grenzfälle der wahrnehmung

leider ist mein erleben krankheitsbedingt immer noch auf die wohnung begrenzt. meine rettung und zeitweise auch mein elend ist der balkon. da ich heute schon vor sieben aufgewacht bin, habe ich die erste ruhige stunde beim frühstück im freien verbracht. über mir jagten sich die mauersegler vor den schleierwolken. in der zwischenzeit wird die natürliche, morgendliche ruhe von un/menschlichen lauten durchbrochen. neben dem balkon unterhalten sich drei studenten über ihre lernkarten. eigenlich wollen sie lernen, aber es plauscht sich so schön in der sonne. ihr eifer hat wohl auch schon sonnenbrand. gleich stimmt das elektronische schaf in den chor der blökenden ein, frißt laut schmatzend gras und klappert holpernd gegen steine. irgendwo gegenüber schnaubt sich jemand scheinbar das gehirn durch die nase mit raus. ein ganz normaler sonntag in der stadt, wo für viele abschalten eher laut aufdrehen heißt. irgendwie gefällts mir trotzdem, daß man endlich viele aktivitäten von drinnen nach draußen verlagern kann.

nachdem ich gestern also schmerzbedingt alle pläne für das wochenende streichen mußte, bleibt mir meine kleine welt, meine innerlichkeit und alles was sich darin oder in der virtualität abspielt. deswegen gibt es heute nur ein paar fotografien von meinem alltag in der grünen manchmal-oase zu sehen.

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zu den fotos der diashow: blendender schimmer der abendsonne in der baumkrone einer esche, mauersegler vor schleierwolken, mauersegler im gleitflug (leider fehlt mir immer noch das teleobjektiv, das motiv entspricht aber so ziemlich meinem derzeitigen denkmodus), latte macchiato, frühstücksei wie es bei mir sein soll (auch wenn die kochzeit immer eine gefühlte ist, was freilich manchmal schief geht), brummende ackerhummel (???) auf dem blatt einer mauretanischen malve, pappelflaum auf einem tomatenblatt, die knospe des türkischen mohns steckt mir schon seit tagen die zunge raus, ziert sich aber noch vor dem entblättern, blüte einer tomate (sorte harzfeuer), knospe der weißen glockenblume, knospen der weißen glockenblume mit spinnennetz im morgendlichen gegenlicht, bißchen gezüchteter pflanzenwildwuchs vor meinem fenster mit blühendem holunderbusch in der fensterspiegelung. so sieht sie aus, meine kleine welt.

10 Antworten zu “grenzfälle der wahrnehmung

  1. Kopf hoch, schicke Dir hier mal ein paar frische Energien. Vielleicht hilfts. LG. 🙂

    • ja, schon angekommen. besser ists schon. nur nicht weg. ich lausche gerade kruder & dorfmeister. das paßt gut zum wetter und zur schon gebesserten laune :grin:.

      schönen abend!

  2. Deine Fotografien sehen aber sehr schön aus, auch ein gekochtes Ei hat seinen Reiz, sowie alles andere.
    Mir gefällt das absolut gut.
    Weniger schön ist, daß es Dir nicht gut geht und so wünsche ich Dir gute Besserung und für heute einen schönen Tag, der hier leider kühler geworden ist.

    GLG Marianne 😉

    • liebe marianne,

      vielen dank. ich hatte genug zeit, meine umgebung en detail zu erkunden.

      heute geht es mir wieder viel besser (bis jetzt). ich habe zumindest nicht schon nach dem aufstehen eine erste schmerzattacke bekommen und hoffe, daß es jetzt ein paa tage so bleibt, damit ich mal zu der beratungsstelle huschen kann.

      hier scheint wieder die sonne, 24 grad, ich geh ins büro…

      schönen tag und liebe grüße

  3. Du machst prima Fotos und hast echt tolle Ideen!

    und dein gekochtes Ei macht Hunger…*g* um 22.30 Uhr…*irks*

    • hallo mohrle und willkommen,

      eh, jetzt übertreib mal nicht :oops:, da gibts noch ganz viel dran zu verbessern, bis ich zufrieden bin. dein lob geht trotzdem runter wie öl ;-).

      ich habe gerade noch ein stück wassermelone genascht. ich hoffe, dein kühlschrank hat noch was zu bieten 😀

  4. Eine kleine Idylle. Ich finde sehr schön, dass du trotz Krankheit (weiter gute Besserung) den Blick für das Besondere deiner Umgebung nicht verloren hast.. Die Hauswand hat ein tolles Rot.

    • ich habe die wohnung von einem freund geerbt, der sich jetzt schwarz darüber ärgert ;-). aber ich liebe dieses refugium und habe es von einer junggesellenbutze in einen wohnlichen ort verwandelt.

      das komische ist, daß manche krankheiten die sinne schärfen…

      so, jetzt pack ich dich mit in meine blogroll!

  5. Da du nicht da bist, nutze ich mal die Gelegenheit, deine älteren Beiträge und die, die mir entwischt sind zu „studieren“. Die Bilder deiner kleinen Welt gefallen mir sehr. Da kann man doch mal sehen, wie viel Schönes sich um einen herum gesellt …

    • ja, und stell dir vor, mir sind nur zwei margeritenpflanzen im balkonkasten verdorrt. die haben etwas zu wenig futter bekommen. und der schirmständer ist da. schon habe ich alles umgeräumt. sieht alles ganz anders aus und viel höher *freu*. die tomaten werden größer und größer. ich zupfe da jeden tag ein bißchen dran rum :-).

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