dreigroschenjournalismus

tiefe kulturelle gräben zwischen unterschichten-bewerbern und verzärtelten sprößlingen des bildungsbürgertums entdecken spon-redakteure in den beiden castingshows „deutschland sucht den superstar“ (dsds) und „unser star für oslo“. nun gut, wenn man den ganzen telemedialen karrierestuß unbedingt aufrechnen möchte, entblößung und selbstdarstellung in feinen graustufen abmildern könnte und sich über die legasthenischen dsds-teilnehmer amüsiert, deren elende schicksale man auch noch mal schön breitwalzt, sollte man meinen, die schriftkundigen seien stilsicher. *hüstel*

nun versuche ich mir gerade vorzustellen, wie ich vom messer attackiert werde, wie klinge und griff – wie mit geisterhand geführt – in der luft auf mich zustoßen. bin ich in eine magiershow geraten? ich dachte immer, es bräuchte auch einen täter zum angriff, der die waffe führt und mich mit dem messer verletzen will. wer die sozialen verhältnisse sezieren möchte, sollte sich mit präpositionen doch besser auskennen.

auszug aus der moritat von mackie messer aus der dreigroschenoper von bertolt brecht:

und der haifisch, der hat zähne
und die trägt er im gesicht
und macheath, der hat ein messer
doch das messer sieht man nicht.

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