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blogparade: fensterfotos (2) oder heute gibts gipsmops

neonpinkfarbiges stencil. sticker auf einer preßspanplatte hinter dem zerbrochenen fenster einer tür in der bornaischen straße.

manche dinge gefallen mir auf anhieb so gut, daß ich nichts, was dagegen spricht, daran finden kann. und so hatte ich im april die abwegige idee einer blogparade mit ungewöhnlichen fensterdekorationen, die – nun ja – auf wenig resonanz stieß. ich möchte das gar nicht darauf schieben, daß fotografieren nun mal arbeit macht, ein blogbeitrag nun mal zeit kostet und es auch nicht mal einen blumentopf zu gewinnen gab. ich könnte es auch damit begründen, daß ich in meinen anfangszeiten des bloggens eher kommentarschüchtern war und ich wohl nach außen hin vielleicht dementsprechend maulschreibfaul gewirkt habe. was man nicht als ignoranz sehen sollte, sondern eher als das verhalten einer sehr vorsichtigen beobachterin, die sich nur langsam an die materie der blogosphäre herantastete und manchmal wohl auch etwas einäugig. und auf einmal ist der knoten geplatzt. hier rockt es im kommentarbereich, worüber ich erstaunt bin und ich denke, es ist doch schön, wenn man die sache auch etwas unbefangener angeht als bisher. und die entdeckungen sind erstaunlich, die themenvielfalt auch, die reise lange nicht beendet.

tom war einer der ersten, der hier in gewisser regelmäßigkeit vorbeischaute und seine meinung offen kundtat. und er war auch allein auf weiter flur, als es um die teilnahme an der blogparade ging. also nicht nur wörtlich, sondern auch in der ausführung. nicht nur deswegen fühle ich mich ihm verbunden. es gibt viele überschneidungen in den ansichten. sein gelegentlicher hang zur melancholie, sein lachen, wenn die welt auch durchzudrehen scheint…

aber nun zu seinen fotos. freilich belegen toms fotos die plätze eins bis vier. fragt sich nur, in welcher reihenfolge. seinen beitrag kann man hier nachlesen. und hier kommen seine bilder, für die die blogleser gerne ein votum abgeben dürfen:

(cc) tom

diese glastür ist natüüürlich ein bodenlanges fenster. ob der mops wohl seinen gipskumpan bespringt? nix da, nur stoisches wegäugen.

(cc) tom

mein persönlicher favorit. wer karriere machen will, muß schon auch mal einen langen hals machen.

(cc) tom

(cc) tom

der punkpapagei aus plaste wird niemandem etwas nachplappern. oder hat der eine batterie auf der rückseite und ist am ende doch nur eine plauderpuppe?

die spielenden kinder scheinen auf besseres wetter zu warten oder freundlichere nachbarn, die ihnen das kindsein nicht mit schildern verbieten.

tonari hatte angekündigt, die idee in ihrem blog aufzugreifen und ich bin auf ihre schnappschüsse aus berlin gespannt. jetzt habe ich mir ihren blog doch mal genauer angeschaut und festgestellt, daß der besuch in dresden nur eine stippvisite war :oops:.

ich werde die idee auch in gepflegter unregelmäßigkeit verfolgen und weitere fotos veröffentlichen (siehe hier, dort und der beginn).

dringlichkeit besteht n/immer

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die von mir initiierte blogparade: fensterfotos ist toter als tot und die deadline nun bereits 2 tage abgelaufen. dank des regen desinteresses kann ich, wie  ich lustig bin, über meine freizeit verfügen und brauche keine auswertung von blogbeiträgen und fotos zu  verfassen, kann gemütlich  die beine ausstrecken und die sonntagslaune sich wohlig in mir ausbreiten lassen. das ist die glitzernde seite. die schattenseite besteht darin, daß ich das unterfangen als flop des monats verbuche. ich konstatiere also eine im sande verlaufene, schlechte idee, die keine begeisterungsstürme auslöste. so ist das nun mal mit der persönlichen freiheit: nichts muß, alles kann. fluch und segen zugleich. worauf ich nun auch nicht wirklich warte? die schlechtesten ausreden ever. die könnten beispielsweise so anfangen: ich wollte ja, aber… wenn jedoch jemand dabei ist, der einfach keine zeit hatte, dann könnte ich auch mal hübsch inkonsequent sein und meine nicht vorhandenen hühneraugen im geiste zudrücken. nun, wer will das noch? ist ja schon einen monat alt und als eilmeldung eher untauglich. ich finde das alles zwar bedauerlich, doch wo kein image existiert, muß ich auch nichts aufpolieren.

ps: glauben schmiede eigentlich, daß gitterfenster mit verzierungen weniger frustrierend für verhaftete sind? oder sollen jene sich für den passanten besser ins architektonische augengeschmeichle einfügen? von außen betrachtet, sehen die leipziger amtsrichter deshalb nicht minder kleinkariert aus.

update 1: da kam doch noch ein später punkpapagei angeflogen: tom bummelte zwar. aber das ergebnis finde ich überzeugend. aber seht selbst. jetzt komme ich wohl um eine kleine auswertung nicht herum, bei dem die blogleser das beste foto wählen können. das wird sich aber noch bis zum pfingstwochenende hinauszögern. damit kann sicher jeder leben ;-). mein zeitplan gerät nämlich sonst aus dem gefüge.

