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nimm mich (mit)!

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die wortfeile hatte heute einen blumig-blümeranten tag. sie wurde im auto zunächst zu ikea kutschiert, wo sie eine plastikbox für deppeneltern erwarb, auf der ein absurder warnhinweis zur erstickungsgefahr aufgeklebt war. also babys soll man in der box nicht lagern. die werden das symbol wohl auch kaum deuten können. vielleicht hätte man, um das ganz idiotensicher zu illustrieren und überängstliche auf die palme zu jagen, noch einen kindersicheren standort auf einem schrank dazumalen müssen. man kann ja nie wissen, was menschen mit schlafmangel alles so übersehen.

vom möbelhaus tuckerten wir weiter in den baumarkt, den ort, wo männer noch ihr hoheitsrecht ausüben dürfen, wenn ihre außerhäusigen orgasmussurrogate (auto, stammtisch, fußball etc.) den haussegen zu sehr in schieflage gebracht haben. heimwerkliches klopfen und hämmern ist dann eine virile geste der beschwichtigung. während ich in richtung gartenmarkt strebte, erblickte ich einen bierbäuchigen musterprimaten, der sogar noch motorradhelm und sonnenbrille zum schutz trug. ein ähnliches exemplar hatte ich vorher schon bei ikea bestaunen dürfen, mit unmotorisierter zweiradfahrerausrüstung samt fahrradhelm auf dem dummschädel. schon bei der ankunft auf dem parkplatz des baumarkts starrte ich fassungslos auf ein riesiges werbeplakat, mit der schlüpfrigen aufschrift ohne scheiß. wir können am längsten, was mich prompt an die lkw-schilder für urtriebige penisprotzer meiner ist fünf meter lang erinnerte. auf dem nächsten werbeplakat verklemmte sich mein weibliches hirn durch folgenden prollspruch: ohne scheiß. wir sind total offen. naja, wenig überzeugend. ihr werbefuzzis könntet den hosenstall und euren laden gleich mit schließen. sonst möchte sich die kundin womöglich gerne wieder in einen keuschheitsgürtel zwängen, bevor sie den saftwitzladen für rammdösige schenkelklopfer erneut betritt.

der erbärmliche eindruck wurde am ausgang durch eine in phallusform beschnittene buchsbaumanordnung in flotter dreierformation komplettiert, die um eine hollywoodschaukel für singles gruppiert waren. davor jammerte das schild einer außenleuchte in dildoform ich würde gerne mitkommen. da wa mein einkaufsbeutel infolge von so viel stümperhaften sackgängertums und von dümmlicher doppeldeutigkeit  aber schon gaaanz fest verschlossen. wenigstens sind die balkonpflanzen eine augenweide…

ps: der besuch des heimwerkermarktes muß mich zum häuslichen frickeln am rechner inspiriert haben. und so entstand meine erste slideshow.

verbohrt und behämmert

frauen-heimwerkenauch wenn die farbgebung des plakats und die körperhaltung des models mit dem akkubohrschrauber, der wie eine gezogene waffe wirkt, eher an eine werbekampagne des verteidigungsministeriums denken läßt, nein – hierbei handelt es sich um heimwerkerkurse, was schreibe ich, ‚power events‚ für frauen. leiderleider habe ich fast alle wichtigen termine verpaßt! ich bin untröstlich! jetzt werde ich nie von langmütigen experten erfahren, wie man ganz leicht wände verunstaltet. ich muß wohl weiter luftlöcher glotzen und kann mich nicht vor lauter ästhetikbeleidigung durch den anblick von ‚coffee‘- und ‚latte macchiato‘-wandtattoos vor meiner küchenarbeit drücken, weil mir so speiübel ist.

auch mein rasen bleibt weiterhin ungestüm. ich bin einfach zu faul, ihn devot kniend unkrautfrei zu zupfen und auf englische kürze zu trimmen. wildwuchs for wild woman. wer sich solch überflüssige arbeiten ausdenkt, sollte zur strafe grashalme auf einem golfplatz zählen müssen! außerdem verabscheue ich das geräusch elektrischer rasenmäher, vor allem an wochenenden und vor zehn uhr morgens.

was ich aber wirklich unverzeihlich finde, daß es mir meinen lebtag kalt bleiben wird, nur weil ich bei diesem grillkurs ‚jetzt wird’s heiß!‚ durch abwesenheit glänzte. dann darf ich wieder nur in rauchwolken gehüllt grillettas verteilen, schweigend an der bierflasche nuckeln, pappteller und plastikbesteck sowie saucen reichen, krebserregend verbrannte lebensmittel in mich stopfen und hinterher die aschige sauerei entsorgen.

teichbau und pumpentechnik kann ich mir schenken. froschschenkel stehen im moment nicht auf dem speiseplan. und mir reicht es, aus größtmöglichem sicherheitsabstand zuzusehen, wie sich menschen künstlich aufplustern. vielleicht würde eine pumpe die blasen zum platzen bringen. ein paar gezielte nadelstiche oder pfeilspitzen erfüllen in solchen fällen den zweck vermutlich adäquat.

vollkommen pragmatisch denke ich an den kurs im august: sperriges und großk(l)otziges zu zerschreddern – was für eine perspektive! so wird die professor-unrat-mentalität noch vor den wahlen mit dem homogenisator zu einem leicht bekömmlichen brei zerkleinert. mit der heckenschere dann noch ein paar zerlauste bärte stutzen und aus wirrköpfen fluffige fransenhaarschnitte frisieren. ich fühle ein kribbeln in den fingern und mich beinahe jetzt schon wie udo walz. wer ist der nächste im terminkalender für die leyenfrisur? darf es ein bißchen gehirnspülung oder doch lieber die kürzung der gedankenfreiheit sein? nur die kaputten splißhaare ab, wie sie wünschen. sie finden den schnitt nicht merkellos? im vertrauen als ihr leibeigener figaro: bei ihrem profil würde ich ein wenig mehr schwung in den spitzen empfehlen. glätteisen? aber nicht doch! das streckt ihr langes gesicht unvorteilhaft…

kehren wir zurück von der regierungsstilberatung zur bauberatung: ja, am ende frage ich mich natürlich, bei welcher gelegenheit der fotorealistische akkubohrschrauber zum einsatz kommen soll, mit dem der kurs in szene gesetzt wurde? profilleisten zertrümmern? die bohrtechnische unbeholfenheit von frauen scheint mir hier nicht hinreichend behoben worden zu sein. also nix mit handwerklicher versiertheit und demzufolge unabhängigkeit beim nestbau. die entscheidende frage ist nicht, wem es mehr an kompetenz und profil mangelt – manchen frauen oder den meisten politikern, sondern bei wem sich die defizite stärker auf die gesellschaft auswirken.