nullnummer

soll ich mich auf die straße vor das gebäude der lokalpostille lvz am peterssteinweg in leipzig stellen und laut aaahhh schreien? wer wird mich hören? wird man mich dann nicht in eine zwangsjacke stecken, unter pharmadrogen setzen und abführen? habe ich keine anderen probleme? ich rufe nicht, ich knipse nur. und auch die stencils sehen eher wie fahndungsfotos aus. möchte jemand von euch, daß sich türstehertypen seinen problemen widmen? also ich definitiv nicht.

und wenn man mal genau hinguckt, erkennt man ja die darsteller aus der 80er jahre fernsehserie wieder. rein zufällig kommt der gleichnamige film ab august in die kinos. und dann heißt es wieder: die bööösen sprayer! dabei sieht mir das doch ganz verdächtig nach einem fall von guerillamarketing aus. ich kann mir nicht vorstellen, daß sich das gleichnamige leipziger friseurteam so als pflasterschwalben verewigen würden. never! süßer die kinokassen sollen klingeln… oder?!

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26 Antworten zu “nullnummer

  1. Nicht „spare“, sondern „werbe“ mit jeder Idee, koste es, was es wolle!
    Die Pflasterwerbung finde ich recht gut!

    Nochmal zu dem anderen Kommentar. Vom Prinzip her weiß ich schon, was „dummies“ sind. Sie sitzen z.B. in ADAC-autos, die ungebremst mit 150 gegen die Wand knallen – und dann gucken die nach, wieviel vom dummie von da ist.
    Richtig! – Du musst jetzt nich eingehen darauf, sonst schreibst du dir noch irgendwann die Fingerkuppen spitz!

    • naja, das gefällt mir schon auch – als eigentständige kunstform der street art. es gefällt mir nur nicht, wie es hier vereinnahmt wird ;-).

      ich hoffe, das klang nicht schulmeisterlich meinerseits. ich wollte nur sichergehen :???:.

  2. Können die eigentlich auch mit einem Streichholz und einem Q-Stäbchen Plastiksprengstoff herstellen? Oder war das ausschließlich Max Guyver? Dann hätte ich vielleicht doch noch eine Aufgabe für die Jungs 😉

    War nur so eine Idee…

    Gute-Nacht-Gedanken & liebe Grüße!

  3. Oh Gott, liebe Frau W.! Nicht, dass dir noch der Hasselhoff über den Weg läuft. Oder vor dir auf der Straße liegt!
    🙂
    Schön gesehen.

    Hab ein angenehmes Wochenende, lieben Gruß!
    Heike.

    • guten tag liebe heike,

      der david wird vermutlich volltrunken ins nächste vip-zelt kriechen und dort nicht rauskommen, bis er nur noch fahren kann ;-).

      mich ärgert es dennoch, daß ich offenbar mit meiner vermutung recht hatte. die street art wird von werbern einfach mißbraucht. und eine gruppe von künstlern soll dann den kopf dafür herhalten, weil der normalbürger den unterschied gar nicht wahrnimmt. folg doch mal tonaris link nach berlin. dort sieht das schon ein bißchen anders aus. da regt sich protest in der szene…

      liebe grüße und dir auch ein wunderbares wochenende wünscht,
      frau w.

  4. Ich glaub, bei uns waren sei auch 😉

    • hab ich durch deinen link auch gerade gesehen. in berlin merken die street artists aber wenigstens schnell genug, wo der hase begraben liegt. hier zuckt kaum einer :roll:.

  5. Ist doch klasse, gut gesehen und prima fotografiert.

    Hab ein schönes Wochenende 😉

    • nein, die ganz karli und der ganze peterssteinweg sind damit zugesprayt. das ist eine doofe form der werbefirmen, sich an eine cooles publikum zu wenden und im werbeetat gleich noch das bußgeld mit einzukassieren. sicherlich billiger als ein werbespot im radio :shock:!

