hüllen des seins

lichtinstallation beim hgb-rundgang in leipzig. künstler leider unbekannt.

manchmal sind wir menschen im somarausch. eine lichtgestalt betritt den raum, die alle blicke auf sich zieht oder nur die aufmerksamkeit eines einzelnen erregt. man spürt die wärme, die von dem körper ausstrahlt. fiebrig. hitze durchfährt den körper wie ein blitz. getroffen. stumme bewunderung. manche nennen es liebe auf den ersten blick, andere reagieren mit rationaler distanz, lassen gerade mal sympathie zu, bleiben nicht an der oberfläche kleben, wollen die fremden gedanken inspizieren, austauschen. in beiden formen entsteht reibung, physische oder psychische. so wie diese lichtinstallation vor der heizung aufgebaut wurde, ist sie ein faszinierendes sinnbild für die menschliche sehnsucht nach wärme, die mit den ersten sonnenstrahlen eines lauen frühlings ihre knospen treiben wird, mal zart, mal obszön, mal in dezenten tönen, mal schrill. eine gute voraussetzung, um sich finger und mund zu verbrennen, durchs feuer zu gehen oder verliebt in anderen sphären zu schweben. wenn es soweit ist, haltet mich nicht am boden fest, damit ich die welt en miniature für ein paar minuten aus der vogelperspektive betrachten kann. damit ich das entfremdete ich aus den innereien picken und im gleitflug abstreifen kann. einfach nur sein ohne schwere,  in der leichtigkeit – für sekunden. flügellahm lande ich sowieso schnell genug und geerdet wieder auf dem planeten.

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