morbides und goldjungs

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ich war ja nie in der blauen trude, als es den schwulen- und lesbenklub in der katharinenstraße noch gab. aber diese muskulös gestählten goldjungs mit diskokugel und riesenflaschen könnten durchaus überreste des klubs sein. auch der dritte glitterboy im schaufensterverbund hinterläßt eher den eindruck, dem körperkult nach dem vorbild der klassischen antike zu frönen.

wie man an den anderen beiden fotos erkennen kann, sind leipzigs ladenfenster nicht nur während des wave-gotik-treffens mit devotionalien des totenkults dekoriert. so findet man im schaufenster des karaokeklubs zum kakadu am roßplatz diesen totenschädel mit kopfhörern, dazu das gute, alte röhrenradio und ein tonbandgerät, die dinosaurier unter den geräten für den musikliebhaber. das erinnert mich daran, wie viel geld ich 1988 für meinen ersten monokassettenrekorder ausgegeben habe und wie viele stunden ich mir damals radiosendungen auf dt64 anhörte, um ein bißchen undergroundmucke (sandow, feeling b, herbst in peking – falls überhaupt noch jemand systemkritische ddr-bands kennt) auf magnetbänder zu bannen. analogtechnik mit allem, was dazu gehört: rauschen, knistern, bandsalat. sorry, kurzen flashback bei der suche nach den ollen songs auf youtube erlitten…

im schaufenster der absintherie in der katharinenstraße gibt es dafür das kontrastprogramm: ein skelett mit kuschligem fleecehoodie sowie umgelegtem galgenstrick. und das waren jetzt nur ein paar der ganzen kuriositäten, die ich in den vergangenen zwei wochen in fenstern geknipst habe. vielleicht bekommt doch noch der/die eine oder andere lust, sich an der blogparade zu beteiligen. sind ja noch lockere 14 tage bis zur deadline.

update: tut mir leid, zwischendurch mußte ich noch am artikel basteln, weil wohl nicht alle bilder sichtbar waren. beim bildupload scheint heute der wurm drin zu sein. jetzt habe ich so lange vergeblich dran gefrickelt, daß ich den beitrag schließlich gelöscht und neu angelegt habe :roll:.

blogparade: fensterfotos

nun betrete ich wieder einmal bloggerneuland, nachdem ich nach einem dreiviertel jahr endlich herausgefunden hatte, wie man videos nicht nur verlinkt, sondern in den beitrag integriert. ich gebs zu: manchmal mag ich mich gar nicht so mit den technischen details beschäftigen, aber wenn ich gerade einmal zeit habe, so wie jetzt, kann ich ja einiges ausprobieren. zwei diashows sind auf diese weise entstanden, wobei mich brennend interessieren würde, welchen fehler ich mache, daß die bildunterschrift nur unter dem ersten foto angezeigt wird. der rest wird einfach als datenmasse geschluckt *maul*.

jedenfalls hatte ich schon lange vor, eine fotoserie über außergewöhnliche fensterdekorationen zu beginnen. ich finde es einerseits faszinierend, abends in die erleuchteten wohnungen zu schauen, deren einrichtung tagsüber ja meistens im dunklen liegt oder die durch spiegelungen nur schemenhaft zu erkennen ist. und dann male ich mir in meinem gedankentheater aus, wer dort wohl wohnen könnte. andererseits stellen die bewohner und ladenbesitzer oft die skurrilsten sachen auf ihren fensterbrettern und in den warenauslagen zur schau. da heute das wetter wider erwarten wesentlich sonniger als angekündigt war, habe ich während meines genesungsspaziergangs zum krankenhaus in connewitz, wo ich mir noch die zehn euro notfallgebühr abholen durfte, so ziemlich alles querbeet gesehen: von kitsch über abstruses und kunst bis hin zum aberwitzigen. ich bitte auf schnöde blumen-, oster- oder weihnachtsdekorationen bei der auswahl für den eigenen beitrag zu verzichten. denn es sollte sich schon vom gewöhnlichen irgendwie abheben.

also die regeln sind ziemlich unkompliziert, soweit ich das als blutige anfängerin einschätzen kann.

1. fotografiert maximal 5 motive in schau/fenstern.
2. erstellt möglichst nur einen beitrag mit dem/den foto/s.
3. verlinkt auf diesen beitrag mit ping- oder trackback.
4. wenn das nicht funzt, meldet euch per kommentar.

sollte ich irgendetwas grundlegendes vergessen haben, bitte ich um hinweise. deadline 14. mai 2010, dann kann ich mich am ersten maiwochenende an einer slideshow und der auswertung austoben. den aufruf zur blogparade findet ihr nun auch hier. so, nun wünsche ich viel spaß bei der motivjagd. und es folgen meine schnappschüsse:

klappe zu, plüschhund unsichtbar: im kellerfenster eines besetzten hauses in der simildenstraße.

maus vor einer falle in einem schaufenster in der kochstraße.

blindfenster mit gußeisernen zäunen in plagwitz.

schaufensterinstallation mit stofftieren in einem laden in der kochstraße.

beine einer modepuppe in einem fenster in der dölitzer straße.