lebensfremd

eigentlich müßten es die medial überfütterten menschen besser wissen: im haushalt ereignen sich fast dreimal so viele unfälle, wie auf den straßen. die meisten davon stürzen im wohnzimmer. nun bin ich ja kein ausgesprochener kunde von versandhäusern, dafür meine nachbarin. ich kam also eigentlich wunschlos glücklich in den besitz dieses exemplars von den impression/ist/en  unter den versandhändlern (aus gründen, die einen extrabeitrag wert wären). und glücklicherweise springt dann bei mir nicht dieser unkontrollierte kaufreflex an. ich will die dinge befühlen, anprobieren und nicht fünfmal wegen falscher größen zur post rennen und retouren hin- und herschicken. man kann  sich das leben und dessen tragebeutel auch unnötig schwer machen.

bestärkt wurde diese antihaltung mal wieder durch die fotos im katalog. dieses modell wurde wohl im hinblick auf die blätternd-kaufenden desperate housewives in szene gesetzt. ich trage ja auch iiimmer eine kittelschürze bei der hausarbeit (*hüstel*), dann kenne ich unmassen von frauen, die ihre lichterketten selbst aufhängen (*hüstelhüstel*), und natürlich trage  ich bei derart waghalsigen missionen auch immer meine absatzschuhe, in denen ich weder stehen noch laufen kann. es sind eigentlich sitzschuhe, nur für gut.

dann klettere ich in genau diesen wackeligen beinverlängerungen auch noch auf einen hocker (*ein langer hustenanfall*), um dann auch noch auf  dem stuhl die primaballerina beim spitzentanz zu mimen, um bis an die decke zu gelangen (*brechreiz*). da ist doch wohl die rolle des sterbenden schwans frei geworden. aber arbeitsunfälle, geschehen auch recht häufig, weil man sich unvorsichtigerweise auf die lebensfremden wünsche eines „starfotografen“ einläßt. die animiertechnik scheint aber bei einigen hausfrauen nachhaltigen reproduktionszwang ausgelöst zu haben. oder wie läßt sich der hohe frauenanteil bei den unfallopfern erklären? ah ja, frauen sind eben auch öfter hausfrauen. und da kommt man so alleine schon mal auf sonderbare ideen. sieht ja keiner.

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18 Antworten zu “lebensfremd

  1. Ein selten dämliches Foto! Der „Künstler“ hat wohl noch nie in seinem Leben eine Frau bei der Hausarbeit gesehen! *Grmpf!* Ich möchte wetten, dass es da einige junge Hühner gibt, denen der liebe Gott die G’scheitheit sparsam zugedacht hatte, die diese irre Nummer auch noch nachmachen! 😈

    • liebe freidenkerin,

      so sehe ich das leider auch. hübsch im haushalt heißt noch hübscher auf der trage. die sanitäter werden dir bussis noch und nöcher zuwerfen, während du halbtot auf der trage liegst. hinterher erzählen sie dann stories :grin:. es gab noch zwei weiter fotos mit eben jenem halsbrecherisch veranlagten modell: einmal auf der leiter und beim bettenmachen. hübsch doof! bestätigt wieder mal ein altes klischee.

      einen schönen abend noch.

      update: ich habe das bild übrigens verfremdet. im original war das buntkischig. die maske in eiform hat diesen effekt aber schön wiederhergestellt.

  2. Sehr schön geschrieben liebe Wortfeile! Ich ziehe jetzt meine 8 cm High Heels aus und klettere mit meinem Cocktailkleid von der Fensterbank. Ich wollte nämlich gerade noch schnell ein Fenster putzen. Und ich meine, ich habe schon einmal jemanden in genau diesem Outfit gesehen 😉

    Nettes Video übrigens!

    • boooaaah, müssen die fenster aber blitzblank gewesen sein, daß man im cocktailkleid putzt. oder es war noch ein unsichtbarer herr im zimmer, dem dieser wunsch erfüllt wurde :???:. in irgendeiner zeitung annonciert auch regelmäßig ein nacktfensterputzer, wobei der ja wahrscheinlich seinen mann steht :grin:.

      ich mag die musik von gemma ray im moment sehr gerne.

      • Neee, ich wollte nur „gut“ aussehen. Wie die Damen in der Hochglanzbroschüre. Dein Artikel hat mich jetzt leider davon abgebracht. Jetzt mag ich auch nicht mehr putzen :mrgreen:

        Ich werde bei you tube mal ein bisschen rein hören. Gefällt mir wirklich gut!

        • schooon klar :grin:. ich lege auch immer goldschmuck und perlenketten an, damit die elstern mich gut sehen können :mrgreen:. och, keine putzlust mehr? naja, die musik wäre mir an deiner stelle auch wichtiger ;-).

          du kannst auch bei myspace mal schaun, sind viele songs online. es kommt wohl auch bald ein neues album raus.

  3. also, das kleid hätt ich genommen 🙂
    was sollte gleich verkauft werden? diese tüdeldü-lichterkette? sie wissen doch, frau wortfeile: sie kaufen keine lichterkette. sie kaufen das romantische ambiente, die freude des dekorierens, sie werden sich unglaublich jung und beschwingt fühlen. wer wird denn da an unfälle denken?
    sie müssen sich schon ein bisschen einlassen auf die werbebotschaft 🙂

    • nein, das komplette wohnambiente inklusive klamotten auf dem belebten kleiderständer :mrgreen:. ich bin sowas von verweigernd, was werbung angeht. also es gibt gut gemachte spots und lustige sprüche, plakate etc., das heißt aber nicht: die wortfeile koooft aba och allet, wa? ich nehme denen so wenig ab.

