nachtflug

es gibt diese abende mit freunden: du lachst und weinst, ohne von selbstzweifeln angenagt zu werden. du ißt und trinkst, der wein strömt durch deine kehle und mit ihm wärme und leichtigkeit in den körper. du verlierst dich im reden und zuhören, verlierst das zeitgefühl, legst die masken der alltäglichkeit ab, hinter denen du dich im berufsleben versteckst. du bist und ihr seid. ohne zu fragen, ob und warum und was bringts? nutzlos schön. und dann genießt du den heimweg in der dunkelheit, wunderst dich über die intensive, einseitige konversation von hundebesitzern mit ihren stillen bellos, die einfach nur pinkeln und revier markieren wollen, aber mit denen nun der tag besprochen wird. dann gehst du die treppe hoch und hörst aus der nachbarwohnung das brummen der elektrischen zahnbürste. jähes ende eines nachtflugs. abgeprallt an der schaufensterscheibe des alltags.

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2 Antworten zu “nachtflug

  1. Wow, sehr lebendig geschrieben, der Lesende fühlt, als sei er beim nächtlichen Dahingleiten mitgeflogen. Danke, dass Du mich einmal mehr auf Deine Gedankenreise mitnahmst.

    Im Übrigen bewundere ich die hohe Schlagzahl, mit der Du momentan neue Beiträge hier einstellst, ohne dabei qualitativ nachzulassen, Kompliment!

    Auch wenn ich nicht alles kommentiere, sei gewiss, dass ich alles lese, denn nicht immer fällt mir geistreiches zur Ergänzung ein, manches kann auch einfach so stehen gelassen werden, bedarf keinerlei weitere Worte,…

    Liebe Grüße

    tom

    • lieber tom,

      ahjeh, jetzt willste aber, daß ich erröte. prima! geschafft :mrgreen:. der beitrag ist gestern nacht während des heimwegs im kopf geboren worden. ich war so glücklich, es war so schön. wir hatten uns so lange nicht gesehen. und doch war die verbindung sofort wieder da.

      ich habe keine grundlegende erklärung dafür, warum ich im moment produktiver bin. vielleicht liegt es aber wirklich daran, daß ich im dezember und januar lange genug zeit hatte, mich zu erholen. ich war regelrecht ausgelaugt von der arbeit. und seit ich wieder arbeite, geht alles schneller und ich komme auch eher nach hause. die belastbarkeitsgrenze ist deutlich gestiegen. die migräne nur noch selten zu gast, der schlaf wieder fester und länger. das alles wirkt sich positiv auf meine schreiblust aus.

      und nächste woche ist ja dann buchmesse, d.h. eine kleine auszeit droht, weil ich ja dann auch endlich mal die kollegen/freunde wiedersehen kann, die in ganz deutschland verstreut arbeiten. ich werde das schreiben dann zwar ein bißchen vermissen, aber nur ein bißchen. denn natürlich rede ich auch gerne mit menschen, die tolle bücher machen. und gelegenheit für beobachtungen des beziehungsgefüges in einem riesigen bienenschwarm habe ich auch ;-).

      ich freue mich immer sehr über kommentare, da sie den text oft noch verstärken oder ihn gar abrunden. sie sind eben auch meistens fragmentarisch und werden erst durch die reaktionen vollständig. und ganz ehrlich, es gibt viele gute texte hier im netz, bei denen hätte ich angst, sie mit meinem hirngeschmalz zu zerstören.

      gutgruß von der wortfeile

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