schneckentempo

connex

wenn nichts dazwischen kommt...

schon bevor ich heute am hauptbahnhof in berlin in den connex einstieg, hatte ich in der s-bahn richtung olympiastadion unfreiwillig gelegenheit, mit den hertha-fans zu kuscheln. blau weiße schals, das übliche bierselige gegröle völlig sinnfreier parolen, lösten bei mir unweigerlich klaustrophobische gefühle aus. in vorfreude auf einen entspannten restsonntagabend quetschte ich mich bis zum reservierten sitzplatz im zug und konnte etwa 20 minuten im wochenendlichen alltagsausbruch schwelgen, bis wir unplanmäßig in ludwigsfelde hielten und die durchsage im reinsten, aber undurchsichtigen bahnsprech mich aus meinen träumereien riß. ein nicht näher beschriebener polizeieinsatz freute wenigstens kurzzeitig die raucher, die wir den zug verlassen durften. nach geschlagenen 70 minuten nahm die odyssee ihren weiteren verlauf. der zug zuckelte nach saarmund zurück, über michendorf, in die geographische, brandenburgische pampa, weiter nach thießen in sachsen-anhalt, über roßlau, dessau und bitterfeld schlußendlich bis nach leipzig.

rauscht man an dessaus hauptbahnhof vorbei...

... kann man an dessau vorbeirauschen...

theoretisch kann man in nicht mal anderthalb stunden von der hauptstadt bis nach leipzig düsen oder aber praktisch mit 140 minuten verspätung zuckeln, in jedem kaff oder auf freier strecke stoppen. das wartezeitnervenkostüm schrumpft gekocht bis auf die knochen, der magen mosert wegen eines riesigen hungerlochs, und die augenschlitze blinzeln ungläubig, wenn man doch noch in den kopfbahnhof einfährt. noch einen schönen abschiedsscherz erlaubte sich der zugführer, der zwar den ausstieg links ankündigte, aber nur rechts die türen entriegelte. ein paar extrem geduldige warteten tatsächlich, ich aber bin raus auf das personalgleis und habe mich verdünnisiert. so sieht also der eisenbahnstau aus, im schneckentempo kriecht die reisende nun in ihr haus. aber lieber spät als nie wieder.

oder man hat pech und kriecht im schneckentempo heim.

...oder wenn man größeres pech hat, im schneckentempo in richtung heimat kriechen.

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