  4. Im ersten Moment dachte ich: „Mensch, ist Frau Wortfeile jung und schlank“ – aber bei näherem Hingucken dachte ich dann „Aber so dumm ist sie nicht!“ – Zum Glück!

    • :mrgreen:. nein, ihr passieren die kleinen malheure immer in hektik. das ist eine sonderform der dummheit. und dann muß sie in schluffikleidung zum dottore ;-). aber bevor die mir meine kleiner zerschnippeln… :-).

  5. Die Verfremdung ist dir gut gelungen, liebe Frau W., das Foto sieht so bearbeitet Klasse aus.
    🙂

    Was nun das Bestellen anbelangt – ich hasse es, einzukaufen, deshalb, ich gestehe, bestelle ich mir auch die Dinge, die ich benötige. Und da ich im Außendienst tätig bin, ist es für mich kein Problem, bei der Post anzuhalten und etwas zurückzuschicken. Außerdem verpacke ich gern. *g*

    Lichterketten habe ich allerdings bisher weder bestellt noch angebracht.
    Ich wünsche dir einen schönen Tag,
    liebe Grüße!
    🙂

    • guten tag heike,

      kennst du etwa das original oder sogar das modell :grin:? das habe ich aber mit eifoto bearbeitet. das geht wesentlich schneller und ist bei scannvorlagen zuverlässig.

      ich bestelle manche dinge auch, aber nicht bei den üblichen verdächtigen. und dann handelt es sich oft um in taschen untragbares (kühlschrank) und weil es dort irgendwie wesentlich günstiger ist. ich hasse lange shoppingtouren auch, vor allem mit begleitern (männern und frauen). ich gehe gezielt in ein paar ausgesuchte, kleinere läden. wenn die lage so wie bei dir wäre und ich ein auto fahren müßte, wäre das vielleicht auch anders. aber ich bin schon eher auf einkauf mit allen sinnen geeicht. eine verpackungskünstlerin bin ich auch nicht gerade, es geht so ;-).

      das sind ja auch eher kleine papierlampion, muß mich korrigieren. ich mag kerzenlicht auch lieber, wenn es schummriges licht geben soll :grin:.

      ich wünsche dir auch einen solchen, du bist ja schon wieder mittendrin, während ich aufwache…

      liebgruß von frau w.

  6. Aus welcher Parallelwelt ist das Foto? Der Fensterrahmen könne auch mal wieder gestrichen werden – passend angezogen ist die Dame ja! 😉

    • mensch, du hast den trend zum neuen, das alt aussieht, doch nicht etwa verpaßt :grin:? also da mußt du dir ja gleich was bestellen. kittelschürzen sehen auch nicht mehr aus wie früher, man könnte das für ein kleid halten. ich würde noch so ein papierhütchen basteln, bevor sie loslegt ;-).

  7. Na das shabby chic Holzkästchen zur Flaschenaufbewahrung ist doch mal herzallerliebst und mal ganz ehrlich, iiiiiiiichhh putze immer im Abendkleid und Pumps sonst wäre ich diesem trivialen Vorgang des Reinemachens gar nicht gewachsen ;-). Liebe Wortfeile ich muss gestehen, dass ich leider zu den Internet Shopping-Monstern gehöre da ich einkaufen gehen überhaupt nicht mag. So kann ich immer gemütlich am Wochenende mal reinschauen und wenn ich mag bestellen. Deine Beobachtungen haben mir sehr gut gefallen, ich hoffe das „Jungmodel“ hat diesen Fotoshoot überlebt. In diesem Sinn: „Drama Baby“ und einen guten Start in den Dienstag. LG :-).

  8. ich dachte immer, wer sich so zu hause kleidet, der kann sich für alle lästigen tätigkeiten einen diener ordern ;-). ich werde mal meinen staub fragen, ob er mich so gekleidet attraktiver findet. hach, ich habe nicht wirklich etwas gegen das bestellen. das hat manchmal vor- und manchmal nachteile, die ich versuche, vorher abzuwägen. es ist nicht unbedingt meine erste wahl.

    ich hoffe, die abenteuerlustuge dame hat eine gute berufsunfähigkeitsversicherung.
    der tag darf ruhig dramafrei sein. ich wünsche dir einen ebensolchen!

  9. wholelottarosie

    In der Tat sind Kittelschürzen, wie die oben gezeigte, wieder völlig angesagter „Retro-Chic“.
    Und nicht nur das, sogar alte Kittelschürzen werden zu neuer Streetwear im „Berlin-Style“ verarbeitet.
    Hier kann man mal schauen, wie das geht:
    http://www.radiobremen.de/funkhauseuropa/serien/lifestyle/mode138.html.
    oder
    http://www.fashion-insider.de/4490/die-rache-der-kittelschurze/
    Klar, dass der Shabby-Chic des Interieurs und die romantische Lichterkette zum Design dazu gehört.
    Und auch klar ist, dass man jetzt mit High-Heels auf wackelige Hocker klettern muss, wenn man „in“ sein möchte.
    Oder?
    Gruss von Rosie

    • hallo rosie und willkommen,

      ich werden wohl diesen einen trend verpassen müssen ;-). dederon ist partout nicht mein material, da kriegt meine haut einen koller. und auch sonst mag ich es lieber klassisch. die kittelschürze als street-style in berlin wundert mich nicht. dort habe ich schon vor jahren omas so rumlaufen sehen, sogar mit lockenwicklern auf dem kopf. aber das ist nichts, was ich nachahmen muß. manchmal finde ich die trends wirklich seltsam. und die hechelei hinter dem ganzen in & out nervtötend. aber es ist interessant, daß dieses kleidungsstück genau in der epoche der wirtschaftskrise wieder aus der mottenkiste genommen wird. die frage ist doch eher, ob man in sein muß, um zu ge/fallen?

      grüße von frau wortfeile

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