  6. petrosteigolino

    ich würde mich, wenn mir nicht die zeit fehlen würde, darum kümmern diese äuserst schlecht umgestzte „streetart/graffiti-schablonenarbeit dingens“ nachmache…..ähm wie sagten wir früher…..ach ja…..crossen.

    es ist wirklich schrecklich mit anzusehen wie immer noch von eingestaubten werbe heinis kunst ins lächerliche gezogen wird.

    p.s.
    ich schaue nicht nur zum schimpfen vorbei anna….;)

    • lieber petro,

      bei der flaschenpostaktion hat doch ein gewisser junger mann eine schablone geerbt. kann der nicht mit der dose losziehen? meine fre***, das ist echt peinlich, hat auch keiner bei der global space odyssey ein auge drauf geworfen. die meisten street art künstler aus leipzig lesen eher einschlägige blogs als meinen. denkt aber außer b like berlin wahrscheinlich auch keiner so weit, sondern findet es noch kulturhistorisch wertvoll :roll:. in berlin sind die längst gecrosst. schimpf ruhig, mich regt das ja auch furchtbar auf, wir hirnlos hier manche durch die pampa latschen und nich von 0 bis eins denken :evil:…

      trotzdem schön, mal wieder von dir zu lesen!

      liebgruß von frau blume!

  7. petrosteigolino

    das wäre ja noch schöner wenn der mist bei der gso aufmerksamkeit finden würde 😀

    ich versuche mal jemanden zu rekrutieren der sich mit ner schablone auf den weg macht…

    wünsch dir noch einen schönen tag 🙂

  8. Das Problem ist eben, dass jede Erscheinung, die auch nur das geringste Verkaufspotenzial bietet, sofort ausgebeutet wird. Bis zum bitteren Ende – oder siehe Love Parade – bis zum tödlichen Ende.

    Hier in Berlin gibt es mindestens zwei übergroße Beispiele für das beginnende Ausschlachten von Streetart. Unübersehbar in Berlin-Steglitz die selbsternannte Turmkunst und aktuell die Eröffnung dieser Kreuzberger Kneipe. Die Anwesenheit des zum System“gastronomen“ abgestiegenen Ex-Spitzenkochs H. P. Wodarz lässt mich erwarten, dass demnächst eine Kette von Streetart-Cafes das Land überzieht (Hard Rock Cafe hat sich ja irgendwie totgelaufen.)

    • ach du schreck, also auf street-art-kaffeehauskette hätte ich ja so gar keine lust. ich kann es nachvollziehen, wenn dich die szene ihren eignen erlebnisraum gestaltet, aber wenn das dann in der gastro ausgeschlachtet wird, finde ich es auch nicht mehr gut. viele glauben ja auch, banksy wäre steinreich, was so ja nicht stimmt, und denken, sie müßten diesem erfolg nacheifern. es gab ja auch mal den leidigen eklat mit adidas in berlin, wenn ich mich recht entsinne. adidas sah es als förderung von subkultur an, während dich die szene teilweise abwandte… oder? ich hoffe, daß dieser spuk nicht zum hype wird oder umgekehrt.

      • Einerseits habe ich volles Verständnis dafür, wenn die Künstler mit ihrer Arbeit auch einmal Geld verdienen wollen und können. Die können was, sie investieren sehr viel in ihre Arbeit und oft sind die Bilder am nächsten Tag schon wieder von anderen überdeckt. Andererseits bekommen sie in diesen Fällen das Geld nicht für ihre Kunst, sondern doch nur, weil manche Unternehmen denken, damit könne man endliche bestimmte Zielgruppen einfangen – und viel werden sie von denen auch nicht bekommen.

        Adidas sagt mir jetzt in dem Zusammenhang nichts, aber Converse: mentalgassi im Converse-Commercial

        Im proud magazin #15 gab es einen lesenswerten Artikel im Zusammenhang mit der Berliner Turmkunst: Von Löwen und Lämmern – The Day Street Art Died (pdf )

        Die Berliner Kneipe wurde von manchen Szene-Leuten sogar hellauf begrüßt. Vielleicht hätte ein Blick ins Impressum und danach ins Handelsregister die Euphorie etwas gebremst.

        • na das kann ich auch nachvollziehen. reine selbstausbeutung soll das ja auch nicht sein. das ist schon so, daß sich da nur schwer zwischen kommerzialisierung und geldverdienen unterscheiden läßt. und nicht jeder, der am hungertuch nagt, fragt nach seinem gewissen.

          mein gripskasten ist zwar manchmal etwas träge, aber es war tatsächlich adidas:
          http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,619163,00.html

          und wenn ich mir das converse-video so ansehe, möchte ich meine stoffschlappen auch in die tonne kloppen, aber sie sind noch nicht abgetragen genug :roll:.

          wahrscheinlich liegt das problem aber auch irgendwo zwischen fehlendem vermögen oder fehlender lust an der selbstvermarktung bzw. dem gleichzeitigen wunsch nach unabhängigkeit/anonymität und existieren können.

          wer bitte, von den szeneleuten guckt denn ins impressum? geht xy hin und findet das toll, gehen v und b auch. also selten wird etwas neues hinterfragt.

