postflutfreuden

hatte sich die wortfeile doch hier am ersten juli über die postalische ödnis in ihrem briefkasten beschwert, der nicht nur äußerlich grau/enhaft aussieht, sondern auch innen vorwiegend mit rechnungen, werbemüll und mahnungen bestückt wurde. und die reaktionen auf diesen post waren… tataaa! post/karten! richtige, echte postkarten! handgeschrieben! und alle so liebevoll ausgesucht, daß ich vor freude immer wieder durch die wohnung gehüpft bin. klar war, daß kein liebesbrief kommt. woher auch? aber es gibt die liebe in unterschiedlichen formen. die liebe in gedanken, die heimliche, die brennt und lodert und doch ersticken muß, weil das lechzende, glühende zünglein zu oft an der vergeblichkeit leckt.

und nun zeige ich mal, was die lieben blognachbarn geschickt haben und möchte mich nochmals ganz ausdrücklich und herzlich bedanken. ihr habt die gelegentliche tristesse mit buntheit gefüllt und bringt mit euren worten immer wieder leben in die stille bude:

eine vorzügliche wahl hat die liebe freidenkerin mit dieser karte und vor allem dem zitat von balzac getroffen. der gruß flatterte gleich als erster in mein postfach. die karte erinnerte mich sofort an das märchen vom häßlichen grauen entlein.

ich wußte bis zu dem moment, als frau tonaris postkarte einen tag später eintraf, nicht, daß marzahn so schöne seiten hat. ich glaube, ich muß mal mit frau tonari in den gärten der welt bummeln gehen. wunderschöne anlage, liebe worte auf der rückseite… ihr kennt doch noch das wort „briefgeheimnis“? auch wenn der postbote das lesen konnte, ich drehe die karte nicht um ;-). frau tonari hat mich auch ermuntert, an der aktion postkartenwichteln von frau schmitt mitzumachen. gestern sollten die drei postkarten von bloggern an mich versendet werden. ich warte natüüürlich gaaanz geduldig!

ruthie hat mir passend zu ihrem schier unendlichen fundus an blumen und wissen rundherum um die pflanzen eine wunderbare rosenkarte geschickt, sogar politisch korrekt von unicef. ich habe artig wort gehalten und das dort verratene geheimtreffen in münchen nicht vorzeitig ausgeplauscht. ich kann nämlich schweigen wie ein grab, wenn ich will.

und chinomso hat mich daran erinnert, daß ich mich als schmuckgestalterin meines lebens betätigen sollte. habe ich mir doch glatt im urlaub nach über 18 jahren einen zweiten silbernen ring mit drei zirkonen gekauft. er wird mich täglich an die liebste zeit des jahres, die urlaubszeit, erinnern und meine sehnsucht nähren.

und meine kammerzofe, ähm, ach nein, wie fies, nachbarin wollte ich sagen, hat sich damit revanchiert, mein paket mit dem sonnenschirmständer angenommen und mir das oben drauf gelegt zu haben. ich zeige jetzt mal kein foto von meinen fast verdorrten margeriten, den elenden, sorry!, schluckspechten. ich habe sie gestutzt und hoffe auf den wortfeilschen grünen daumen. die nachbarin hat entweder was gesteckt bekommen oder aber auf meine postkarte mit dem aufdruck „störe deinen nächsten“ etwas feinfühliger reagiert als üblich. ob es langzeitwirkung zeigt, weiß ich freilich nicht.

uuund… marianne hat auch schon post angekündigt *nervös mit den fingern auf den tisch klopf*. hach, wenn ich doch nur geduldiger sein könnte! außerdem bin ich unersättlich. so lange ich atme, hoffe ich mal, daß das so bleibt. und für fudelchen habe ich neulich auch mal das hier fotografiert:

es war in dieser langen leipziger straße so ziemlich die einzige historische beschilderung an einer hauswand, die übrig geblieben ist, neben einem neuen, häßlichen schild in mittelblau. wahrscheinlich zieren die geklauten schilder jetzt irgendwelche wohnungen von irgendwelchen anderen mariannenfreunden. schade das!

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16 Antworten zu “postflutfreuden

  1. Damals hatte ich mich nicht gewagt, nach Deiner Adresse zu fragen, sonst wäre Dein Briefkasten übergequollen 😀 Und so wundervolle Karten, das gefällt mir – aber die Straße ist ja wohl der Megahammer :mrgreen:
    *stolzbin* *auf die Brust klopf* und dabei mag ich diesen Namen gar nicht und habe noch zwei zusätzliche – darüber schreibe ich nix 😦
    Der Hammer ist ja, daß mein Vater MICH nach seiner ersten Jugendliebe benannt hat – meine Mutter hätte das mal verhindern sollen.
    Dann hätte ich meinen Sohn Hermann nennen können :mrgreen: heißt er aber nicht, sonder Matthias und ist Jahrgang 72. Siehste, so alte Kinners habe ich schon, habe früh angefangen und nie bereut 😉

