bewundere lieber weiterhin sein umtriebiges und reges schreiben.

ausweitung der ruhezone

meine kommandoempfangszentrale bleibt bis auf weiteres geschlossen, ich muß nämlich erst mal sacken lassen, was man oben reingeschüttet hat. die arbeitgeber tun gerade so, als würde ihr säckchen immer leerer (jajaja, manche sind tatsächlich pleite). auf unseren schultern fühlt es sich in form von aufgaben aber mindestens doppelt so voll an. sparen, um die gewinnspanne möglichst groß zu halten – mich zwingt diese strategie auf dauer in die knie. und da bin ich sicher nicht alleine. momentan ist mein ausgabeschacht völlig verstopft und das ruhebedürfnis so übergroß, daß ich hier erst mal für ein paar tage pausiere.

was also tun, wenn hier nüscht passiert, außer lautloses, inneres entrümpeln? eine gute gelegenheit für leser, andere blogs zu entdecken: erlebt doch mal den absurd-komischen ritt durch die biographien meiner ewigen kindheitsbegleiter in weimar schoethe und giller (part I  – III) von blogorilla, holt euch hüftbeschwingende, musikalische anregungen bei gut wie gold oder lacht und weint über toms wochenschau.

in der zwischenzeit klaubt VEB wortfeile buchstaben ins suppentöpfchen, verspricht aber, später keine kochshow zu veranstalten.

schlaflos in le

blaue_haendegleich mehrere trigger bedingten heute eine kurze, schlafarme nacht: der vor einsamkeit heulende und kläffende hund irgendwo in der schallenden nachbarschaftshölle, der mein schlafzimmer hell erleuchtende beinahevollmond und die vermutlich letzte verbliebene biestige mücke mitteleuropas, die sich ihre unterkühlten insektenbeine in meiner bettdeckenhöhle wärmte und ihren blutdurst stillte (ich krieg‘ dich schon noch!). im halbschlaf hatte ich alsbald das  unheimliche gefühl, als streckten sich unsichtbare arme nach mir aus, wie man sie auf dem foto als wandmalerei von ema jones an einer industriebrache auf dem bahnhofsgelände in leipzig sehen kann. und so vertrieb ich mir die endlos erscheinenden wachen stunden mit stöbern im netz und machte unerwartet einige schöne entdeckungen.

eine imposante flickr-galerie mit fotos von leipziger street art habe ich hier gefunden. die szene scheint sich gerade in innenräume und an abseits gelegene orte zurückzuziehen. das erhöht zwar die chancen, vom crossen verschont zu bleiben, wird aber für die massenpfade abtrampelnde herde deswegen auch unsichtbar. nun ja, das entspricht vermutlich ohnehin nicht der zielgruppe. allerdings gerät so die kunst im öffentlichen raum schnell zu reinem selbstzweck für insider, was ich jammerschade finde. eine sammlung international bekannter street-artists wie bansky und blu findet man bei unurth street art.

weil ich ja immer noch ewig gestrig lieber echte bücher lese, komme ich selten dazu, auch mal aktiv andere blogs zu suchen und vorzustellen, die mir gefallen. aber wer als avatar ein schachbrett verwendet, sticht mir natürlich eher mal ins auge, als eine reißerische überschrift das jemals könnte. feinsinnige notizen. wie etwa  den disput über die nowendigkeit und den mangel eines erzfeindes in gegenspieler. oder die fixe form der futteraufnahme in fertig. postet rzeng in schöner unregelmäßigkeit aus seiner dachwohnung. ich bin nun kein heimlicher mitleser mehr, dafür um so amüsierter. danke an dieser stelle.

und nun habe ich meiner aufschieberitis für heute genug gefrönt. meine steuertante verlangt schleunigst die abgabe einer sortierten zettelwirtschaft, bähx. und wer bloggen kann, dem dient die migräne nicht mehr als hinlänglicher grund zum sonntagsgammeln. meine migräne habe ich übrigens heute nacht auf den namen maruscha getauft, einerseits weil sie im kopf herumhämmert wie ein übermaß an technobeats, andererseits weil ich mich dann auch mal namentlich verabschieden kann, wenn der beklemmende schädeldruck nachläßt, der die gedanken auf schonwaschgang stellt. aber ein schleudertrauma kann ich im moment nicht auch noch kurieren…