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selbstzerstörerische prophezeiung

wenn engel posaunen, wahrsager falsches sagen, hellseher dich in die dunkelheit stürzen, dann flehe um erleuchtung. geistige, nicht gläubige.
zwischen geistiger umnachtung und erleuchtung. skulptur auf dem alten johannisfriedhof in leipzig.

was gibt es alles im privatvergangenen und im individuell-zukünftigen so fesselndes zu entdecken? die einen stapeln leichen im keller und streuen immer wieder salz in ihre wunden, die anderen berichten mit stolz von ihren großtaten. die einen malen sich ihre zukunft schwarz, die anderen rosa. allen gemein ist, daß ihnen der blick für die gegenwart abhanden gekommen ist. sie können entweder nur vorrausschauen, sternenkonstellationen befragen, zu tief im kaffeesatz rühren oder aber alte unruhegeister zitieren. was jetzt passiert, tangiert sie nur peripher. dennoch fehlt ihnen oft das vermögen, die konsequenzen ihres handelns einzuschätzen. sie glauben felsenfest, sich zu kennen, dabei kennen sie nur ihre wünsche. wie sie zu realisieren sind, das kapieren sie nicht, weil sie ihr denken in der zukunftsplanung eingehakt haben und nun vergeblich nach dem öffnungsmechanismus der ösen suchen. sie fummeln und werkeln, sie verzweifeln und hadern, sie hängen fest in der futuristischen zeitmaschine.
wie trifft es sich dann, wenn derart zukunftsverpeilte jemandem begegnen, der ihnen die unendliche ferne nahelegt, die eigentliche bestimmung vorhersagt, als handele es sich bei dem trübsinn um schicksalshafte fügungen. wahrsager, hellseher, handleser, astrologen nutzen nichts weiter als ein bißchen klischeehaftes klimbim, um die ohnehin verhedderten selbstwahrnehmungen noch ein bißchen mehr zu verfilzen. eine prise menschenkenntnis reicht aus, um im gesicht einer/eines unerfüllten das krampfhafte suchen, die glimmende unruhe, die unerfüllte leidenschaft zu entdecken und noch weiter zu schüren. wer einmal den  weg der unzufriedenheit eingeschlagen hat, sucht zwar vermutlich eher nach auswegen. es reicht aber offensichtlich schon aus, wenn er sich an einen strohhalm klammern kann. daß das trockenfutter schon faulig ist, entgeht ihm im gleißenden hoffnungsschimmer leider.
was ist also geschehen?
die zukunft sollte für die aktrice von und zu klammeräffchen schon bald  d e n  mann parat haben, führte die wahrsagerin aus. ein urlaub steht an? dann würde es dort funken. glaubte der weniger realismusverzerrte hörer, etwas einwenden zu müssen, wurde das wiederum von dem sehnsüchtigen persönchen als aber/glaube ausgelegt. die pisten- und skilehrerwitze verhallten ohne echo. die frohe botschaft wurde also munter an einige reisebegleiter verkündet und breitete sich, so schnell wie ein lauffeuer bei der höchsten waldbrandgefahrstufe eben nur kann, unter allen beteiligten aus. es entbehrt nicht einer gewissen komik, tragik, einer größeren portion strategischen ungeschicks und selbstzerstörerischer prophezeiung, wenn sich der mann der männer ausgerechnet unter den tuschelnden befindet. er war jedenfalls vorgewarnt und hatte offenbar weitaus sorgfältiger als achilles damals in drachenblut gebadet. so blieb das wunder der liebe auf wundersame weise leider aus. nicht mal die leiber rückten sich auf die pelle. nur die seelischen wunden wurden tiefer und das trostbedürfnis groß. ein miß/erfolg auf esoterischer schicksalslinie.

diesseitiger google ad-non-sense: die innere macht... botschaften fürs unterbewußtsein. erfolg direkt in dem kopf laden (dativfehler im original).

mann, hab‘ ich heute wieder unbotmäßige ladehemmungen.

s:talking

screenshotwas im staat zur überwachung legitim ist, färbt auch auf berufsleben und privatbereich ab. ich gelange zu dem eindruck,  der staat und viele seiner bürger pflegen mittlerweile einen paranoiden generalverdacht. wo ist die grenze zu staatsfeindlichem und wo die zu auffälligem verhalten? wann ist der hintergrund kriminell? wie umfangreich sind die ermittlungen? oder wird ein indiz heutzutage nicht schneller zum beweis/vorwurf erhoben, als recherchiert werden kann?

