erntezeit

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was macht der durchschnittliche großstädter auf dem land, wenn erntezeit ist? er glotzt erstaunt den mähdreschern hinterher, die auf dem durch die grundmoräne sehr unwegsamen feld ihre runden nach einem bestimmten, für ihn nicht nachvollziehbaren schema drehen. in der luft liegt ein herrlicher geruch nach frisch gemähtem stroh und durch die luft schweben kleinste strohteilchen. diese riesen mähdrescher von john deere scheinen im ersten moment recht behäbig, sind aber im vergleich zu dem, was ich aus ddr-zeiten noch kenne, eine echte technische entwicklung. nur ein paar zentimeter des getreides bleiben am feldrand stehen. das schneidwerk rasiert das feld ab, als ob es sich um eine trockenrasur im gesicht handele. das gerstenfeld bekommt einen borstenschnitt. über den mähdreschern kreisen die greifvögel. beim wenden der schweren erntemaschinen wird die schneidewalze kurz angehoben und der mähdrescher scheint sich auf der stelle drehen zu können. in nur acht stunden haben zwei dieser kornfresser ein riesiges feld abgeerntet und sind nicht in den moorlöchern, das sind die grünen oasen im feld, gelandet. wäre der lärm dieser kolosse so ohrenbetäubend gewesen und die menge der winzigkleinen fremdkörper im auge nicht so hoch (*heul, augenreib*), hätte ich stundenlang dabei zuschauen können, wie die ernte eingefahren wird. das feld wird im september wohl schon wieder mit wintergerste neu bestellt. sommergerste wird übrigens entweder zum brauen verwendet, prost, oder als „cerealien“ ins müsli gemischt. bei mir gibts allerdings meistens dinkelpops.

26 Antworten zu “erntezeit

  1. Hier wird auch schon ordentlich geschreddert. Ich sehe da allerdings nicht so gerne hin, weil das ein sicheres Zeichen dafür ist, dass der Herbst vor der Tür steht. Noch steht der Mais, aber auch nicht mehr lang. Auf der anderen Seite kann ich jetzt mit meinem Patenkind, dem Captain Mini-Jack, demnächst seinen Drachen steigen lassen. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
    Ich hoffe, du kannst wieder klar sehen und wünsche dir noch einen schönen Abend meine Liebe!

    • ich liebe herbst, den goldenen, nicht den grauen. aber das ernten scheint irgendwie viele daran zu erinnern, daß ein jahr zur neige geht. dabei finde ich, daß wir uns noch gut im mittelteil bewegen ;-).

      klar sind die spelzen längst aus den augen gewischt. die fotos sind ja noch vom urlaub ;-).

      liebe grüße

      • Jede Jahreszeit hat etwas für sich und man kann jeder auch etwas abgewinnen. Ich mag einfach den Sommer. Ich mag es, wenn die Tage länger sind und ich liebe die Wärme. Wenn draußen alles blüht, grün ist und auch wenn die Blätter beginnen sich zu färben. Wenn das Heu geschnitten wird, ist das ein Zeichen dafür, dass sich die langen Tage langsam aber sicher verabschieden. Ist jetzt noch etwas vorgegriffen, aber die Wintermonate sind nicht mein Fall. Daran will ich jetzt auch noch gar nicht denken, neeee 😉

        • sicher ist der sommer eine tolle jahreszeit, die helligkeit und wärme, das blühende, die gerüche, das gefühl, sich nicht in tausend hüllen einwickeln zu müssen. das ist alles sehr schön. ich wolllte damit auch partout keine vorzeitige wintermuffligkeit auslösen. im moment ist es herrlich. die schwalben fliegen und alles spielt sich draußen ab. das ist ohne zweifel wunderbar. nur mag ich auch den geruch des herbstes. und den knirschenden schnee im winter und den blühenden frühling. da sind wir uns einig ;-).

          • So wie so 🙂 Es gibt allein zwei Monate, die mir den Spaß verderben: Januar & Februar. Ich bin auch keine Jecke, also kein Karnevalsmensch. Viele überbrücken damit ja die dunkle Jahreszeit. Das ganze Plüsch-Kostüm-Zeugs ist nicht meine Welt. Ich warte im März immer schon ungeduldig auf die Boten des Frühlings.

  2. Das kann ich mir gut vorstellen, dass deine Augen von diesem Staub arg beeinträchtigt wurden.
    Wir haben hier auch Felder drumherum. Aber wir waren lange nicht dort spazieren.
    Kommt aber wieder. dass wir wieder weitere Wege gehen.

    Prima Bilder hast du gemacht, richtig schön.