    • ach, du bist ja auch manchmal zuckersüß ;-). jetzt hast du sie aber ganz freiwillig bekommen. ich setze da auf das große vertrauen und denke, das kann ich und darf ich und ist gut so.

      in berlin gibt es auch wenigstens eine mariannenstraße in kreuzberg, frag doch mal tonari ;-). ich mag deinen namen sehr. mein echter gefällt mir auch gar nicht. und da haben wir noch eine gemeinsamkeit. mein vater benamste mich auch nach einer sommerliaison und einem film. und meine mutter wollte mich wibke nennen. na das wäre ja was geworden: wibke wortfeile :mrgreen:. jetzt heißt du wenigstens nicht wie alle weiblichen kurznamen mit l. ich habe auch noch einen zweitnamen, den ich lieber nicht herausposaune ;-). matthias ist aber auch ein schöner name für einen jungen. deine kinners sind scheinbar alle in einem ähnlichen alter wie ich… ich werd wohl nicht mehr damit anfangen :-).

    • Hihi, meine Mama heißt auch so wie Du und muss sich zusätzlich, aber nicht rufnamenstechnisch mit Ingrid Renate plagen 😉
      Bei uns gibt es einen Mariannenplatz. Kannst Du ja beim Bloggertreffen mal besuchen und Dich dann neben dem Straßenschild knipsen lassen.

  2. Ist doch irre oder? In der heutigen Zeit schreibt man mal eben schnell eine EMail. Aber die Freude über eine Postkarte ist ungebrochen! Ich könnte jedes Mal ausflippen, wenn ich Post wahrlich „in Händen“ halte. Die Karte hat ja jemand persönlich ausgesucht. Für mich alleine. Dann hat sich dieser Jemand hingesetzt und eigens etwas geschrieben. Klasse! Ich freue mich für dich mit!

    Viele liebe Grüße !!

  3. Die Frau Tonari wird ja ganz rot bei so viel Lobhudelei, würde sich aber auch außerordentlich übere einen Gartenspaziergang freuen. Ich bin, so glaube ich, ganz gut im Training, hab ich doch die Clara Himmelhoch mit der Sunny und auch Herrn und Frau Landgeflüster schon mal dort hin geschleppt.
    Schreib ich Dir, dass Deine Karte auch ihren Weg in meinen Briefkasten gefunden hat? Falls nicht, dann sei es hiermit vorerst nachgeholt. Foto folgt gemeinsam mit Postkartenwichtelzusammenfassungsbericht.

    • liebe frau tonari,

      nur keinen spaziergangsstreß. das flanieren soll ja freude machen. ich bin das nächste mal anfang november in berlin. entweder es schneit dann schon oder es regnet, also kein wetterchen ;-). müssen wir wohl langfristig ins auge fassen.
      ja, du hast über die ankunft schon berichtet. ach stimmt, hätte ich auch noch bis zum postkartenwichteln warten können – also morgen oder übermorgen. aber ich erwähnte bereits meine ungeduld oder???

  4. Ach, es gibt eine Postkarte mit der Aufschrift „Störe deinen Nächsten“? Da hätte ich sehr gerne ein halbes Dutzend von, es gibt nämlich eine erkleckliche Anzahl Nachbarn hier im Hause, die es so gar nicht mit leiser Rücksichtnahme haben…
    Freut mich sehr, dass dir die Karte mit den Schwänen gefällt! 😀
    Liebe Grüße!

    • gab es mal. es war eine werbepostkarte für ein kabarettstück im akademixer. und die mußte ich mitnehmen. leider habe ich keine zweite mitgenommen… ich hatte damals die irrige vorstellung, die karte nie beschreiben zu müssen ;-). bei dir im haus scheint es wirklich hoch her zu gehen. ist das besonders hellhörig oder sind deine nachbarn so laut?

  5. … hier wirbelt und quellt und gurgelt und fliesst und strömt und brandet und schwappt und plätschert und tost sie auch. Die Flut. Äussert erquickend anschließend das Bad in der Karten Wellen. Erfrische mich am Greifvogel im Abendrot auf der Jagd nach Abendbrot und wünsche verbunden mit Dankesgrüssen einen schönen Sommer in Meck-Pomm.

    • der urlaub ist ja leider wieder einer dieser kurzen gewesen, dafür um so schöner. die luftigen bilder im kopf und die leichtigkeit halten wohl hoffentlich noch ein paar wochen vor ;-).

      der stempel, den du von deinem wichtel bekommen hast, ist doch eine der gelungensten überraschungen, die ich bisher sah. viel freude damit!

      ich wünsch dir auch alles erdenklich gute!

  6. Pingback: Tonari kann´s nicht lassen

  7. Pingback: pooohooostpost « VEB wortfeile

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