die doktrin der kontrolle, der bestimmung, der unterwerfung ruft ein zunehmendes bedürfnis nach sicherheit und nach übernahme staatlicher praktiken  in anderen lebensbereichen hervor. datenschutzrichtlinien werden bei der ahndung ‚unmoralischen‚ verhaltens generös umgangen. vor allem deswegen ist die bespitzelung von angestellten, von freunden, geliebten, angehörigen und ehepartnern sittenwidrig. statt aus einzelfällen etwa den schluß zu ziehen, ein vertrauensverhältnis langsam aufzubauen,  wird der vermeintlich betrogene schnell selbst zum falschspieler.

google ad-non-sense versorgte mich jüngst wieder mit einem praktischen beispiel fortschreitender schnüffelmanier. melden sich deine freunde nicht mehr bei dir, oder du hast das gefühl, sie würden sich verleugnen lassen, so mußt du nicht über eigenes fehlverhalten nachdenken. einfach handy orten lassen und dann mir nichts, dir nichts einen überraschungsbesuch abstatten und den techniktrick als weltlichen zufall ausgeben. wie groß muß die freude beim so arglos begehrten sein, dem die begegnung vollkommen spontan erscheint. schon bevor der treue freund dich auf dieser weise an der nase herumgeführt hat, mußte er allerdings das handy oder die sim-karte entwenden und dann nur noch per sms eine lapidare einverständniserklärung verschicken. man bedenke, es handelt sich hierbei um personen, die älter als 18 sind und eigentlich im vollbesitz ihrer juristischen geschäftsfähigkeit sein sollten. die opfer sind also mitnichten schutzbedürftige kinder.

ich empfinde eine solche handlungsweise deutlich als mißbilligung der intimsphäre. geheimniskrämerei und mißtrauen hin oder her. vertrauen als ‚riskante vorleistung‘ (niklas luhmann) läßt sich durch kontrollzwang und belästigung nicht herstellen. diese rufen nur neue freiheitsbestrebungen hervor, getragen von dem wunsch nach einem verwaisten ort, an dem man wenigstens das gefühl hat, eine unbestimmte zeit alleine zu sein, ohne daß es an der wohnungstür klingelt. ein rückzugsort, an dem man zwar von der polizei im notfall gefunden wird, aber diese möglichkeit der auffindbarkeit eben nicht das denken pathologisch einengt. da nützt es nun aber wenig, wenn ich mir die frage ‚wer bin ich und was kann ich ohne die anderen?‘ stellen möchte, während andere brennend interessiert ‚wo ist sie nur?‘.  besteht schon allgemeine abmeldepflicht, auch in der freizeit? untertauchen wird bei den politikerrufen nach wachsamkeit irgendwie auch immer strapaziöser. wahrscheinlich benötige ich schleunigst gangsternachhilfe. kapriziös und obszön, oder?

und hier noch ein graffito für alle, die nicht loslassen können, was das zeitliche längst gesegnet hat. in diesem sinne: wasser marsch (räusper, nur zu selbst/reinigungszwecken)!

liebe_geht

google ad-non-sense (teil 2)

googlewieder ein katastrophales beispiel für den nonsense von google adsense. ich habe keinerlei erklärung, was daran interessengelenkte werbung sein soll. in den letzten tagen, wochen, monaten kamen keine hiobsbotschaften per mail. zudem zeigt sich auch wieder die gesamte eleganz von übersetzungsprogrammen: ‚wann haben Sie sterben?‘ ach, ich bin schon? oder werde ich erst noch? und wer drückt dann diese tasten? unheimlich! hilfe, die todespropheten kommen! sie können das ganze sogar ausprobieren: ‚der-todestest.com‘. ich habe kein interesse, mein sterbedatum zu erfahren, das sich aus welchen konstellationen auch immer berechnen lassen soll. weiter gehts mit: ’10 wichtigen thema‘. ups, neue pluralbildung? und dann werde ich auch noch zum töten aufgefordert, wo ich doch pazifist bin: ‚machen sie eine tötung und nicht wissen!’… ja, unwissen würde ich das auch nennen, hochspekulativ und an die todesangst von menschen appellierend. test the rest, it can be the last.

