projekt: krempel, chaos, alte schätze

bei april bin ich neulich auf ein interessantes fotoprojekt von blechi gestoßen: krempel, chaos, alte schätze. wer hier schon eine weile mitliest und guckt, kennt ja meinen hang zu alten gemäuern, trödel und streetart. und leipzig bietet viele reizvolle fleckchen, an denen der mensch mit wachem auge fündig wird. am samstag war ich beispielsweise unterwegs, um eigentlich ein streetart-objekt in der prager straße zu fotografieren. leider hatte es schon jemand geklaut. leicht enttäuscht fuhr ich weiter mit dem rad durch die gegend. ziellos. dann dachte ich ans völkerschlachtdenkmal, da waren aber gerade marktschreiertage – das kam meiner sehnsucht nach ruhe an einem relativ menschenleeren ort nicht gerade entgegen. nahezu automatisch lenkte ich weiter in richtung altes messegelände und wollte dort nur etwas ganz bestimmtes fotografieren, das noch an anderer stelle im blog vorgestellt wird. und dann haben mich die zerbröselten gebäude und was sonst noch alles dort rumlag und rumstand über drei stunden lang in ihren bann gezogen. ich habe geknipst und geschaut. die architektur der alten messeklötze empfand ich vorher immer als häßlich. als aber die augen so unangestrengt nach schönem oder sehenswertem suchten, fanden sie. es dürften wieder so an die 400 fotos geworden sein…

dieses alte schild habe ich aber einfach mal nach der arbeit fotografiert in reudnitz. die druckerei befand sich in der reichpietschstraße in leipzig. und mit den verlagen starben auch zahlreiche druckerein. mit ein paar einfachen buchstabenspielen kann man aus dem druckereinamen auch „f(r)ischer druck“ machen, denn das hätte das schild durchaus nötig, wenn es denn noch eine für kunden anziehende funktion erfüllen müßte. kann es aber nicht mehr. es sind nun vielmehr „k(l)eine auflagen“ mehr zu drucken. das schild illusriert ebenso den siegeszug des computerzeitalters, das unsere lesegewohnheiten stark verändert hat. es fällt uns immer schwerer, die aufmerksamkeit bei langen texten zu wahren.

das fotoprojekt paßt momentan auch noch aus einem zweiten grund sehr gut. irgendetwas knabbert nämlich arg an meinem zeitkonto. es muß ein hamster sein, der seinen wintervorrat einheimst. und so kann ich aus dem fotofundus schöpfen, den ich über die zeit angesammelt habe. ich hoffe, es verprellt niemanden, wenn die beiträge in nächster zeit etwas kürzer ausfallen. für den einen oder die andere ist es vielleicht sogar eine große erleichterung…

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16 Antworten zu “projekt: krempel, chaos, alte schätze

  1. Uuuups, sorry, das ist eine Druckerei bei uns in der Stadt 😕 Kann das sein ??? Die ist aber noch existent !!

  2. Wow!!!!!!!!!!!!!!!!! Ich bin wieder angemeldet bei dir! Und das möchte ich auch bitte schön bleiben. Ich will nicht immer kommentieren, um dir und mir Zeit zu sparen, aber ich werde immer (versprochen!!!) lesen bei dir! – Antworte nicht oder 3-Wort-Satz!

    • ich habe gar nix geändert an den blogeinstellungen. ich nehme an, das hat was mit dem geschraube der wp-ler zu tun gehabt. und scheinbar ist deren blogbaustelle nun etwas aufgeräumter.

      geht schon. heute ist es etwas entspannter und in einigen dingen ein ende abzusehen ;-).

      liebe grüße und einen schönen abend!

  3. Gerade ist ein altes Glas zerbrochen. Es war ein Erbstück. Ein komisches Gefühl war das. Einige halten es sicher für Krempel. Für mich war es ein alter Schatz. Dabei war es „nur“ Glas, gefertigt aus Sand. Es sind nur Körner und dennoch sind sie bedeutsam. Selsam nicht? Ob sie durch eine Uhr rinnen oder handliche Schätze sind. So sind sie denoch von Bedeutung 😉

    Ich wünsche dir eine gute Nacht. Pflege deine „Körner“

    Alles Liebe!

    • ohje! das ist ein erinnerungsstück weniger, das man wohl kaum oder nur mit großem glück wieder ersetzen kann und dann wäre es nich dasselbe. viele kleine fügen sich zu einem großen, bunten mosaik. fehlt ein stückchen, sieht es anders aus. die sandkörner spüren wir jederzeit, mal mit genuß, mal weniger.

      ich wünsch dir angenehme träume und werde mich gleich mal um die körner kümmern ;-).

      liebe grüße

  4. Ob du dich in deinen immer lesenswerten, interessanten und schönen Posts kürzer oder länger austobst – meiner Aufmerksamkeit kannst du stets sicher sein. 😉

    • och margot, du machst mich ein wenig verlegen. es freut mich sehr, wenn du hier gerne vorbeischneist :-). hoffentlich finde ich am wochenende mal zeit, ein bißchen auszuschlafen. ab morgen haben wir eine baustelle vorm haus, von der uns niemand etwas mitgeteilt hat. heute morgen wurden plötzlich mit riesenradau plasterohre im hof gelagert. warum schreien sich bauarbeiter bei der arbeit eigentlich immer so an, auch wenn sie unmittelbar nebeneinander stehen?

      • Weil sie durch den vielen Lärm selbst schon schwerhörig sind. – Ich spreche inzwischen auch lauter als früher. Und – je schlechter man versteht, desto lauter spricht man, weil man denkt, dem anderen geht es auch so!

        • die wenigsten, die ich sehe, tragen bei rüttlerarbeiten oder diesen elektrischen rasenrandschafen gehörschutz. das halte ich für langfristig ziemlich ungesund, auch wenn man kurzzeitig weniger albern aussieht.

          • In 10 Jahren oder mehr werden sie bedauern, dass sie nicht lieber kurzzeitig etwas alberner ausgesehen hätten, um jetzt besser zu hören.
            Bei manchen Sachen sind die Dinger ja Pflicht, aber … Pflichten umgeht man gern!

            • ich hätte im moment auch gerne gehörschutz. die sind laut da draußen mit ihren maschinen. und da im ganzen viertel für die vernetzung gebaggert und gebuddelt wird, nützt es nicht mal was, wenn ich auf einer hausseite die fenster schließe, weil es von allen seiten hereinschallt :roll:.

  5. Stimmt, in Leipzig hab ich auch schon viele alte Schätze fotografiert. Da gibts Motive ohne Ende. Muss ich doch glatt mal in meinem Fotoordner stöbern.
    Tschüssi Brigitte

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