datendiebe

als ich heute eine collage einscannen wollte, bekam ich folgende meldung, an der umfrage (extended survey program) des herstellers teilzunehmen:

druckerder text erinnert ungemein an die anrufe von marktforschungsinstituten mit ihren eintönig abgelesenen einfängersätzen, die man nur schwer unterbrechen kann, um mitzuteilen, daß man gerade gar keine zeit und generell keine lust auf solche anrufe hat. anfänglich bedankt sich der hersteller nämlich für die unterstützung, während man irritiert den satz in sich nachhallen läßt. wie? wann habe ich denn für diesen kram mein einverständnis erteilt? kloßartiges schlucken, kehlkopf zugeschnürt! erst im letzten textabsatz erfährt man, daß es sich um ein zukünftges projekt handelt. logisch entscheide ich mich für nicht akzeptieren. denn was weiß ich als laie schon vom bedeutungsgehalt dieser aufgezeichneten informationen: bs-versions-, sprach- und anzeigeeinstellungsinfos, gerätetreiber und anwendungs-software-nutzungsprotokolle, id-nummer des druckers, installationsdatum und -uhrzeit, tintenverbrauch, anzahl ausgedruckter seiten und wartungsinfos. dazu der übliche hinweis, das sonst keine daten erfasst werden. na, da bin ich aber gaaanz beruhigt. wo ich nur eine verschwommene vorstellung davon habe, was man wohl mit den dokumentierten daten so alles anstellen kann…

und in diesem kontext fällt mir ein, daß ich noch recht wenig im netz darüber gelesen habe, wie die mittlerweile üblichen multifunktionsgeräte (kopierer, scanner, fax, drucker) von hackern ausspioniert werden können. mit relativ geringem aufwand gelangt der gewiefte zugriff auf ungesicherte geräte und deren web-interface und kann ausgedruckte/kopierte dokumente per webprotokoll einsehen, ausdrucken, manipulieren. nebenbei könnte auch der admin sehen, welche privatkopien auf firmenkosten angefertigt werden. und wenn schon eine kassiererin für einen pfandbon in höhe von 1,30 € fristlos gekündigt wurde, warum sollte nicht irgendein paranoid-pedantischer chef in einer kopie im wert von einem cent ein ähnlich zerstörtes vertrauensverhältnis sehen. abgesehen davon habe ich noch von keinem der hersteller die eingeforderte ruhmesverkündung gelesen, daß ihre geräte jetzt den ansprüchen des datenschutzes bei automatischer installation genügen würden. die online verfügbaren daten interessieren offenbar auch den bnd. das bundesamt sicherheit informationstechnik (bsi) gibt lediglich den lapidaren hinweis, daß für die datensicherheit der administrator bzw. privatnutzer verantwortlich ist. na toll! und wie??? habe ich den bruderkuß zwischen herstellern von informationstechnik und dem geheimdienst verpaßt? oder hat das im halbdunkel tappen lassen methode?

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Eine Antwort zu “datendiebe

  1. Pingback: technische totalverweigerung « VEB wortfeile

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