google ad-non-sense

in meiner sonntäglichen rubrik begriffenfeldt beklage ich die oftmals bizarren suchbegriffe, mit denen google-usern auf meine seite ‚geholfen‘ wird. ähnlich zusammenhangslos stellt sich mir neuerdings googles werbedienst adsense dar. ich benutze ein googlemail-account wegen des großen datenspeichers, da ich gelegentlich ziemlich hohen datenverkehr habe, wenn ich einen katalog produziere. viele schicken dann leider nicht die gewünschten verkleinerten bilddateien mit hoher auflösung, sondern monster-tifs bis hin zu 10 mb. dazu eben texte. und so muß es gekommen sein, daß mir plötzlich diese link-werbung eingeblendet wurde:

Bild 1hmmm??? stutzig starrte ich den bildschirm an. nun ist es keine neuigkeit, daß datenschutzexperten vor dem mißbrauch beim ausspähen der privatsphäre durch gmail und google warnen. automatisch werden die e-mails nach suchbegriffen durchleuchtet, um vorgeblich interessengelenkt werbung einzublenden. automatenlogik führt aber nicht gezwungenermaßen zu individuell maßgeschneiderten angeboten. eine erklärung wäre,  die schlagworte ‚frau‘ aus der anrede und ‚afrika‘ aus einem reisebericht gerieten in eine saftpresse. das gibt zwar bei obst und gemüse fruchtige säfte, in diesem beispiel aber nur einen saftladen mit längst vergammelten lebensmitteln, die schimmelstellen für den kunden unsichtbar nach unten gedreht. schon mal in diesen matsch gegriffen in der ‚frischobstabteilung’… ? eine zweite deutung habe ich auch noch parat. das surfverhalten wird ebenso registriert und ausgewertet. ich informiere mich auch über solche themen wie genitalverstümmelung bei frauen, u.a. eben in afrika. deswegen reizen mich noch lange keine menschenhändlerischen angebote – aus keiner weltregion und auch nicht vom mars! unterstützt google jetzt auch neue formen von ehesklaverei? das erinnert an die facebook-anzeigenaffäre. wahllose schaltung von anzeigen auf allen profilseiten,  halbseidenes lächeln von f.-w. steinmeiers spd-wahlwerbung auf den profilen von nazis, die ihre verfassungsfeindlichen symbole und parolen posten. in der folge zogen zahlreiche inserenten ihre kampagnen zurück. facebook filtert weiterhin nicht. computergenerierte filter, die einfach keinen sinn ergeben oder brauner kaffeesatz am boden funktionieren nicht und können das menschliche denken nicht ersetzen. andererseits wäre es denkbar, daß facebook seine nutzer bei der suche einspannt. in internetpartnerbörsen oder foren überprüfen moderatoren und betreiber solche hinweise auf mißbrauch.

zurück zu den linken links. diese werbelinks verschwinden nicht einfach durch installation von adblock plus, da muß zusätzlich unter ‚extras‘ das add-on noscript hinzugefügt werden. umständlich wird dann die freischaltung vertrauenswürdiger seiten. ich tendiere internettechnisch immer mehr zum schutzwall. und vermutlich blende ich auch einen verdrießlichen teil der realität aus. allerdings ahnt der leser auch rein gar nüscht über meine galoppierende vorstellungskraft. besser ist es in der hinsicht nicht jeden scheiß zu googeln, um sich seines gedächtnisses zu vergewissern oder  auf eine andere suchmaschine auszuweichen. das hirn und das bücherregal wirken weniger wie datenkraken. außer beim umzug, wenn die kisten gepackt und getragen werden sollen. manchmal bleibt allerdings im dickschädel unnützes wissen hängen, dafür verflüchtigen sich auf unheimliche weise geheimzahlen und namen, umschrieben mit ’na dingsbums‘.

ich werde nun doch den maildienst wechseln und bei datentransfer auf den schweizer online-speicher mydrive hoffen (bankengeheimnis). mehr über die nervigen werbeeinblendungen von blogbeiträgen (von irgendetwas leben unsere lieben wordpress-betreiber) sowie gegenmaßnahmen findet man hier. liebe technikrenitente artgenossinnen, die ihr eure freunde immer anruft, wenn der rechner die kontrolle über euch erlangt hat! vielleicht wäre es mal an der zeit, sich selbst mit sicherheitsvorkehrungen zu beschäftigen, die über verhütungsmethoden, frisurendeformierung, diätrezepte und gerüchteverbreitung hinausreichen? kostet zwar mühe, aber dafür ist euer konto hinterher nicht von phishern geplündert worden, weil das netz undicht war. in diesem sinne – ahoi.