brühwarme haarsuppe

warum legen sich weibliche wesen bei 30 grad im schatten pudel auf den kopf? ach, das sind gar keine lauffaulen zuchtbellos? bewegen sich aber im wind genauso, diese dauergewellten löckchen, mit glattem, weil zu kurzem ansatzhaar an nacken und seitenpartie. jetzt, wo sie es sagen… ich sehe auch gar keine augen und keine feuchte nasenspitze. also, ach, eine frisur? in der tierwelt gefällt es mir deutlich besser. aber der trend zum animalischen haartrimmen in der retromode der 80er jahre ist augenscheinlich. ob oberlippenquerbalken alias moustache (französisch klingt es zwar besser, das macht den proll aber nicht zum dandy), die an das ndr-werbewalroß antje erinnern oder asymmetrische ponys, gefärbte strähnchen im partnerlook zum geliebten haustier, peppig blondierte mitteliros, die an langhaare im nacken domestizierter pferde gemahnen, alles schon im zoo gesehen. und auf der straße. und in profilfotos. obwohl ich den niedriglohnberuf friseur nie erlernt habe, möchte ich ständig mit schere, haarfarbe und rasierer hantieren, retten, wo nichts zu retten ist, wenn sich wieder eine solche rassefrau und ein derart kopfungestaltetes rassemännchen in mein blickfeld drängt.

offenbar halten auch einige männchen ihr resthaar für besonders schützenswert (die tierschützer sind ausnahmsweise nicht dran schuld!), obwohl die vereinzelung der hornanhänge schon so weit fortgeschritten ist, daß man nicht mehr von oberstübchenlichtungen sprechen kann. mit dem haarausfall scheint auch das hirn durch die nun unverstopften poren auf der kopfhaut auszutreten. eine berüchtigte variante besteht darin, die langen, fettigen seitenhaare über die kahle mitte zu drapieren. letztens habe ich ein noch bemitleidenswerteres wesen gesehen, das nur noch lange nackenhaare über die stirn schmieren konnte. brrrrrrrr. nach pomade roch das nicht, sondern vielmehr nach ranziger verwahrlosung. aber es existiert ja noch die absichtliche rasierte glatze, mit resthaarumpuschelungen am kopfaußenkranz, unverzeihlich, beinahe hätte ich  das vergessen! diese nach außen erbrochene innerlich braungefärbte gesinnung ist obendrein eine optische zumutung. auch wenn man solche rudisresterampefrisuren mit fehlendem spiegel zu entschuldigen sucht, so gibt es immerhin schaufenster, in denen man sich betrachten könnte. bis zu den dann beliebten, vorgeschobenen inneren werten (bin lieb, treu, fleißig, häuslich, hilfsbereit, vorzeigbar) möchte frau sich nicht vorfühlen. innerlich zermürbt möchte sie schreien: mut zur glatze, ran an den kurzhaarschneider oder rasierer und ab damit! an der kopfform soll es nicht scheitern, vielmehr an unterdurchschnittlicher selbstwahrnehmung. abhilfe könnten allenfalls noch die mütze, die heute nicht mehr nachts getragen wird oder die zweit- und drittfrisur schaffen. nein, das heißt nicht mehr perücke oder toupet! und bitte kommen sie mir nicht mit ihrem krankenblatt, hormonellen störungen und ähnlichen ausreden. implantiertes echthaar wächst auch nicht mit, bietet daher keine pflegeleichte alternative. wenn sie einen platz bei der haarausfallstudie der charité ergattern, herzlichen glückwunsch! rechnen sie aber nicht mit schnellen, maximalen erfolgen. sich mit der natur abzufinden, heißt nicht sie am kopf zur schau zu stellen. ein bißchen mehr realismus beim thema natürlicher haarausfall, manchmal wenigstens, bitte!

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