          • Künstler sind Künstler und keine Vermarkter. Deshalb haben die wirtschaftlich erfolgreichen Künstler alle gute Galeristen. Sprayer bekommen leider eher einen Bewährungshelfer als einen Galeristen.

            Solange Sprayer noch stärker verfolgt werden als Wirtschaftskriminelle ist es schwierig, sich offiziell als Urheber von Streetart zu bekennen. Dabei habe ich gerade kürzlich einen so schönen Satz von dem CDU-Abgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Christoph Bergner, gelesen: „Jungen Menschen ist es ein Bedürfnis, ihre Umwelt mitzugestalten. Sie wollen in der Stadt nicht nur wohnen, sie wollen sie erleben. Die Straßen dienen ihnen nicht als Wege für Autofahrten sondern als Lebensraum, den sie erleben wollen.“

            Selbstausbeutung durch Fremdausbeutung zu ersetzen, das kann nicht die Lösung sein. Aber ich fürchte, Graffiti-Künstler sind meistens auch erpressbar. Es gibt kaum welche die nur legal sprayen und zumindest hier in Berlin ist die Polizei ständig unterwegs um „Schriftproben“ fotografisch zu sammeln und zu vergleichen.

            Es kommt auch vor, dass „pfiffige“ Menschen Pics die sie fotografiert haben in allen möglichen Varianten auf daWanda, oder anderen Plattformen, zum Verkauf anbieten. Als einmal die Künstler einem solchen Dealer in Berlin auf die Pelle rücken wollten, bot der ihnen an, ihre Namen an die Polizei zu geben.

            Die adidas-Geschichte kannte ich noch nicht, sie unterscheidet sich aber nur graduell von anderen.

            • der herr dr. bergner meinte damit aber doch bestimmt nicht streetart, sondern das, was man als allgemein akzeptierte ästhetik empfindet. hier ziehen sich viele bereits in die innenräume der versteckten ruinen zurück. und „schriftproben“ werden vermutlich überall angefertigt. von dem mißbrauch der graffiti auf dawanda & co hatte ich noch nichts mitbekommen. das liest sich haarsträubend.

              • Das Zitat steht als Grußwort auf vandagraf.de, einer Seite die sich mit „Eindämmung von Vandalismus und illegalen Graffiti“ beschäftigt.

                Hier ein Beitrag auf Fritz zu einem Fall aus dem Februar: http://www.fritz.de/aktuell/2010/februar/streetart.html und hier noch ein anderer, wenn auch anders gelagerter Fall: http://www.rebelart.net/diary/faile-diebstahl-in-berlin/00557/

                • oh mann, ganz schön was los, bei euch inne stadt. die vermarktung per postkarte ist natürlich auch typisch. die künstler selbst kommen nicht auf die idee und dann sowas! das urheberrecht scheint ja da wirklich für die katz zu sein, oder man bekommt, wenn man allzu sehr drauf pocht, noch ne strafanzeige obendrein. über den „diebstahl“ habe ich auch schon mal was auf arte gesehen, ein streetart-sammler aus köln, glaube ich. das „besitzdenken“ widerspricht dem grundgedanken von kunst im öffentlichen raum. eigentlich wäre das fast raub zu nennen. wenn das nicht öffenlich gefördert wird, sondern unterdrückt, werden sich solche tendenzen wohl verstärken. dann macht es aber auch keinen spaß mehr.

                  • Ob das nur in Berlin so ist? Ich denke, das findet in anderen Städten auch statt. Die Problematik betrifft übrigens auch die Künstler der Eastside-Gallery. Die haben auch nie etwas von den Geldern gesehen, die andere mit Fotos, Büchern, etc. verdient haben. Aber wer illegal unterwegs ist, hat überhaupt keine Chance mehr.

                    • ja, das wird wohl so sein. dafür stecke ich aber zu wenig in der szene. ich kann wohl mittlerweile die stile voneinander unterscheiden, aber meistens endet es an dieser stelle. ich lese viel darüber aus anderen städten. wahrscheinlich sollte ich mal einen dieser streetat-rundgänge mitmachen, die hier angeboten werden. das sind aber selbst künstler, von daher kann ich da meine euronen gut investieren.

                      stimmt, bei der eastside-gallery ist es auch nicht anders. hier gibt es bspw. einen graffiti-verein. die bieten offiziell die fassadengestaltung an. manchmal bekommen sie auch flächen von der stadt oder privatiers zur vefügung gestellt.

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