    • nicht nur die augen, alles war voll damit. man war sozusagen am dauerwischen, klopfen und schütteln. aber das macht mir wenig aus, wenn ich endlich mal wieder etwas neues aus der nähe sehen kann. das abendlicht gefällt mir immer ganz besonders.

  3. Deine Erntefotos verdeutlichen den Lauf der Zeit. Mit Riesenschritten naht der Spätsommer…

  4. Erinnerungen an meine Kindheit – wenn das Korn gemäht wurde, dann waren die Sommerferien zu Ende.
    Ein einschneidendes Erlebnis für mich – auch heute noch.
    Cerealien braucht kein Mensch und Dinkel auch nicht, da er sehr belastend sein kann.
    Ich esse so etwas gesundes überhaupt nicht.
    Meine erste Mahlzeit ist das Abendessen und davon auch nur wenig. Das bekommt mir am besten, dafür trinke ich ziemlich viel.
    http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/gesundheit/gesundheit-ernaehrung-cerealien-muesli-ID1223386545292.xml
    Wenn Du tatsächlich mit Dinkel glücklich wirst / bist, dann probiere ich es auch, ansonsten gibt es alternative Kost zum Glück und wer einen kranken Darm hat – Colitis Ulcerosa, der sollte die Finger davon lassen, denn es kann sehr belastend sein. Übrigens gilt für den Skorpi die Geschlechts – und Ausscheidungsorgane, die am prägnantesten bei ihm empfindlich sind 😉
    Ach ja, was so alles gesund sein soll 😉

    • mit der heutigen intensivlandwirtschaft hat sich das auch ein wenig verschoben. sommergerste und raps werden ja recht früh geerntet. da fangen die ferien gerade mal an ;-).
      meine dinkelpops sind bio-ware und nur mit honig gesüßt. also nüscht von den hinweisen vom link trifft wirklich zu. außerdem gehöre ich ja nicht zu den kalorienzählern, weil bei mir alles nur oben rein und unten wieder rauskommt. zwischendurch gibt es ein kurzes sättigungsgefühl. das wars dann aber auch schon. ich esse meistens 5 mal am tag, einfach weil der magen rumort und da was rein muß, dafür kaum fleisch, viel obst. ich habe auch keine darmprobleme, alles bestens.
      der skorpion soll sehr anfällig für erkrankungen an den nieren und an den geschlechtsorganen sein. beides trifft zu. aber dennoch halte ich das eher für ein genetisches erbe, als sternzeichenrelevant ;-).

  5. Sage mal, Stadtkind Clara fragt ganz unschuldig: Muss das nicht heißen „Geruch nach frischgemähtem Getreide?“
    Aber ansonsten habe ich mich bei meinen kindlichen Landbesuchen dort nicht so richtig wohlgefühlt, weil das alles immer so gestachelt hat , überall hat es gestunken und die vielen, vielen Fliegen waren eklig!

    • kann schon sein. aber der geruch erinnerte mich dennoch an den duft von strohballen, die wir regelmäßig holten, um meinen kaninchenstall mit einer unterlage zu versehen. also fliegen sind das geringere problem. vor den bienen und wespen und mücken muß man mehr respekt haben. und massentierhaltung gibt es da in der gegend kaum noch. wenn man glück hat, wird auch gerade keine gülle aufs feld gekarrt. also dort, wo ich war, hat es sehr gut gerochen!

  6. Ach, Du hast ja eine Serie schöner als die nächste gemacht! Toll! Für mich ist der Anbick der Erntemaschinen so normal, dass ich nie auf die Idee gekommen wäre, sie zu fotografieren. Schön blöd von mir 😉

    • tja, wahrscheinlich interessierst du dich dafür mehr für schöne architektur. verkehrte welt. aber meistens sieht man doch das fremde mit einem wacheren auge als das sich täglich darbietende ;-).

  7. Hiermit teile ich Dir endlich mal mit, dass ich sowohl Bilder als auch Text wie immer sehr toll finde. Leider schwingt bei mir da auch soviel Wehmut mit, weil es bald Herbst ist.

    Ich habe diesen Sommer (samt Frühling) eine (in Worten EINE!) Radltour gemacht. Menno. Entweder zu kalt oder zu heiß oder zu nass oder keine Zeit. Und dann gleich wieder Herbst. Das kann’s doch nicht sein, oder??? 😥

    • liebe ruthie,

      dein fahrradtourendefizit kannst du nur ausgleichen, indem du dir die wochenenden gleich dafür frei hälst und dann die regenpause nutzt. ich mache das so, und oft habe ich glück. ich hoffe aber, daß wir noch mal ein sonniges wochenende haben werden, damit du deinen drahtesel ausfahren kannst ;-).

      liebe grüße!

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