kußmutationen

ich vermisse die eleganz der galane, die noch kunstvoll und vor allem geräuschlos einen handkuß in die luft zu hauchen wußten, ohne ihre dna als speichelprobe auf deinem handrücken zu hinterlassen. stattdessen wird um mich herum zur begrüßung und zum abschied beim luftkuß gequietscht, als handele es sich um  einen chor schmierenbedürftiger türangeln. im extremfall schiebt sich dabei auch noch eine feuchte zunge ins ohr. oder es wird am anderen ende der verbindung ins handy geschmatzt, daß dein trommelfell zu platzen droht und es stunden danach noch im ohr fiept und du diesen fiesen, hohen ton einfach nicht wieder los wirst. also im ohr brauche ich wirklich keinen mann. ich bin vehement für die einführung eines quietschverbots für kreide oder fingernägel an tafeln, an türen, an autobremsen, für maschinen jeder art, für fahrräder, für schmallippige münder, schmollmünder und knutschlippen. und wenn ihr dann noch drauf verzichten könntet, meinen rücken beim drücken mit euren fleischklopferhänden wie einen schweinesteak zu malträtieren, denn der wird davon nicht weniger katzbucklig, wäre ich vielleicht sogar gewillt,  wohl dosiert und distanziert eure hand zu schütteln. denn irgendwann bekomme ich von diesem drang nach nähe noch bei einem kläglichen bussiversuch einen nasenbeinbruch oder von den kumpelhaften gemeinten schlägen einen schulterblattbruch. ja, für die frakturen und akustischen blessuren werde ich euch bestimmt nicht lieben. da bin ich einfach nur altmodisch.

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