shooting gallery

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wgt – das heißt: geduldiges posen für fotografen und passanten. fast jeder wollte bilder schießen, ich habe relativ schnell die freude daran verloren. zu gestellt, zu viele objektive um mich herum, zu viele eindrücke von dem ausflug zu einem industriegelände kurz davor, wo ich für meine begriffe die interessanteren motive gefunden habe, die sich nicht mal bewegten. irgendwie nimmt das fotografengerangel von jahr zu jahr zu. und vermutlich hofft jeder auf DAS foto. ich habe immerhin auch ein echtes brautpaar in traditionellem schwarz-weiß erwischt, die anderen fahren eben das wgt-kontrastprogramm. knallig muß es sein, gerne auch in neon, was weiß gott nicht immer eine augenweide ist. aber mit viel mut, konnte ich auch hinschauen. das motto lautet schrill, schriller, am schrillsten, auffallen? aber um jeden preis! da wird viel fleisch nicht mal versuchsweise keusch von netz bedeckt. da rinnt der schweiß unter kopfmasken, hinterm mundschutz kann man unbemerkt schnuten ziehen. am aufwendigsten sind ja diese rokokokostüme, die freilich die bewegungsfreiheit der damen stark einschränken. reifrock und korsett, da bleibt mir schon vom hinschauen die puste weg. und manche tragen so dick schminke auf, daß man sie im alltag nie wieder erkennen würde. noch viel mehr bewunderung muß ich wohl für die unermeßliche leidensfähigkeit der plateaustiefelträger aufbringen (männlein wie weiblein). ich möchte gar nicht wissen, wie schwer sich die beine abends anfühlen, auch nicht wie das am nächsten tag schmerzt. ein gewisser uniformzwang scheint aber gerade den reiz des ganzen auszumachen. am witzigsten fand ich den opi in der traditionell krachledernen mittenmang, dessen begleiterin ihre walkingstöcke lässig und völlig frei von berührungsangst neben sich gelehnt hatte. da prallen eben brauchtum und subkultur aufeinander, ohne einen generationskonflikt aufzubrechen. weil, zu gucken gibt es allemal was. für mich wären diese kostümierungen und fetische ja nix, aber wie heißt es so schön: jedem tierchen sein pläsierchen.

ps: nicht alle, die schwarz tragen, gehören automatisch der szene an. ich hatte mich wohlweislich andersfarbig gewandet, denn eine gute tarnung ist das a und o.

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2 Antworten zu “shooting gallery

  1. Ich finde deine Bilder sehr beeindruckend und ich habe solche Kostüme noch nie live gesehen. Absolut interessant für mich und hat mit 08/15 ziemlich wenig zu tun. Diese Plateauabsätze……wahnsinn!

    • ja, die mehrheit hat so viel liebe ins detail gesteckt, die wir szeneunkundigen wohl kaum zu würdige, weil nicht zu deuten wissen. da gehört auch sehr viel mut und selbstdarstellungsdrang dazu. sehr abwechslungreich. mal sehn, was mir morgen vor die linse gerät ;-).

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