voreilige jahresendzuckungen

nix für suppenkasper: die löffelfamilie auf dem feinkostgelände in leipzig.

seufz, hach, herrje, leute – wie die zeit vergeht. jahresspät. und diese langen, besinnlich-besinnungslosen nächte. lese ich doch vorgestern in einer beruflich an mich gerichteten mail diese zeile: einstweilen wünsche ich ihnen eine gute vorweihnachtliche zeit. sackartig rutscht meine stimmung in den kohlenkeller. auch mein zettelguru hat mich am donnerstag an der tür so ähnlich verabschiedet, nachdem er mir die bittermandelsumme der fälligen steuernachzahlung vorgekaut hatte und als gegenmittel eine tafel schokolade in die hand drückte (*fröstel*). auf der verpackung heißt es süßlich-vollmundig: weihnachtszeitverkürzer – für alle, die es kaum erwarten können; nur ist nichts davon zu lesen, wie der süßkram ganzjährig mastgänse aus uns macht. die drohende, fettleibige weihnachtszeit bildet dabei nur den  gipfel der ausreden. sahniger schmelz, der den rest hirnschmalz zerrinnen läßt, um sich dann mit übellaunigen vorsätzen in den topfboden des schlechten gewissens einzubrennen. es war  doch erst der 19. november. da muß man doch noch nicht in jahresendzeitliche zuckungen verfallen! können die leute sich nicht wenigstens bis zum 1. advent gedulden, um ihre verwünschungen in die welt zu posaunen? das muß echt anstrengend sein, so weit in der zukunft zu leben. spekulatius knuspernd in knirschenden spekulationen schwelgen, hmpf. bloß, wo bleibt da der erfahrungsraum für die gegenwart?

apropos abwesenheit: neuigkeiten werden in den medien in den nächsten wochen nur noch bedingt auftauchen. denn auch bei der abteilung informationshatz läuft die vorratsproduktion  von unbekömmlichen, ranzigen archivzusammenschnittchen auf hochtouren. spinnenverwebte redakteure entstauben ihre ollen kamellen und werden uns die gammeligen pralinen geschmückt mit herzzerreißenden superlativen als spendengalas und finest selection in jahresrückblicken darreichen. und bis silvester heißt es auf allen kanälen: the same procedure as every year. wer hat uns eigentlich diese billig produzierte instantsuppe eingebrockt? und welcher zwerg hat klammheimlich mein traditionsbewußtsein aufgelöffelt? kein vorwurf, sondern nur die suche nach einem @ für meinen dank.

wtf... im raw-tempel berlin proben zwerge den aufstand.

Einstweilen wünsche ich Ihnen eine gute vorweihnachtliche Zeit.einst
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s