technische totalverweigerung

so ein hochmodernes multifunktionsgerät hat schon viele vorteile. einer davon ist vor allem die platzersparnis. statt scanner, drucker und kopierer sowie diversen kabelwülsten und verhedderungen hat man nun alles in einem klobigen kasten, statt sechs kabeln nur noch zwei. beworben wird der manchmal-keen(farbt)on pixma mp540 vor allem wegen seiner farbqualität, niedrigem stromverbrauch und  – DEM pluspunkt schlechthin – seinen einzelnen druckpatronen. damals war letzteres also das ausschlaggebende kaufargument. rückblickend würde ich nun sagen: ich habe mir eine absolute bürozicke zugelegt.

ständig drängelt mich die mäkeldame, doch kontakt zum hersteller aufzunehmen, damit dieser einen überblick über meinen papier- und farbverbrauch erhält oder an einer umfrage (extended survey program) teilzunehmen, bei der die vermutung mehr als nahe liegt, daß man meine kundendaten meistbietend weiterverhökert. in den testberichten wurde immer nur bemängelt, daß gerät sei beim scannen ein bißchen lahm. das geht auf jeden fall schneller, als zum nächstgelegenen copyshop zu hetzen und theoretisch rund um die uhr, also nicht wirklich ein manko.

praktisch streikt madame stutenbissig aber schon, wenn ihr irgendeine farbe ausgeht – egal ob man nun schwarz drucken möchte und der magenta-behälter leer ist oder ob man magenta drucken will und der schwarzbehälter kein tröpfchen mehr enthält. allem genörgele zum trotz habe ich außerdem die dreistigkeit besessen, madame zickig zu einem scannvorgang zu bewegen, bei dem sie eigentlich auch ohne flüssigkeit auskäme. aber NEIN, sie sträubte sich mit technischer totalverweigerung, gab an, der treiber sei gar fehlerbehaftet. tja, was erwartet der moderne benutzer auch von einer simplen multifunktionsbüromaschine alles auf einmal? daß sich die emanzipierte bürogehilfin von heute mit einer knute antreiben läßt? pöööh, die streikt. die will keinen sklaventreiber, die will chillen, bis sie wieder was zu saufen bekommt. und überhaupt: multitasking? absolute fehl(er)anzeige. nur nicht zu viel auf einmal. sie weiß besser, daß alles nur nacheinander geht. nun, wo ich die trinknäpfe aufgefüllt habe, schnurrt sie zufrieden die fotos ab. übt bloß nicht zuviel druck auf moderne drucker aus. die nehmen sich ihre auszeiten, wenn man ihre forderungen nicht erfüllt. von den maschinen, die techniker erfunden haben, können wir menschen noch manches wiedererlernen.

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10 Antworten zu “technische totalverweigerung

  1. Ähm, ja ich will mal so sagen…. das Model auf dem Foto ist auch nicht so das allerneuste. **schnellwegrenn**
    Was ist das überhaupt??

    Aber sonst muss ich dir Recht geben. Ich bestelle immer für alle Kollegen das Druckerfutter nach. Und je mehr die Dinger (theoretisch) können sollen, umso weniger kommt bei rum. Ist wie bei vielen Managern. Je höher der Posten umso weniger „Blickung“. (nein, nicht schon wieder das Thema) Bin schon still.

    • ich kann das auch nur als „hebel“ identifizieren :-). wozu der mal gut war, kann ich leider nicht nachvollziehen. das habe ich mal auf einem ehem. fabikgelände in plagwitz fotografiert. wahrscheinlich ist das dingens schon seit 20 jahren funktionslos, wenn nicht noch länger.

      der irrsinn dabei ist ja auch, daß die patronen unterschiedlich groß sind und der farbverbrauch natürlich auch. bist du mit gelb dran, streikt zwei tage später blau usw. usf. das thema chefetage ging mir dabei leider auch durch den dickschädel :roll:.

  2. Bist du dir sicher, dass es sich um eine „Dame“ handelt?

    • zwar heißt es das multifunktionsgerät, aber ich bin der festen überzeugung, daß weder frauen noch männer wirklich multitasking mit vorzeigbaren ergebnissen beherrschen. die fehlerquote steigt enorm. ich entschied mich für weiblich, weil mädels schneller mal zickig werden. nicht alle, emily, nicht alle, aber doch einige ;-).

  3. Hm, ist was dran. Aber ich habe auch zickige männliche Kollegen … Da weiß ich manchmal nicht, was komplizierter ist.

    • das kommt auch vor, emily. ich komme einfach mit der männlichen direktheit besser zurecht, obwohl das auch nicht jeder kann und manche frauen das ebenso beherrschen.

  4. Drohen oder streicheln – eine Methode davon konsequent durchziehen, vielleicht hilft es. – Mein brother mit Einzelpatronen benimmt sich zum Glück seit 3 Jahren akzeptabel. – Da werde mal nicht an Wechsel denken.

    • bei einigen alten ddr-geräten half treten und klopfen. die waren dennoch nicht für die „sozialistische ewigkeit“ gebaut. nee, ich mußte tatsächlich flüssignahrung zuführen ;-).

  5. Gemahnt mich an meinen Schlepptop, der mich bei jedem Hochfahren auffordert, jetzt gefälligst die Software zu installieren – dabei ist bereits alles mehr oder weniger Wichtige und Nützliche installiert… Ja, so ein Maschinerl hat halt auch seinen Charakter – und Dickkopf…
    Liebe Grüße!

    • guten abend- und willkommensgruß,

      ohje, technik die die welt begeistert. meiner gaukelt mir gerade vor, er seit gaaanz müde. dein bild-musik-video habe ich etwa 20 mal gestoppt und der balken wurde und wurde nicht voll :roll:. und ist er nicht willig so hilft wahrscheinlich nur eine komplette neuinstallation.

      einen schönen abend dir noch und genieß die guten aussichten auf den job im musentempel :-).

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